Street Photography

Vor 15 Jahren war es für die meisten immer noch neu, überall mobil erreichbar zu sein. Heute ist man mit iPads, iPhones oder Smartphones anderer Hersteller nahezu immer online. Und ob es gut ist oder nicht, der Leistungsdruck innerhalb unserer Gesellschaft ist doch stetig gewachsen und einigen fällt es mittlerweile schwer, da mitzuhalten. Totale Erschöpfung ist da nur eine der Folgen, die Wartelisten für Therapieplätze steigen ständig und damit steigt auch der volkswirtschaftliche Schaden erheblich an.

Dieses Foto entstand zwischen dem Haspa Marathon und dem Spiel der St. Pauli Buccaneers an einer U-Bahn-Station mitten in Hamburg.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk – Fotografie

Die Welt dreht sich schneller und doch brauchen wir immer wieder Ruhezonen, die uns unsere eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und spüren lassen.

Hamburg Freihafen – Fotografie querbeet!

In Kooperation mit dem Fotografen Christian Hager, http://www.hagerpress.de bietet der Hamburger Fotograf Cornelius Kalk, http://www.bewegende-bilder.de seine Seminare in einer einzigartigen Kombination an.

Christian Hager auf Jagd nach Motiven.

Im Fokus steht dabei erneut der Teilnehmer mit seiner Kamera an unterschiedlichen Hamburger Locations, wobei der Fotograf ununterbrochen Tipps zum Umgang mit der Kamera und zur mutigeren Bildgestaltung gibt. Doch damit endet nicht die Möglichkeit des Feedbacks, denn Christian Hager wartet schon mit seinem Notebook auf Ihre Speicherkarten. Bei Bedarf steht er zur Übertragung auf einen Rechner bereit und gibt Tipps zum Umgang mit jpgs, tifs und den Rohdateien. Dadurch kann jeder einzelne Teilnehmer hinterher besser einschätzen, worauf er bereits beim Fotografieren achten sollte und welcher Spielraum immer noch hinterher am Computer vorhanden ist.

Christian Hager beim Sichten der Aufnahmen.

Auch diese Seminare finden an wechselnden Hamburger Orten mit einer geringen Teilnehmerzahl statt. Dadurch entstehen immer wieder neue Aufgabenstellungen und beide Experten können sich ausführlich den Teilnehmern widmen und sich mit ihren eigenen Fragen, ihren Kameras und der Bildbearbeitung auseinandersetzen. Die Themengebiete an einem Abend richten sich dabei ganz nach den Bedürfnissen der Kamerabesitzer. Nach dem Motto ‘keep it simple’ erfolgt eine kurze Einführung in die wichtigsten Gestaltungsmittel und los geht’s – direkt vor Ort!

Die Motivvielfalt ist unendlich – gerade in der schönsten Stadt der Welt. Bringen Sie also Ihre eigene Kamera mit und beschäftigen Sie sich mit Blickwinkeln und Perspektiven, lassen Sie sich von den Augen der weiteren Teilnehmer inspirieren und drücken Sie ab. Zwischenzeitliches Sichten und ein Feedback zu den Aufnahmen jenseits der Programmautomatik sind garantiert.

Hafengeburtstag

Ein wenig Wehmut entsteht schon, wenn soviele Schiffe anläßlich des 822. Hafengeburtstages dem Sonnenuntergang elbabwärts fahren. Die Auslaufparade war der krönende Abschluß der traditionsreichen Veranstaltung entlang der Elbe, wo die Hamburger Ihren Hafen huldigen. Dazu gab es majestätische Unterstützung durch die ‘Queen Mary 2′, die allen Schiffen voran fuhr und sich nach einigen Tagen Aufenthalt doch wieder imposant von Hamburg verabschiedete. Begleitet wurde die Parade von zahlreichen Schiffen, die schon ungeduldig in ihrer Position verharrten, ehe es gegen 18:00 Uhr dann endlich losging. Rechtzeitiges Reservieren sicherten die besten Zuschauerplätze auf den Booten wie auf der Gaffelkeltsch ‘Roter Sand’, wo die Crew rundum den Eigner Bernhard Pelzer für einen lockeren und sicheren Transport der Gäste sorgte. Vielen Dank dafür!

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

In der Hafencity war unter anderem die 'Queen Mary 2' zu Besuch.

Begleitet wurden die Schiffe der Auslaufparade von zahlreichen Booten wie die Gaffelkeltsch 'TS Roter Sand'.

Bei strahlend blauem Himmel manövrierte Schiffseigner Bernhard Pelzer zusammen mit seiner Crew die Gäste sicher und vorausschauend durch die Unmengen an Schiffen.

Geduldig warteten alle Schiffe an ihrer Wartestelle auf das Signal zum Start.

Zwischen den ganzen Segeln bewegte sich die 'Queen Mary 2' in sicherem Fahrwasser.

Vorbei ging es am 'Dock 10' von 'Blohm und Voss' und 'Hamburg Süd' bis die 'Queen Mary 2' Hamburg dann vorläufig den Bug kehrte.

Letztes Geleit und Gejubel gab es am Fuße der Hügel in Blankenese.

Am Ende gab es noch ein Scheidebier auf dem Ponton 'Op' Bulln' und der Abend dämmerte vor sich hin.

Hamburg Hafencity – Fotografie querbeet!

Der bekannte Hamburger Fotograf und Buchautor von drei Nikon-Handbüchern Cornelius Kalk bietet mit der Umstellung auf die Sommerzeit seine Erfahrungen in der digitalen Fotografie einem breiten Publikum in Form von Abendseminaren an.

Die einzelnen Seminare dieser neuen Reihe finden an verschiedenen Hamburger Orten mit einer geringen Teilnehmerzahl statt. Dadurch bestehen immer wieder neue Aufgabenstellungen und Cornelius Kalk kann sich ausführlich den Teilnehmern widmen und sich mit ihren eigenen Fragen und ihren Kameras auseinandersetzen. Die Themengebiete an einem Abend richten sich dabei ganz nach den Bedürfnissen der stolzen Kamerabesitzer. Nach dem Motto ‘keep it simple’ erfolgt eine kurze Einführung in die wichtigsten Gestaltungsmittel und los geht’s – direkt vor Ort!

Die Motivvielfalt ist unendlich – gerade in der schönsten Stadt der Welt. Bringen Sie also Ihre eigene Kamera mit und beschäftigen Sie sich mit Blickwinkeln und Perspektiven, lassen Sie sich von den Augen der weiteren Teilnehmer inspirieren und drücken Sie ab. Zwischenzeitliches Sichten und ein Feedback zu den Aufnahmen jenseits der Programmautomatik sind garantiert.

Die Anmeldung kann hier erfolgen und ist verbindlich gegen eine Anzahlung von 20.- Euro auf das Konto 7140007 bei der Förde Sparkasse – BLZ 21050170 – Kontoinhaber ist Cornelius Kalk.
Die Teilnahmegebühr beträgt insgesamt 70.- Euro inklusive MwSt. und die restlichen 50.- Euro bezahlen Sie vor Ort gegen Quittung in voller Höhe. Möchten Sie eine Rechnung, bitte ich um kurze Nachricht an die Email-Adresse workshops@bewegende-bilder.de.

Treffpunkt sind die Magellan-Terassen.

Hier eines der Ergebnisse von dem Seminar.

Das Feuerschiff 'Repsold'

Hertie-Gebäude – Schandfleck in Barmbek mit drei Eigentümern?

Politik am Ende des Lateins

Vor mittlerweile knapp 2 Jahren machte Hertie das Licht aus in der Fuhlsbüttler Straße. Trotz aller anfänglichen  Euphorie mit dem Leitspruch “Zum Glück gibt’s Hertie” scheint die blühende Zeit der mittelgroßen Kaufhäuser endgültig vorbei zu sein. Dabei liegt das Gebäude sehr zentral am größten Umsteigebahnhof im Hamburger Osten im Herzen von Barmbek und verhalf auch der Fuhle zu mehr Glanz. Doch nun ärgern sich immer mehr Barmbeker über diesen leerstehenden Schandfleck, um den sich außer einem Makler in Berlin keiner mehr zu kümmern scheint. Auf Initiative einiger ortsansässiger Gewerbetreibender formierten sich Barmbeker Bürger, die zumindest etwas Licht in diese scheinbar aussichtslose Lage bringen wollten.

 

Stein des Anstoßes ist das seit knapp 2 Jahren leer stehende Hertie-Gebäude am unteren Ende des Fuhlsbüttler Straße.

Die ersten sechs Unterstützer dieser Initiative um den Unternehmensberater Giovanni Sciurba wünschten sich mehr Transparenz über die Pläne und Vorschläge für die runden 10.000 qm und erhöhten den Druck auf die Politik und den Bezirk, in dem sie zu einer Diskussionsveranstaltung der Auferstehungskirche einluden. Diesem Ruf, der durch die Interessensgemeinschaft der Fuhlsbüttler Straße IG Fuhle e.V. noch verstärkt wurde, folgten 250 Personen, die sich am Mittwoch in dem Gemeindesaal einfanden. Und kein geringer als der Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch neben Vertreter der 5 namhaften Parteien nahmen neben Ulrich Hoffmann und Giovanni Sciurba Platz, die damit anfingen, die Fragen laut auszusprechen, die ganz Barmbek beschäftigt.

Eingeladen waren der Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch sowie Vertreter aller fünf Parteien, die um den Einzug in die Bürgerschaft buhlen.

“Wie sind die aktuellen Eigentumsverhältnisse, was unternimmt der Bezirk, mit welchen Investoren wird zur Zeit konkret verhandelt und welche konstruktiven Vorschläge kommt von der Politik?” fassten Hoffmann und Sciurba die Stimmung im Saal grob zusammen. Die Antworten blieben dünn und ausweichend, aber dem Bezirk und der Politik sind die Hände gebunden. Enteignung als ultimative Maßnahme käme nicht in Frage, bemüht sich Wolfgang Kopitzsch um eine befriedigende Antwort, nur der Bezirk unternähme als rechtlich mögliche. Leider erhöben nicht weniger als drei Parteien den Anspruch auf das Eigentum auf das Filetstück. Die Besitzverhältnisse wären weitaus komplizierter, als gemeinhin bekannt wäre und nur der Zusammenschluß der Öffentlichkeit und auch der IG Fuhle würde den notwendigen Druck erzeugen, dass sich über kurz oder lang etwas bewegen könne, resigniert der Bezirksamtschef.

Der Einladung folgten außerdem runde 250 Gäste, die positive Antworten vom Bezirk und aus der Politik erwarteten.

Dieser Stellungnahme schließen sich beide Vertreter der großen Parteien, Herr Jens Grapengeter (CDU) und Ksenija Bekeris (SPD) an. Frau Bekeris betont abermals die Bedeutung von Barmbek und die Notwendigkeit vom Druck des funktionierenden Stadtteilnetzwerkes, aber eine schnelle Lösung scheint nicht möglich. Die Vertreter der kleinen Parteien möchten unter anderem die Eigentümer mehr an der Entwicklung der Fuhlsbüttler Straße beteiligen, nur wie sie den wichtigen Ankerplatz des Hertie-Gebäudes mit einbinden können, bleibt auch hier als Antwort offen. Der Vertreter der Linken wich ganz vom Thema ab und setzte sich stattdessen für die kostenlose Öffnung öffentlicher Toiletten ein.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Unternehmensberater Giovanni Sciurba (dritter von links) und dem Buchhändler Ulrich Hoffmann (zweiter von links).

Was im rechtlichen Rahmen gemacht werden konnte, wurde durchgeführt, das Problem ist erkannt, nur die Grenzen sind leider eng abgesteckt, fassen die beiden Moderatoren die Kommentare aus dem Bezirk und der Politik zusammen. Aber wie sieht es denn Drumherum aus? Die Zwischenrufe werden lauter und gefühlsbetont, Dreck und Dunkelheit prägen das Bild, auch hier scheint die Verwaltung ohnmächtig zu sein und keine Lösung bieten zu können. Ob es dort an Kreativität für fehlt, lässt sich nicht auf Anhieb beantworten, bietet aber den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen zu dem Thema. Die Initiative Barmbeker Bürger lädt daher am 02.03. zu einer Folgediskussion erneut in der Auferstehungskirche ein. Man darf gespannt sein, ob durch den öffentlichen Druck der Stein ins Rollen gebracht werden kann.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Der Einzelhandel ist der Dreh- und Angelpunkt in der Stadtteilentwicklung, doch die rechtlichen Möglichkeiten bei der Einflussnahme seien begrenzt, erläuterte Wolfgang Kopitzsch – Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch (in der Mitte).

Durch die letztlich schwierigen Eigentumsverhältnisse wäre die Politik am Ende des Lateins angelangt, unterstützten aber ausdrücklich das gut funktionierende Stadtteilnetzwerk, gaben die Vertreter der beiden großen Volksparteien unumwunden zu.

Die Initiative Barmbeker Bürger stieß auf großes Interesse und viele der Anwesenden trugen sich in die Listen ein, wodurch sie über die weiteren Veranstaltungen über den Fortschritt informiert werden.

Winter in Neuengamme

Der Hamburger Stadtteil Neuengamme gehört zu dem Elbmarschgebiet der Vierlande im östlichen Bezirk Bergedorf. Die Häuser und auch die Landschaft prägen neben einiger Bauernhöfe den dörflichen Charakter des Gebietes, das durch die Dove-Elbe durchzogen ist.

Wenn es im Winter so richtig knackig kalt wird, der Grünkohl damit als beliebtes Wintergemüse heiß gegessen wird, findet sich im morgendlichen Nebel zarte Baumformationen, die bei ausführlichen Spaziergängen für eine entspannende Abwechslung vom hektischen Alltag im Hamburger Stadtgebiet sorgen können.

Baumformation in Neuengamme

Ein Morgen im Winter in Neuengamme

“Wir nehmen uns die Stadt”

Prolog

Die Verwandlung der Sternschanze vom alternativen Viertel zum angesagten Stadtteil sorgt immer wieder für Zündstoff. Das Mietniveau stieg in den letzten Jahren an, wobei der Verdacht aufkommt, dass ein künstlich niedrig gehaltenes Angebot die Mieten noch weiter nach oben treibt. In diesem Zusammenhang taucht in der öffentlichen Berichterstattungimmer öfter der Name des Immobilienbesitzer Ernst August Landschulze auf, dessen Wohnungsverwaltung bis heute nicht zu einer eigenen Stellungnahme bereit ist.

Besetztes Haus in der Juliusstraße 40 Ecke Schulterblatt.

Besetztes Haus in der Juliusstraße 40 Ecke Schulterblatt.

Am Samstag, den 16. Oktober,  kommt es am Nachmittag zu einer Hausbesetzung durch sieben Personen in dem Eckhaus Juliusstraße, Schulterblatt. Das Haus wurde aufwendig renoviert, heute stehen dort Wohnungen leer – teilweise seit Monaten. Als Begründung durch den Eigentümer heißt es dazu in der Presse, die Bauarbeiten und Sanierungsmaßnahmen würden sich eben länger hinziehen als ursprünglich geplant.

Samstag, 16.10. 17:34 Uhr

“Wir nehmen uns die Häuser”

Unter diesem Stichwort wird von einem Email-Account eine Presseerklärung an die Hamburger Medienlandschaft verschickt. Es klingt nach einem Pranger für Miethaie: “Nicht nur Hamburger Normalzustände: Steigende Mieten, zunehmender Mangel an günstigen Wohnungen, Luxussanierungen und Neubau von immer mehr Eigentumswohnungskomplexen – auf der anderen Seite Leerstand von über 1 Million qm Büroraum, erstaunlicherweise jedoch auch von mehr und mehr Wohnungen.” Neben einem Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration vom 23.10. enthält die Pressemitteilung noch einige Details über die Renovierungsarbeiten. “Im Schneckentempo werden einzelne Fliesen verlegt und sonstige Arbeiten hinausgezögert, um gegenüber dem Bezirksamt den Rücken frei zu haben. Dieses schnieke, frisch renovierte Gebäude führen wir heute wieder einer Nutzung zu!”

In dem Haus ist eine Wohnung bewohnt, während die anderen teilweise seit Monaten aufgrund von angeblichen Sanierungsarbeiten leer stehen.

 

17:57 Uhr

Der FC St. Pauli hat in der Saison 2010/11 sein erstes Heimspiel gewonnen. Die ersten Fans treibt es in Richtung Sternschanze. Das Eckhaus Juliusstraße 40/Schulterblatt sieht besetzt aus. Transparente mit Sprüchen wie ‘Miethaie zu Fischstäbchen’ hängen draußen. Auf einem Balkon werden Lautsprecherboxen aufgestellt und die Musik aufgedreht. Die dröhnende Musik ist noch weit in der Susannenstraße hörbar. Von den mutmaßlichen Besetzern des Hauses lassen sich einige ab und zu auf den Balkonen der verschiedenen Wohnungen blicken. Vor ihren Gesichtern tragen sie Masken, wobei Einzelheiten kaum zu erkennen sind. Von der Polizei ist weit und breit nichts zu sehen. Die Stimmung ist weder angespannt noch aggressiv, eher friedlich.

Am Samstag, den 16. Oktober besetzen laut Polizeiangaben 7 Personen mehrere der leer stehenden Wohnungen und...

 

18:15 Uhr

Vier von den Besetzern halten sich nun fast die ganze Zeit auf den Balkonen auf. Quer zum Schulterblatt wird ein weiteres Transparent aufgehängt. ‘Wir nehmen uns die Stadt’, steht dort in großen roten Buchstaben auf weißem Untergrund. Noch läuft der Verkehr auf dem Schulterblatt relativ normal, einige Passanten stehen drum herum und sehen schaulustig zu. Vereinzelt sieht man St. Pauli Fans erkennbar an ihren Schals. Von der Polizei ist nach wie vor keine Spur zu erkennen. Nicht einmal ein Streifenwagen läßt sich bis dahin blicken.

...hängen Transparente mit politischen Parolen aus. Der Protest richtet sich gegen steigende Mieten und den scheinbar unerklärlichen Leerstand auf der anderen Seite.

 

19:35 Uhr

Die Polizei ist zwei Stunden nach Beginn der Besetzung mit einer ganzen Hundertschaft und zwei Wasserwerfern angerückt. Das besetzte Eckhaus wird weitestgehend von der Vorderfront von Polizisten mit weißen Helmen umzingelt. An der Ecke vom Schulterblatt brennt eine kleine Feuerstelle, die vom Wasserwerfer aus gelöscht wird. Ab und zu fliegt vom Balkon des besetzten Hauses ein Feuerwerkskörper in Richtung Straße, der dann sofort gelöscht wird. Aus den Kneipen und Gaststätten zieht es viele Schaulustigen auf den Platz, die Aufnahmen mit ihren Handys machen. Der Verkehr durch das Schulterblatt ist längst zum Erliegen gekommen. Die Menge selbst verhält sich friedlich und auch die Polizei reagiert auf keine Provokation bis zu diesem Moment.

Zu dem Einsatz gehören zwei Wasserwerfer, vor denen drei Demonstranten eine kleine Sitzblockade errichten.

 

Der Verlauf der Besetzung ist zunächst friedlich, bis...

19:39 Uhr

Das Transparent ‘Wir nehmen uns die Stadt’ liegt auf der Straße, wo inzwischen einige Personen eine Sitzblockade angefangen haben. Die Feuerstelle vor dem Haus lodert vor sich hin, beide Wasserwerfer zielen auf die friedliche Menschenmenge, die sich vor der Gastronomien auf der Plaza zwischen dem Transmontana und dem bedford angesammelt hat. Zu einem Einsatz eines der Wasserwerfers gegen Personen ist es dagegen nicht gekommen. Die Polizei bittet über Lautsprecherdurchsage um Auflösung der Zuschauermenge und warnt vor der Behinderung der Polizeiarbeit. Immer mit einem Auge auf die Zielrichtung der Wasserspender lassen sich noch gute stimmungsvolle Fotografien anfertigen. Die Wohnungen selbst sind nach wie vor nicht geräumt, aber mittlerweile liegt wohl eine offizielle Anzeige wegen Hausfriedensbruch vor.

...auf den temporären Einsatz der Wasserwerfer, die kleine Brandherde durch Feuerwerkskörper verursacht, sofort löschen.

19:48 Uhr

Die Wasserwerfer zielen nun eindeutig auf die friedliche Menge am Rande des Geschehens, die Sitzblockade provoziert, worauf die Polizei mit großer Gelassenheit reagiert. Auf die kleinen Brandherde auf dem Schulterblatt durch Feuerwerkskörper reagiert die Einsatzleitung gezielt mit Löscharbeiten aus den großen grünen Wassertanks. Die ersten Stimmen werden laut, ich möchte doch nur nach Hause und schnell ins Bett.

Selbst auf milde Provokationen reagiert die Polizei zunächst gelassen und unternimmt nichts.

Aus dem umliegenden Trubel strömen zahlreiche Schaulustige zum Schulterblatt, die das Geschehen mit ihren Handys aufmerksam verfolgen.

20:00 Uhr

Die Medien zeichnen intensiv die Vorkommnisse auf. Noch kann man gewaltfrei die Szenerie passieren.

20:23 Uhr

Die Abriegelung des besetzten Eckhauses ist massiver geworden. Die schaulustigen Menschen stehen noch friedlich da und schauen zu. Vereinzelt hört man Glas gegen Metall aufschlagen, wobei wahrscheinlich Flaschen gegen die Wasserwerfer geworfen werden. Kein Polizist steht dort ohne Helm und schützende Kleidung. Die Lage scheint eher immer noch weitestgehend entspannt zu sein und ob die Besetzer im Haus sind oder die Wohnungen inzwischen geräumt sind, vermag kaum einer richtig beurteilen zu können.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt ist ohne weiteres ein vorsichtiges Annähern an die Absperrung möglich.

20:34 Uhr

Auf einmal kommt Bewegung auf die Straße. Unter den bis dahin friedlichen Schaulustigen nimmt wie aus dem Nichts aufgetaucht ein Einsatzkommando der Polizei Stellung, die sich von den friedlichen Weißhelmen durch schwarze Helme unterscheiden. Ich erkenne sowohl eine Spraydose mit der Aufschrift ‘Polizei’, als auch Schlagstöcke und geballte Fäuste unter den Schwarzhelmen. Durch diese provokanten Gesten kippt die Stimmung unter den Schaulustigen und eine merkwürdige Mischung aus Protest und Trotz macht sich breit. Darauf reagiert wiederum die Polizei unmittelbar mit ihrem nassen Kommando und spritzt wahllos zwischen die Leute. Der Einsatz dauert keine zwei Minuten, dann sind deutlich mehr schwarze Helme und nur noch verstreute Passanten erkennbar. Mit der Ausdünnung der Menschenmenge wird der Einsatz vom Wasserwerfer kurz unterbrochen. Von der Südseite vom Schulterblatt möchten Passanten die Susannenstraße in sicherem Abstand zur Polizei queren, was durch einen erneuten Warnschuß aus der grünen Kanone beantwortet wird.

Kurz nach halb neun taucht ein Einsatzkommando der Polizei auf, die sehr provozierend auf die Personen wirkt.

Die Beamten in schwarz sind mit Sprühflaschen und Schlagstöcken offenbar für einen unmittelbaren Einsatz bereit. Hier ein Ausschnitt aus einer der Aufnahmen.

Die Polizei in grün verhält sich nach wie vor gelassen, während es nun...

...zum unnötigen Einsatz der Wasserwerfer kommt. Die umstehenden Menge löst sich schnell auf.

20:52 Uhr

Die Lage hat sich beruhigt, das Einsatzkommando mit ihren schwarzen Helmen ist wieder im Schutze der Dunkelheit verschwunden. Eine Anfrage über den Sinn von Ihrem Einsatz bei der Pressestelle der Polizei bleibt bis heute unbeantwortet. Der Einsatzleiter vor Ort verweist selbst auf die Pressestelle der Polizei. In deren Pressemitteilung heißt es zu diesen Ereignissen: “Bei der Festnahme drei weiterer Tatverdächtiger am Einsatzort Schulterblatt/Juliusstraße, wurden die Beamten aus einer Gruppe von ca. 150 Personen wiederum mit Flaschen beworfen, woraufhin es nochmal zum Wasserwerfereinsatz kam. Ein Beamter wurde bei dem Bewurf durch Glassplitter verletzt.” Der sehr provozierende Einsatz der Schwarzhelme wird nicht mit einer Silbe erwähnt.

Die Beamten mit den weißen Helmen sichern weiterhin die Wasserwerfer. In dem besetzten Eckhaus ist es nun friedlich und keine halbe Stunde später rücken denn auch die Wasserwerfer und die dazugehörige Hundertschaft ab.

Der Einsatz dauert keine fünf Minuten und das Einsatzkommando verschwindet so schnell, wie es gekommen ist. Die Lage scheint nun unter Kontrolle zu sein. Aber ob der Einsatz gegen die Schaulustigen wirklich notwendig war, bleibt bis heute zweifelhaft.

Epilog

Stellungnahme vom Landesverband der NPD zu den Ereignissen: “Weitere 300 linkskriminelle Personen befanden sich auf der Straße vor dem Gebäude.”

Online-Ausgabe der Hamburger Morgenpost zu den Vorkommnissen: “Etliche Passanten kritisierten das Vorgehen der Beamten. „Die Miteigentümerin des Hauses hat Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Deshalb mussten wir handeln“, sagt Polizeisprecher Mirko Streiber. Es sei zum Einsatz von Wasserwerfern gekommen, weil mit Böllern und Flaschen geworfen wurde.

Presseerklärung des Vereins Mieter helfen Mietern vom 19.07.2010: “MIETER HELFEN MIETERN hat Leerstands- und Zweckentfremdungsanzeige in weiteren 23 Fällen erstattet. Die meisten der Wohnungen stehen länger als ein Jahr leer, ohne dass die zuständigen bezirklichen Ämter eingegriffen hätten. Die Wohnungen liegen in der Susannenstraße, Beim Grünen Jäger, am Neuer Pferdemarkt, in der Otzenstraße und ein Stadthaus in der Wohlers Allee. Neben dem schon bekannten Vermieter E.A. Landschulze, lassen Eigentümer wie Köhler & von Bargen und die GbR Ramke/Baas/Böttcher Wohnungen leerstehen.”

Presseerklärung der GAL-Fraktion vom 21. Oktober 2010: “Beschluss im Stadtentwicklungsausschuss 
Spekulativer Wohnungsleerstand wird bekämpft 
  
Der Stadtentwicklungsausschuss hat gestern Abend mit den Stimmen aller vier Fraktionen einen Antrag zur Bekämpfung von spekulativem Wohnungsleerstand beschlossen. Ziel ist es, Verwaltungsverfahren bei Leerständen zu beschleunigen. Außerdem soll der Senat die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um bei längeren Leerständen Zwischennutzungen verbindlich anordnen zu können.”

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Free Iran

Nach den vermeintlich gefälschten und heftig umstrittenen Wahlergebnissen und den darauf folgenden Demonstrationen im Juni 2009 ist es im Iran zu schweren und ungesetzlichen Ausschreitungen des Regimes gegen die eigene Bevölkerung gekommen.

Im September 2009 nach einer Kampagne der Rechtsanwältin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi haben die Hamburger IranerInnen sich der von Frau Ebadi initiierten weltweiten Bewegung zur Unterstützung der trauernden iranischen Mütter angeschlossen.

Sie unterstützen angesichts der massiven Menschenrechtsverletzungen, der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung, der unzähligen ungesetzlichen Festnahmen, der Folterungen und Hinrichtungen auch unbescholtener Bürger ohne ordentliche Gerichtsverfahren die Widerstandsbewegung im Land. Jeder Hamburger, der sich gerne beteiligen möchte, kann sich an der Aktion “Solidarität mit den Iranischen Müttern Parke-Lale-Hamburg” beteiligen. Sie stehen jeden Samstag von 15:30 bis 16:30 Uhr auf dem Ida-Ehre-Platz in der Mönckebergstraße.

© Text – Madarane Irani (facebook), Hamburg

© Fotos – Cornelius Kalk, Hamburg

 

Solidaritätsbekundung mit den iranischen Müttern Parke Lale-Hamburg

Solidaritätsbekundung mit den iranischen Müttern Parke Lale-Hamburg

 

 

Solidaritätsbekundung mit den iranischen Müttern Parke Lale-Hamburg

Regimekritiker vereinigten sich im vergangenen Jahr zu einer massiven Gegenbewegung, die als Friedenssymbole die Farbe grün und das Victory-Zeichen verwenden.

 

 

Solidaritätsbekundung mit den iranischen Müttern Parke Lale-Hamburg

Die Demonstrationen finden jeden Samstag von 15:30 bis 16:30 Uhr auf dem Ida-Ehre-Platz in der Hamburger Innenstadt statt.

 

 

Solidaritätsbekundung mit den iranischen Müttern Parke Lale-Hamburg

Jeder kann sich an den Aktionen beteiligen und für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie im Iran seinen eigenen Beitrag leisten. Der Parke Laleh ist ein Park in Teheran, in dem sich dort die trauernden Mütter versammeln.

 

Der Jazz Sommer neigt sich dem Ende entgegen

“Am Friedhofstag am 19. September hat sich der Ohlsdorfer Friedhof wieder als bedeutende Kulturstätte gezeigt. Dies schließt ein, dass die umliegenden Stadtteile einbezogen werden. Der musikalische Beitrag der Gruppe PerGünth im Rahmen des Jazz Sommers Barmbek hat für Publikum gesorgt, die Musik hat mit kräftiger Farbe und entspannter Jazz-Stimmung zum Erfolg des Friedhofstages beigetragen,” schwärmt Lutz Rehkopf von der letzten Veranstaltung des Barmbeker Jazzsommer 2010 auf dem berühmten Friedhofsgelände.

Für die musikalische Begleitung versprühte das Duo ‘PerGünt’ reine Spielfreude vor zahlreichen Gästen am Tag des Friedhofs mit ihren immer wieder überraschenden Kompositionen. Der Saxophonist ‘Andreas Günther’ und der Gitarrist ”Jakob Perko’ bewegen sich dabei innerhalb des Genre Jazz in unterschiedlichen Stilen und erzählen akustische Geschichten mit purer Spielfreude. Neben ihrem Auftritt auf der Bühne sorgt noch das im Umbau befindliche Krematorium für eine wahrlich einzigartige Akustik. Und die vollen und satten Klänge verliehen diesem urigen Friedhof einen ganz besonderen Flair.

Der Experte für die Öffentlichkeitsarbeit, Herr Lutz Rehkopf, weiß denn auch, was die Besucher an diesem noch milden Tag erwarten: “Ein Friedhofsfest ist immer auch ein Fest für die Sinne. Das Publikum erwartet daher solche musikalischen Highlights inzwischen auch auf dem Friedhof. Wir als Veranstalter wissen es den engagierten Musikern sowie der IG Fuhle e.V. zu danken.” Und geht es nach Petra Henze, Geschäftsführerin der IG Fuhle e. V., bedeutet die letzte Veranstaltung auf dem Friedhof, dass diese Reihe noch lange nicht zu Grabe getragen wird.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Das Jazzduo 'PerGünth' gab zum krönenden Abschluß des Jazz Sommers Barmbek ein belebendes Konzert zum Tag des Friedhofs auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Die pure Spielfreude der beiden Musiker lockten die Zuhörer bereits kurz nach dem Eingang an die Bühne.

Nach einer kurzen Pause verlagerten die Künstler ihre Bühne zum Krematorium, das zur Zeit komplett erneuert wird.

Die Baustelle ermöglichte eine ganz eigene Akustik, die immer wieder die Zuhörer ins Innere lockte.

Was das Ohr begehrt

Was gibt es schöneres an einem Samstag als auszuschlafen, zu frühstücken und ein paar Sonnenstrahlen beim Kaffee zu erhaschen. Es ist mittlerweile Anfang September und in den Geschäften verabschiedet sich die sommerliche Dekoration und die Vorboten des Weihnachtsgeschäftes rücken an. Die sonnenhungrigen Barmbeker und Neugierige aus anderen Stadtteilen versammeln sich an diesem milden Tag rund um Hamburgs erste Nougaterie ‘Was das Herz begehrt’, genießen ihre Kaffeevarianten, probieren französischen Nougat und lauschen der Musik des Soulduos ‘Soulsteady’. Dahinter verbergen sich ‘Sasa Jansen’ am Mikrofon und ‘Andreas Bösch’ an den Tasten, die für groovige Live-Interpretation vieler bekannter Lieder sorgen. Von ‘Ain’t nobody’ bis zu ‘Get here’ von Oleta Adams erwachen so einige Klassiker aus den 80er Jahren zu neuem Leben.

“Der Andrang ist höher, als wir erwartet hätten,” schätzt die Betreiberin des charmanten Ladens Frau Azadeh Montazer die Lage ein. “Ich bin von dieser einmaligen Verschmelzung zwischen unseren Freunden, unseren Kunden und vielen Barmbeker Instituionen begeistert und danke insbesondere Petra Henze auch für die Organisation!” Über drei Stunden dauert dieses Event dieses Mal und die Gäste, die den Ort wieder für andere Aufgaben verlassen müssen, haben alle ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Zwischen Nougat und dem weiteren Leckereien genossen die Besitzer vom 'Was das Herz begehrt' mit ihren Kunden und Freunden die spätsommerlichen Sonnenstrahlen mit der musikalische Unterstützung von 'Soulsteady'.

Hinter diesem Soulduo stecken die Sängerin 'Sasa Jansen' am Mikrofon und...

...der Pianist 'Andreas Bösch' logischerweise an den Tasten.

Die Kunden genossen die musikalische Untermalung sehr und sorgten damit auch beim Publikum für eine chillige Stimmung.