Monatsarchiv: Juli 2010

Schatten bevorzugt!

„Die heißeste Veranstaltung, die je in der Buchhandlung stattgefunden hat!“ schwärmt Ulrich Hoffmann ständig ein charmantes Lächeln auf dem Gesicht bei zumindest gefühlten 50° C. Gemeint hat er die bereits sechste Veranstaltung aus der Musikreihe ‚Jazz Sommer Barmbek’ organisiert von der IG Fuhle e.V. in Zusammenarbeit mit dem Harburger Stellwerk.

Die Buchhandlung von Ulrich Hoffmann lud diesmal zu einem sowohl literarischen als auch musikalischen Abend ein. Und trotz der Hitze wurden die Stühle dicht an dicht gedrängt und das Publikum konnte den Worten der Krimi-Autorin Katrin McClean lauschen. Untermalt wurde die Stimme von den Tönen des Pianisten Johannes Bahlmann. Der Roman „Im Schatten des Geldes“ handelt von der Hamburger Polizei-Psychologin Veronika Dorn, die einen längst zu den Akten gelegten Selbstmord doch noch als Mord aufklärt. Denn ihre Intuitition lässt sie nicht los und sie klärt schließlich auch die finanziellen Hintergründe dieses Kriminalfalles.

„Wir hatten eine unglaubliche Resonanz, vor allem kamen Menschen aus anderen Stadtteilen nach Barmbek, was uns sehr gefreut hat.“ Erzählt Herr Hoffmann und nimmt noch einen Schluck seines für die Gäste bereit gestellten Mineralwassers.

Die Spannung auf diese ungewöhnliche Lesung mit den immer passend gewählten Musikstücken war hoch und es kamen trotz der Temperatur weitaus mehr Gäste, die dort mit kostenlosen Erfrischungsgetränken bewirtet wurden. Geduldig harrten sie bis zum Schluß aus und strebten dann wieder in alle Himmelsrichtungen Barmbeks. Das Schlusswort geht damit zurück an Herrn Ulrich Hoffmann: „Durch die IG Fuhle konnte die Jazz Reihe realisiert werden und ich hoffe natürlich sehr auf weitere so hervorragende Ideen.“

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Gastgeber der 6. Veranstaltung der Reihe Jazz Sommer Barmbek mit der Autorenlesung aus dem Krimi ‚Im Schatten des Geldes’ war…

…die Buchhandlung Hoffmann in der Fuhlsbüttler Straße. Es erschienen trotz der hochsommerlichen Temperaturen rund 40 eifrige Leser, die den Worten der Autorin untermalt von Klaviermusik lauschten.

Die Krimi-Autorin Katrin McClean liest aus Ihrem Hamburger Krimi und wird dabei tatkräftig…

…von dem Jazz-Pianisten Johannes Bahlmann am elektrischen Piano unterstützt.

Advertisements

Hofsommerfest: Anrainer, Aktionen, Attraktionen

Der Sommer nimmt seinen Lauf und nicht einmal eine Woche nach der Beendigung der Fußball-WM erlebt Barmbek seinen nächsten Höhepunkt – das Hofsommerfest auf dem Hof vom Museum der Arbeit. Das Programm ist genauso bunt wie die Mischung der Teilnahme an dem Fußballturnier. Nachmittags steht die Familie im Vordergrund, während am Abend das Programm mit Highlights für die langjährigen Barmbekern glänzt. Bei freiem Eintritt fanden zahlreiche Besucher schon am Nachmittag den schönen Fabrikhof zwischen Wiesendamm und Osterbekkanal.

Neben der breiten Versorgung mit duftenden Crêpes, Würstchen oder Getränken, lockten zahlreiche Stände zum Mitmachen ein. Dabei wurden Quietsche-Entchen farbig bemalt, Salz durch Kreide bunt gemischt, geheimnisvolle Tresore geknackt und an Gewinnspielen teilgenommen. Die Kreativität wurde zusätzlich durch ein Mitmach-Theater gefördert, während heranwachsende Ingenieure Brücken bauen konnten. Wer sich austoben wollte, hatte bei einem aufblasbaren Kicker-Feld die Gelegenheit.

Mehr Geschicklichkeit war bei beim freien Klettern den Bohrer Trude hoch gefordert. Begleitet wurden sämtlichen Aktivitäten vom NDR 90,3 gesponserten Bühnenprogramm mit Gruppen aus Norddeutschland und der ältesten Rockband der Welt – den Rattles, die ihr unfassbar 50-jähriges Bühnenjubiläum in diesem Jahr feiern. Obwohl Hamburg an diesem sommerlichen Samstag noch einige Alternativen zu bieten hatte, kamen doch mehr als 2000 Personen auf den Barmbeker Museumshof und feierten noch bis in die späten Abendstunden.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Voll gefüllt war an diesem prächtigen Nachmittag der Museumshof vom Museum der Arbeit in Barmbek

Unter dem Moot ‚Wir sind Hamburg‘ werden solche Veranstaltungen unter anderem durch den NDR mit unterstützt.

Die Rattles bildeten den Hauptact an diesem sommerlichen Tag.

 

Worldmusik oder Fusion? Auf jeden Fall heiß!

Gegensätzlicher konnten die Rahmenbedingungen der zweiten Veranstaltung vom Jazz Sommer Barmbek nicht sein. Während der Auftakt eher durch typisches April-Wetter geprägt war, kam mit dem zweiten Abend der Hochsommer sowohl von der meteorologischen als auch der künstlerischen Seite. Gleich zwei Jazz-Formationen aus Hannover gaben sich die Ehre und führten durch den Geist der legendären Jazzprojekte ‚Mahavishnu-Orchestra’ und ‚Weather Report’.

Punk Jazz vom Weather Report Projekt im Rahmen vom Jazz Sommer Barmbek 2010.

Der österreichische Pianist Joe Zawinul ließ sich von der Vielfalt an Rhythmen und Melodien aus dem afrikanischen und asiatischen Raum inspirieren. Er kombinierte virtuos diese Sounds mit Jazz zu einer ganz neuen Weltmusik. Einen kleinen Einblick in die mannigfache Vielfalt von diesem einmaligen Jazz-Projekt gaben dann die vier Musiker Nils Brederlow – Saxofon, Malte Hollmann – Keyboard, Achim Seifert – Bass und Hartmut Ritgen – Drums während der ersten guten heißen Stunde in der abermaligen Location vom Jazz Sommer Barmbek der Zinnschmelze.

Nils Brederlow am Saxofon.

Hartmut Ritgen am Schlagzeug.

Achim Seifert am Bass.

Malte Hollmann an den Keyboards.

Den Original-Frontman vom Mahavishnu-Projekt John McLaughlin konnten die Hannoveraner nun nicht aufbieten, mit fünf ausgezeichneten Musikern gelang es ihnen aber spielend, durch die a- und polyrythmischen Melodien durch indische Elemente beeinflusst zu jonglieren.

Meeting of Spirits im Rahmen vom Mahavishnu-Projekt.

Der Einfluß dieser neuen Stilrichtung im Jazz, der sich in den 70er Jahren herausgebildet hat, ist groß, weshalb junge Jazz-Musiker vielfach den Standard einfach kopieren und nachspielen. Aber wer behauptet, es handele sich um eine Kopie, war an diesem heißen Tag in der Kulturstätte im Herzen Barmbeks nicht anwesend. Der routiniert wurden übereinander liegende Rhythmen miteinander kombiniert und gekonnt in Szene gesetzt. Wie ein Schmelztiegel der Kulturen passte denn dieser Auftritt der Hannoveraner unverwechselbar zur Vielfalt von Barmbek und nach einer weiteren guten Stunde mit großartigen Musikern ging der zweite Veranstaltungsabend der Reihe seinem Ende entgegen.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Nico Deppisch am Bass.

Florian Pöschko an der Gitarre.

Michael Schultheiss an der Violine.