Monatsarchiv: Februar 2006

Two crazy guys with their Nikons

Manchmal kommt ein guter Auftrag auch mal sehr kurzfristig. Es war ein Mittwoch Nachmittag, ich befand mich gerade bei guten Freunden, als ein befreundeter Fotograf bei mir anrief und mich fragte, ob ich in der kommenden Woche noch Zeit hätte und ihm assistieren könne. Weitere organisatorische Fragen konnten wir in enger Abstimmung mit unserem gemeinsamen Kunden schnell klären, ich kaufte mir am gleichen Tag noch einen Reiseführer und ab ging es bereits den Sonntag drauf über diesen großen Teich Richtung Washington D.C.

Unsere Mission lautete die Aufnahme von Gebäuden einer großen Fondsgesellschaft, nebst den Sehenswürdigkeiten der Stadt und die Anfertigung von Feature-Bildern. Die Gebäude befanden sich frisch im Portfolio des Emissionshauses, die mit den Bildern ihren Emissionsprospekt visualisieren wollten. Christian hatte dabei den Hut auf und ich half ihm dabei, wo ich konnte, sei als Chauffeur durch die Stadt zu fahren und dabei an den unmöglichsten Stellen kurz anzuhalten, sei es kleine Besorgungen zu erledigen oder auch nur den Kaffee zu organisieren. Sind Sie schon einmal mit einem richtigen Fotografen verreist? Kennen Sie den Wunsch, gerade mal das Objektiv wechseln zu müssen oder geeigneteres Licht abzuwarten? Bei uns war das gegenseitige Verständnis für solche Aktionen natürlich groß. Jeder führte seine eigene kleine Ausrüstung an Nikon-Kamera nebst Zubehör mit, was bei der Einreise bereits zu kleinen Verzögerungen führte. Die Nikon-Gehäuse waren damals zum Glück schon kompatibel, da mußten wir nicht lange überlegen, ob wir analog oder digital fotografieren, die meisten der Auftragsfotos entstanden aber wegen der schnelleren Bearbeitung in digitaler Form.

Genau in der Woche vor unserer Ankunft lag Washington unter einer hohen Schneedecke, mit der wir einzelne Aufnahmen von außen schlecht realisieren konnten, aber das Wetter geriet zunehmend unter Hochdruckeinfluß, der uns an einem Tag sogar frühlingshafte 17° C mitten im Februar bescherte. Daher nutzten wir insbesondere die ersten Tage zur sorgfältigen und vollständigen Belichtung der Bürokomplexe, zunächst nur nebenher später dann ausführlicher widmeten wir uns den Sehenswürdigkeiten und hielten nach charakteristischen Szenen vom urbanen Leben Ausschau. Täglich sammelten wir unsere Fotos, überspielten sie auf Festplatte, sichteten und bearbeiteten die ersten Ergebnisse, die Datensicherung nicht vergessen. Zwischendurch stimmten wir uns mit unserem zunehmend zufriedeneren Kunden ab und abends genossen wir still und heimlich die unzähligen Eindrücke der für uns vorher so fremden Stadt und gingen wegen der gewöhnungsbedürftigen Zeitumstellung früh schlafen.

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© Text und Fotos – Cornelius Kalk

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