Archiv der Kategorie: Altona

Hamburger Bezirk

„Wir fragen!“

„Welche Themen interessieren Sie denn heute Abend?“ Temperamentvoll und überzeugt von der Sache, steht diese Frau am Rednerpult und macht es gleich zu Anfang eines Vortrages wie in ihrem Magazin – Sie fragt. Gabriele Fischer, Initiatorin und Gründungsmitglied des Wirtschaftsmagazins ‚brand eins‘ ist am 12. April 2012 zu Besuch beim Business Club Hamburg in der Plangschen Villa an der Elbchaussee.

Gabriele Fischer ist die Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins brand eins. Sie studierte Politikwissenenschaften, Soziologie und Germanistik. Ihre journalistische Karriere begann sie beim Weser-Kurier, wurde dann Redakteurin und stellvertretende Chefredakteurin vom Manager-Magazin. 1998 wurde sie Chefredakteurin von Econy, aus dem später dann brand eins wurde. Sie fungiert auch als Verlegerin des Magazins. (Quelle: Wikipedia)

„Es langweilt mich, die Geschichten immer und immer wieder zu erzählen. Deshalb stelle ich am Anfang heute die Frage nach Ihren Themengebieten, die Sie interessieren.“ Damit dreht die Frau genau wie in ihrem Magazin die Perspektive um. „Was treibt Sie an bei Ihrer Arbeit?“ oder „Sind Sie glücklich?“ sind die typischen Themen, über die die geladenen Gäste gerne Auskunft bekommen.

„Wir fragen!“ Ein Satz, der sich recht banal anhört, wenn man sich aber überlegt, was dahinter steckt, bedeutet das tatsächlich eine Marktnische für das Blatt. Denn die meisten Wirtschaftsjournalisten beschreiben oft eine Situation – zumindest in ihren Artikeln. Nehmen Sie das Beispiel der Diskussion um die Erhöhung der Hartz IV Sätze um 5.- €, eine Debatte, die sich zynisch für manchen Betroffenen anhören muss. Brand eins fragte nach – bei dem Mann, der die Hartz IV Sätze ausrechnet.

„Viele Wirtschaftsthemen sind total verwässert, weil nichts nachgefragt wird. Wir fragen!“ So simpel die Philosophie ist, die hinter brand eins steckt, das Blatt gibt es erst seit 12 Jahren. Am Anfang stand manch einsamer Kampf gegen das Establishment der Wirtschaftsmagazine.

„An der einen Ecke macht ein Laden dicht, weil er pleite ist. Einen Monat später macht ein neues Geschäft auf und es funktioniert. Warum?“ Dieses Beispiel wird in einer größeren Dimension im aktuellen Heft beleuchtet. Darin werden die beiden Konzepte der erfolgreichen Drogeriekette dm mit dem von Schlecker verglichen. Zwei Wettbewerber mit einer ähnlichen Größe und Aufstellung und doch müssen jetzt Tausende Filialen von Schlecker schließen.

Wirtschaftswissenschaften beinhaltet sehr viele abstrakte Modelle, damit die Wirtschaft klar und deutlich abgebildet kann wie eine Karte eine Landschaft auch nicht im Maßstab eins zu eins darstellt. Dazu werden eine ganze Reihe von Annahmen getroffen, die auf die späteren Analysen von Ursache- und Wirkungsbeziehungen eine entscheidende Rolle spielen. Die Philosophie von brand eins stellt diese Annahmen in Frage und klärt über Alternativen auf. „Das bereitet soviel Spaß, dass wir das alle noch eine Weile weitermachen möchten.“ Die Begeisterung von der Frontfrau wirkt echt – authentisch. Die Leser und Abonnenten des Magazins dürfen sich damit noch auf eine Reihe von guten Fragen freuen.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

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Zwei Hamburger Sehenswürdigkeiten auf einen Streich

Was für ein Anblick. Nachdem die Landungsbrücken in Hamburg lange Zeit renoviert wurden, ist die Bauplane um den Turm im Jahr 2011 verschwunden. Dazu wurde im November/Dezember des gleichen Jahres eines der größten Touristenmagneten überholt und liegt selbst im Trockendock von Blohm und Voss – die Queen Mary 2.

Die Queen Mary 2 im Dock von Blohm & Voss vor den LandungsbrüŸcken.

Die Landungsbrücken dienen als Wasserbahnhof mit einer schwimmenden Anlegestelle als zentraler Ausgangspunkt von Hafenfähren und Hafenrundfahrten. Der Turm befindet sich an der Ostseite der Anlage und zeigt neben der Uhrzeit auch den jeweiligen Wasserstand an.

Eine typische Hamburger Kulisse mit prominenter Besatzung – Landungsbrücken, Hafenkräne und die Queen Mary im Dock bei Blohm & Voss.

Der erste Schiffsanleger wurde 1839 errichtet, da damals der Antrieb noch mit Kohle erfolgte und man weit genug vom Land entfernt sein wollte. Die Bauten sind immer noch eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt und auf unzähligen Postkarten befindet sich das allseits beliebte Fotomotiv.

Die Anlage besteht aus einzelnen Pontons, die numeriert sind und als Hausnummer der Souvenirläden, Imbißgeschäfte und Gastronomiebetriebe dienen.

Als Gast in Hamburg immer sehr beliebt – Queen Mary 2

Die Queen Mary 2 wird auch als QM2 abgekürzt und wird von der britischen Reederei Cunard Line als Flaggschiff betrieben. In Hamburg lief das imposante Passagierschiff im Jahr 2004 das erste Mal ein, flankiert von mehreren Hunderttausend Zuschauern. Langsam gleitete es damals in den Hafen, nahm es gekonnt mit den ohnehin wenigen hohen Gebäuden der Stadt auf, bis es mitten im Hafen vorsichtig gedreht wurde.

Inzwischen ist das Kreuzfahrtschiff ein regelmäßiger Stadt auf Anlässen wie Hafengeburtstag oder gar den Cruise Days. Im Juli 2012 findet sogar ein Cunard Day benannt nach der Reederei statt, bei sich die Königin neben ihrer Schwester der Queen Elizabeth im Hamburger Hafen die Ehre gibt.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Besuchstermine 2012 – alle Angaben ohne Gewähr (Quelle: hamburg.de):

  • 13. Mai 2012 Ankunft gegen Mittag, Abfahrt am späten Abend (Besuch beim Hafengeburtstag Hamburg)
  • 20. Mai 2012 Ankunft am frühen Morgen, Abfahrt am Abend
  • 15. Juli 2012 Ankunft am Morgen, Abfahrt am späten Abend (Cunard Day – Gemeinsamer Besuch mit dem Schwesterschiff Queen Elizabeth)
  • 25. Juli 2012 Ankunft am Morgen, Abfahrt am Abend
  • 12. August 2012 Ankunft am frühen Morgen, Abfahrt am späten Abend
  • 19. August 2012 Ankunft am frühen Morgen, Abfahrt am Abend (Besuch bei den Hamburg Cruise Days)

Immer wieder sonntags

Unter freiem Himmel findet auf der Großen Elbstraße sonntäglich zwischen 05:00 und 09:30 Uhr im Sommer und 07:00 und 09:30 Uhr im Winter der berühmte Hamburger Fischmarkt statt.

Neben der Liederzeile „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins,…“ zählt wohl der Marktschrei „Aaale, Aaale, Aaale“ zu den berühmtesten Sprüchen aus der norddeutschen Hansestadt. Seit mittlerweile über 200 Jahren begegnen sich auf dem Fischmarkt jeden Sonntag Marktschreier mit einem lockeren Spruch, Touristen mit Rändern unter den Augen vom frühen Aufstehen, Einheimische mit einem Sinn für Schnäppchen und Nachtschwärmer mit einer Fahne und nicht selten ebenfalls tiefe Ränder unter den Augen. Aber so ist nun mal, wie der Hamburger gelassen auf diese bunte Mischung und das bunte Treiben blickt, das rund 70.000 Besuchern jeden Sonntag aufs Neue zählt.

Neben tiefgekühltem Fisch wird die ganze Palette eines Wochenmarktes neben typischen Souvenirs aus der Hansestadt angeboten.

Es beginnt im Sommer um 05:00 Uhr, wenn die Clubs im nahe gelegenen Kiez damit anfangen, ihre Tore zu schließen. Die Party rockt dann weiter in den Fischauktionshallen, was Frühaufstehern gewöhnungsbedürftig erscheint. Besonders beliebt sind die unzähligen Schnäppchen, die gleich tütenweise davon getragen werden. Ob es Nudeln, Käse, Obst, Wurst oder gar Blumen und Pflanzen sind, bergeweise landet die Ware alle 10 Minuten in Tüten oder Körben und wird für 10.- Euro feil geboten. Kurz vor dem Ende purzeln die Preise noch mal in den Keller und ganze Paletten werden für niedrigste Preise von 2.- Euro für etwa 2 kg Bananen verkauft. Spätestens um 09:30 Uhr ist dann aber endgültig Schluß, die Lautsprecherdurchsage ertönt und keinerlei Ware darf mehr über den Tresen wandern. Zwischen Abfallbergen und Schnapsleichen kehrt die Ruhe wieder an den Hafen zurück und die Geräuschkulisse von verladenden Containern gewinnt die Oberhand.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Jeden Sonntag strömen bis zu 70.000 Besucher und genießen dieses einmalige Hafenpanorama.

Spätestens um 09:30 Uhr geht Sommer wie Winter das bunte Treiben zu Ende und es geht entweder zu weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt und nach einer langen Nacht endlich nach Hause.

All zu nah nach… – was auch immer?

Wer nach Hamburg reist, egal wie lange, kommt kaum um Altona herum. Von der Einwohnerzahl mit der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel vergleichbar vereint der westlichste Bezirk solch unterschiedliche Stadtteile wie die Altstadt, die szenigen und damit sehr beliebten Gegenden Sternschanze und Ottensen sowie die vornehmeren Viertel wie Blankenese. In dieser Konstellation gehört es noch keine 100 Jahre zu Hamburg und ist dennoch nicht mehr wegzudenken.

Blick zur blauen Stunde vom Altonaer Balkon Richtung Elbe – Postmodernes Bürogebäude trifft dort auf das Hafenpanorama.

Der Weg führt uns durch das Galão schlürfende Szeneviertel Ottensen direkt an die Elbe zum Altonaer Balkon. Von hier aus ist die Orientierung prächtig. In Richtung Süden schweift der Blick über die Docklands des Hamburger Star-Architekten Hadi Teherani weiter geradeaus in Richtung Hafen – dem Pulsschlag der Stadt. Hier pocht die Arbeit ununterbrochen, die Kräne sind im Dauereinsatz und unzählige Container wechseln ihren Inhalt. Richtung Westen ahnt man den Fischmarkt, die Altstadt von Altona und jede Menge Fisch. Selbst Ina Müller huldigt mit ihrer Nacht die Folklore der hanseatischen Tradition von Shantychören. Dem Westen gehört Blankenese, wo der Besucher erfährt, wie viele Treppen so ein Gebiet umfassen kann. Und Ottensen, wo der Besucher bereits seinen Galão schlürfen konnte, befindet sich nördlich vom Altonaer Balkon, von wo aus wir einen Ausflug in die Altstadt Altonas unternehmen.

Guter Start mit einer guten Grundlage für einen Rundgang egal zu welcher Tageszeit stellt das Fischerhaus dar. Traditionell hergerichtete Speisen zählen zu den Spezialitäten des Hauses.

Der Fischmarkt selbst, die Haifischbar, die Fischauktionshalle und das Stilwerk sind nur einige der prominenten Vertreter der Backsteingebäude direkt an der Elbe, dort wo bei Sturmflut schnell einige Autos unter Wasser stehen. Etwas weiter Richtung Westen am Fuße der in den 80er Jahren besetzten Hafenstraße liegt ein ehrwürdiges, wenn auch etwas altbackenes Fischlokal Fischerhaus mit seinem gelben markanten Anstrich von außen. Wer dagegen die direkte Lage am Wasser bevorzugt, kann den guten Ausblick aus dem Restaurant ‚La Vela‘ erhaschen. Überhaupt reihen sich entlang der Kühlhäuser an der Großen Elbstraße kleine, rustikale Fischimbisse, wo an Wochenenden Heerscharen von Hamburgern den köstlichsten frischen Fisch verzehren. Unverzichtbar ist ein kühles Blondes in der Haifischbar ein Sammelsurium aus maritimen Gegenständen wie Buddelschiffe oder Rettungsringen.

Im ‚La Vela‘ wird der Gast noch groß geschrieben, Service geht über alles.

Wer lieber gepflegt shoppen gehen möchte, kommt um das Stilwerk nicht herum. Ein buntes Treiben von Möbelgeschäften und Lifestyle-Produkten gehen hier über den Ladentisch – ein Konzept, das es auch nach Berlin, Düsseldorf und Wien geschafft hat.

Die Haifischbar ist ein Tummelbecken nicht nur für die Hamburger Haie.

Nach dem ganzen Heckmeck bleibt der Blick im Fokus des Bummlers. Wieder wird das Lokal von der Wasserkante und den gigantischen Kränen geprägt, doch diesmal etwas höher hinaus, an der oberen Seite der Hafenstraße, wo künstliche Palmen und etwas Rasen die Ruhe zum Einhalten geben sollen.

Typischer Sonntagmorgen in der Fischauktionshalle.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Sankt Pauli Buccaneers – American Football und Sozialprojekt

Headcoach Campino Milligan bei einer Trainingseinheit mit der Jugendmannschaft der St. Pauli Buccaneers.

In Hamburg trainert Headcoach Campino Milligan die Football Mannschaft von St. Pauli. Viele junge Männer finden durch das Training einen neuen Lebensweg.

Vor jedem Spiel sprechen die Buccaneers kniend ein Gebet. Bitten und Danken ist für viele der Spieler eine neue Erfahrung, doch für die neue Richtung, in die sie gehen wollen, krempeln sie ihr Leben um.

Schwere Jungs, die vor dem Spiel alle zusammen beten. Ein Ritual für alle, auf das keiner mehr verzichten mag.

American Football: Das Ende von Drogen, Gewalt und Kriminalität?

Bevor ich zum American Football kam, habe ich viel Zeit totgeschlagen“, erzählt Patrick, 20 Jahre alt. Nick, 19 Jahre alt, berichtet: „Ich habe früher öfters die Schule geschwänzt, hatte Streitereien mit anderen, und mit der Polizei hatte ich auch Probleme.“ Mounir, 18 Jahre alt, äußert sich ähnlich: „Meine Freunde und ich haben vor der Glotze gehangen und Computerspiele gespielt. Aber davon stirbt irgendwann die Seele.“

Aus Patrick, 20 Jahre alt, ist ein ganzer Mann geworden, der sich inzwischen sogar über eigenen Nachwuchs freuen kann.

Alle drei kommen aus Stadtteilen, in denen das Leben für Jugendliche oft perspektivlos ist. Das Ergebnis sind Geschichten, in denen es um Drogen, Gewalt, Kriminalität geht und die oft im Gefängnis enden. Nick hatte Glück. Nach einem Einbruch wurde er zu Arbeitsstunden verurteilt. Als er diese abgeleistet hatte, entschied er sich für die Buccaneers. Dort setzte ein Lernprozess ein, als Headcoach Campino Milligan ihm erklärte, dass er an seine Zukunft denken müsse. Dabei verfügt Milligan nicht über der Allgemeinheit unzugängliche Weisheiten. Er verlangt nur das, was er selbst geleistet hat. Durch seine eigene Geschichte belegt er, dass Aufgeben keine Alternative ist.

Seine Mutter gab ihn früh zur Adoption frei, mit seiner deutschen Familie kam der US-Amerikaner nicht klar. Mit 17 zog er aus, war auf sich allein gestellt. Er hätte auf die schiefe Bahn geraten können, doch er fand Halt im Sport.

Headcoach Campino Milligan steht am Rande des Spielfelds und zieht von seinen Jungs immer wieder neue Kraft und viel Freude. Er stellt für manchen eine Art Vaterersatz dar.

American Football ist ein Integrationssport

Bei allem, was er verlangt, hat Milligan ein effektives Druckmittel. Denn er verbannt alle, die sich nicht an seine Regeln halten, vom Spielfeld. Eine harte Strafe, wenn man hört, was die Spieler über ihren Sport sagen. Linebacker Patrick, der vor fünf Jahren durch seinen Bruder dazukam, bekennt: „Ich liebe diese Sportart. Sie ist Teil meines Lebens.“ Mounir gesteht: „ Ohne Helm fühle ich mich wie eine Frau ohne Handtasche.“

Dass diese Sportart es vermag, junge Männer von der Straße zu holen, hat zwei Gründe: Man braucht Aggressivität und jeder kann American Football betreiben. „Der große, dicke, Breite wird genauso gebraucht wie der kleine, schnelle Dünne“, sagt Milligan. Attribute wie Religion, Hautfarbe und Herkunft sind bei der Aufnahme ins Team unmaßgeblich. Milligan betont, dass die Verbundenheit auf inneren Werten basiert, dass die Buccaneers aus zurzeit 21 Nationen bestehen, dass nicht alle aus problematischen Verhältnissen kommen, dass die Mannschaft trotz alledem funktioniert. „Hier lernt man das Miteinander und das Füreinander“, erklärt Milligan und ergänzt: „Wir haben das Sozialprojekt vor allem durch die Genialität dieses Sports fördern können, denn er integriert so viele Menschen.“

Nick ist 19, geriet schon mal auf eine schiefe Bahn, kümmert sich nun aber als Vorbild um die Jugendlichen in seinem Ghetto. Er ist zwar kein Pädagoge, kennt aber die Herausforderungen des Alltags sehr genau und gilt als leuchtendes Vorbild.

Schule schwänzen und schwarz fahren wird nicht geduldet

Seit der Gründung der Buccaneers im Oktober 2003 war klar, dass auch der soziale Aspekt im Vordergrund stehen solle. Gezielt geht Milligan auf Jugendliche zu, um ihnen diese Sportart nahe zu bringen. So kam Patricks Bruder Igor zur Mannschaft. Er bewies Talent spielte schließlich in den USA.

„Ich möchte, dass möglichst viele in die Staaten gehen. Diejenigen, die hier bleiben, sollen ihre Ausbildung fertig machen und dann möglichst auch in der Nationalmannschaft spielen“, sagt Milligan und fügt hinzu: „Alle sollen zurückblicken und dann sagen können, dass sie eine schöne Jugend hatten.“ Dafür müssen die Spieler zunächst ein zweimonatiges Probetraining bewältigen. Milligan erklärt: „Die Jungs müssen ihre Bereitschaft zeigen, sich in das Team zu integrieren und die Regeln anzunehmen. Sie müssen ihr Leben radikal ändern.“

Mounir, 18 Jahre alt kommt aus einem Hamburger Stadtteil, in dem das Leben für Jugendliche an vielen Tagen eintönig, meistens schwierig und nur allzu oft perspektivlos ist.

Um einen Spielerpass zu bekommen, müssen die Freibeuter regelmäßig zur Schule gehen und kriminelle Aktivitäten, auch schwarz fahren, einstellen. Gebrandschatzt wird nur noch auf dem Spielfeld. Damit das funktioniert, hält Milligan Kontakt zu Eltern und Lehrern. Er sagt: „Die Ausbildung steht immer an erster Stelle.“ So hat Patrick eine überbetriebliche Ausbildung zum Instandsetzungsmechaniker gemacht und strebt nun einen Realschulabschluss an. Punktemacher Nick hat ein Berufsvorbereitungsjahr absolviert und arbeitet in einem Schuhgeschäft, in dem er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beginnen kann. Für alle, die das Probetraining schaffen, verändert sich viel. Patrick erzählt: „Seitdem ich hier bin, habe ich gelernt, etwas mit ganzem Herzen tun.“

Campino kann jeden Jungen gebrauchen. American Football ist eine Sport, in der es für jede Statur eine Position gibt. Dadurch erhalten viele Jugendliche eine neue Perspektive und sie lernen, eigene Ziele zu verfolgen.

Gute Manieren, das vierte Gebot und neue Freundschaften

Das liegt vielleicht daran, dass er von Menschen umgeben ist, die sich kümmern. Denn hinter Milligan steht ein Team, das sich um Abläufe, Organisation, Pressearbeit und Sponsoren kümmert. Darüber hinaus trainieren weitere Coaches die Läufer, Receiver, Werfer und Kicker, die Angriffs- und Verteidigungslinie sowie die Rückraumverteidigung. Milligan erklärt: „Die Jungs geben uns ihre Zeit, und darum wollen wir sie während des Trainings so gut wie möglich coachen und ihnen so viel wie möglich beibringen.“

Für Milligan sind das auch guter Umgangston und Manieren Und dann ist da noch das vierte Gebot. „Campino hat mir klar gemacht, was meine Mutter dazu beisteuert, dass wir hier mitmachen können“, berichtet Patrick. Dann erzählt er, dass seine Mutter trotz zwei Jobs die Zeit findet, ihre Söhne zum Training zu fahren.

Viele Eltern freuen sich, dass ihre Sprösslinge einen neuen Freundeskreis innerhalb des Teams aufbauen. Nick, der vor drei Jahren zu den Buccaneers kam, sagt: „Ich grüße meine Freunde von früher noch, aber ansonsten halte ich mich da aus allem raus.“

„American Football ist ein Teil von mir.
Ohne Helm fühle ich mich wie eine Frau
ohne Handtasche.“

Milligans Traum: Junge Männer ohne Vorstrafen

Trotz dieser positiven Bilanz verfügt die Mannschaft über keinen eigenen Platz. Die aus 57 Spielern bestehende Jugendmannschaft trainiert an zwei Abenden am Millerntor, davon einmal zusammen mit den 42 Herren. Die müssen an einem weiteren Abend nach Eidelstedt ausweichen. Insgesamt eine frustrierende Situation. „Wir brauchen endlich einen Heimathafen. Wir brauchen die Stadt, und die Stadt braucht uns. Wenn wir zusammenarbeiten würden, könnten wir vieles realisieren und die Mannschaft könnte zum Vorzeigeobjekt werden“, meint Milligan.

Vorzeigeobjekt und Inspiration für Football Mannschaften in anderen Städten zu sein, ist Milligans Traum. Er möchte Jungen, die Probleme haben und bereiten, von der Straße holen und würde sich über Nachahmer freuen. Er wünscht sich einen Ort, wohin diese Jungen direkt nach der Schule gehen können, um dort zu essen, Hausaufgaben zu machen und zu trainieren. Er möchte ihnen die Förderung und die Zuneigung geben, die sie brauchen, um mit Anfang 20 als gestandene Männer, ohne Vorstrafen, da zu stehen.

Es ist Milligans Traum, Vorzeigeobjekt und deutschlandweit Inspiration für andere Mannschaften zu sein. Er möchte das Team vergrößern sowie die Betreuung ausbauen. Sein Plan ist es, bereits mit den Acht- bis 14-Jährigen zu trainieren. Er stellt sich einen Ort vor, an dem Jungen nach der Schule essen, Hausaufgaben machen und dann trainieren können. Er möchte ihnen die Förderung geben, die sie brauchen, um mit Anfang 20 ohne Vorstrafen dazustehen.

Text
Bettina McDowell
Kaudiekskamp 5
22395 Hamburg
Telefon 040-60450646
E-mail mail@mcdowellpr.de
Web www.mcdowellpr.de

Fotos
Cornelius Kalk
Beimoorstraße 11
22081 Hamburg
Telefon 040-3570 6477
E-mail kalk@bewegende-bilder.de
Web www.bewegende-bilder.de

Street Photography

Vor 15 Jahren war es für die meisten immer noch neu, überall mobil erreichbar zu sein. Heute ist man mit iPads, iPhones oder Smartphones anderer Hersteller nahezu immer online. Und ob es gut ist oder nicht, der Leistungsdruck innerhalb unserer Gesellschaft ist doch stetig gewachsen und einigen fällt es mittlerweile schwer, da mitzuhalten. Totale Erschöpfung ist da nur eine der Folgen, die Wartelisten für Therapieplätze steigen ständig und damit steigt auch der volkswirtschaftliche Schaden erheblich an.

Dieses Foto entstand zwischen dem Haspa Marathon und dem Spiel der St. Pauli Buccaneers an einer U-Bahn-Station mitten in Hamburg.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk – Fotografie

Die Welt dreht sich schneller und doch brauchen wir immer wieder Ruhezonen, die uns unsere eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und spüren lassen.

„Wir nehmen uns die Stadt“

Prolog

Die Verwandlung der Sternschanze vom alternativen Viertel zum angesagten Stadtteil sorgt immer wieder für Zündstoff. Das Mietniveau stieg in den letzten Jahren an, wobei der Verdacht aufkommt, dass ein künstlich niedrig gehaltenes Angebot die Mieten noch weiter nach oben treibt. In diesem Zusammenhang taucht in der öffentlichen Berichterstattungimmer öfter der Name des Immobilienbesitzer Ernst August Landschulze auf, dessen Wohnungsverwaltung bis heute nicht zu einer eigenen Stellungnahme bereit ist.

Besetztes Haus in der Juliusstraße 40 Ecke Schulterblatt.

Besetztes Haus in der Juliusstraße 40 Ecke Schulterblatt.

Am Samstag, den 16. Oktober,  kommt es am Nachmittag zu einer Hausbesetzung durch sieben Personen in dem Eckhaus Juliusstraße, Schulterblatt. Das Haus wurde aufwendig renoviert, heute stehen dort Wohnungen leer – teilweise seit Monaten. Als Begründung durch den Eigentümer heißt es dazu in der Presse, die Bauarbeiten und Sanierungsmaßnahmen würden sich eben länger hinziehen als ursprünglich geplant.

Samstag, 16.10. 17:34 Uhr

„Wir nehmen uns die Häuser“

Unter diesem Stichwort wird von einem Email-Account eine Presseerklärung an die Hamburger Medienlandschaft verschickt. Es klingt nach einem Pranger für Miethaie: „Nicht nur Hamburger Normalzustände: Steigende Mieten, zunehmender Mangel an günstigen Wohnungen, Luxussanierungen und Neubau von immer mehr Eigentumswohnungskomplexen – auf der anderen Seite Leerstand von über 1 Million qm Büroraum, erstaunlicherweise jedoch auch von mehr und mehr Wohnungen.“ Neben einem Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration vom 23.10. enthält die Pressemitteilung noch einige Details über die Renovierungsarbeiten. „Im Schneckentempo werden einzelne Fliesen verlegt und sonstige Arbeiten hinausgezögert, um gegenüber dem Bezirksamt den Rücken frei zu haben. Dieses schnieke, frisch renovierte Gebäude führen wir heute wieder einer Nutzung zu!“

In dem Haus ist eine Wohnung bewohnt, während die anderen teilweise seit Monaten aufgrund von angeblichen Sanierungsarbeiten leer stehen.

17:57 Uhr

Der FC St. Pauli hat in der Saison 2010/11 sein erstes Heimspiel gewonnen. Die ersten Fans treibt es in Richtung Sternschanze. Das Eckhaus Juliusstraße 40/Schulterblatt sieht besetzt aus. Transparente mit Sprüchen wie ‚Miethaie zu Fischstäbchen‘ hängen draußen. Auf einem Balkon werden Lautsprecherboxen aufgestellt und die Musik aufgedreht. Die dröhnende Musik ist noch weit in der Susannenstraße hörbar. Von den mutmaßlichen Besetzern des Hauses lassen sich einige ab und zu auf den Balkonen der verschiedenen Wohnungen blicken. Vor ihren Gesichtern tragen sie Masken, wobei Einzelheiten kaum zu erkennen sind. Von der Polizei ist weit und breit nichts zu sehen. Die Stimmung ist weder angespannt noch aggressiv, eher friedlich.

Am Samstag, den 16. Oktober besetzen laut Polizeiangaben 7 Personen mehrere der leer stehenden Wohnungen und…

18:15 Uhr

Vier von den Besetzern halten sich nun fast die ganze Zeit auf den Balkonen auf. Quer zum Schulterblatt wird ein weiteres Transparent aufgehängt. ‚Wir nehmen uns die Stadt‘, steht dort in großen roten Buchstaben auf weißem Untergrund. Noch läuft der Verkehr auf dem Schulterblatt relativ normal, einige Passanten stehen drum herum und sehen schaulustig zu. Vereinzelt sieht man St. Pauli Fans erkennbar an ihren Schals. Von der Polizei ist nach wie vor keine Spur zu erkennen. Nicht einmal ein Streifenwagen läßt sich bis dahin blicken.

…hängen Transparente mit politischen Parolen aus. Der Protest richtet sich gegen steigende Mieten und den scheinbar unerklärlichen Leerstand auf der anderen Seite.

19:35 Uhr

Die Polizei ist zwei Stunden nach Beginn der Besetzung mit einer ganzen Hundertschaft und zwei Wasserwerfern angerückt. Das besetzte Eckhaus wird weitestgehend von der Vorderfront von Polizisten mit weißen Helmen umzingelt. An der Ecke vom Schulterblatt brennt eine kleine Feuerstelle, die vom Wasserwerfer aus gelöscht wird. Ab und zu fliegt vom Balkon des besetzten Hauses ein Feuerwerkskörper in Richtung Straße, der dann sofort gelöscht wird. Aus den Kneipen und Gaststätten zieht es viele Schaulustigen auf den Platz, die Aufnahmen mit ihren Handys machen. Der Verkehr durch das Schulterblatt ist längst zum Erliegen gekommen. Die Menge selbst verhält sich friedlich und auch die Polizei reagiert auf keine Provokation bis zu diesem Moment.

Zu dem Einsatz gehören zwei Wasserwerfer, vor denen drei Demonstranten eine kleine Sitzblockade errichten.

Der Verlauf der Besetzung ist zunächst friedlich, bis…

19:39 Uhr

Das Transparent ‚Wir nehmen uns die Stadt‘ liegt auf der Straße, wo inzwischen einige Personen eine Sitzblockade angefangen haben. Die Feuerstelle vor dem Haus lodert vor sich hin, beide Wasserwerfer zielen auf die friedliche Menschenmenge, die sich vor der Gastronomien auf der Plaza zwischen dem Transmontana und dem bedford angesammelt hat. Zu einem Einsatz eines der Wasserwerfers gegen Personen ist es dagegen nicht gekommen. Die Polizei bittet über Lautsprecherdurchsage um Auflösung der Zuschauermenge und warnt vor der Behinderung der Polizeiarbeit. Immer mit einem Auge auf die Zielrichtung der Wasserspender lassen sich noch gute stimmungsvolle Fotografien anfertigen. Die Wohnungen selbst sind nach wie vor nicht geräumt, aber mittlerweile liegt wohl eine offizielle Anzeige wegen Hausfriedensbruch vor.

…auf den temporären Einsatz der Wasserwerfer, die kleine Brandherde durch Feuerwerkskörper verursacht, sofort löschen.

19:48 Uhr

Die Wasserwerfer zielen nun eindeutig auf die friedliche Menge am Rande des Geschehens, die Sitzblockade provoziert, worauf die Polizei mit großer Gelassenheit reagiert. Auf die kleinen Brandherde auf dem Schulterblatt durch Feuerwerkskörper reagiert die Einsatzleitung gezielt mit Löscharbeiten aus den großen grünen Wassertanks. Die ersten Stimmen werden laut, ich möchte doch nur nach Hause und schnell ins Bett.

Selbst auf milde Provokationen reagiert die Polizei zunächst gelassen und unternimmt nichts.

Aus dem umliegenden Trubel strömen zahlreiche Schaulustige zum Schulterblatt, die das Geschehen mit ihren Handys aufmerksam verfolgen.

20:00 Uhr

Die Medien zeichnen intensiv die Vorkommnisse auf. Noch kann man gewaltfrei die Szenerie passieren.

20:23 Uhr

Die Abriegelung des besetzten Eckhauses ist massiver geworden. Die schaulustigen Menschen stehen noch friedlich da und schauen zu. Vereinzelt hört man Glas gegen Metall aufschlagen, wobei wahrscheinlich Flaschen gegen die Wasserwerfer geworfen werden. Kein Polizist steht dort ohne Helm und schützende Kleidung. Die Lage scheint eher immer noch weitestgehend entspannt zu sein und ob die Besetzer im Haus sind oder die Wohnungen inzwischen geräumt sind, vermag kaum einer richtig beurteilen zu können.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist ohne weiteres ein vorsichtiges Annähern an die Absperrung möglich.

20:34 Uhr

Auf einmal kommt Bewegung auf die Straße. Unter den bis dahin friedlichen Schaulustigen nimmt wie aus dem Nichts aufgetaucht ein Einsatzkommando der Polizei Stellung, die sich von den friedlichen Weißhelmen durch schwarze Helme unterscheiden. Ich erkenne sowohl eine Spraydose mit der Aufschrift ‚Polizei‘, als auch Schlagstöcke und geballte Fäuste unter den Schwarzhelmen. Durch diese provokanten Gesten kippt die Stimmung unter den Schaulustigen und eine merkwürdige Mischung aus Protest und Trotz macht sich breit. Darauf reagiert wiederum die Polizei unmittelbar mit ihrem nassen Kommando und spritzt wahllos zwischen die Leute. Der Einsatz dauert keine zwei Minuten, dann sind deutlich mehr schwarze Helme und nur noch verstreute Passanten erkennbar. Mit der Ausdünnung der Menschenmenge wird der Einsatz vom Wasserwerfer kurz unterbrochen. Von der Südseite vom Schulterblatt möchten Passanten die Susannenstraße in sicherem Abstand zur Polizei queren, was durch einen erneuten Warnschuß aus der grünen Kanone beantwortet wird.

Kurz nach halb neun taucht ein Einsatzkommando der Polizei auf, die sehr provozierend auf die Personen wirkt.

Die Beamten in schwarz sind mit Sprühflaschen und Schlagstöcken offenbar für einen unmittelbaren Einsatz bereit. Hier ein Ausschnitt aus einer der Aufnahmen.

Die Polizei in grün verhält sich nach wie vor gelassen, während es nun…

…zum unnötigen Einsatz der Wasserwerfer kommt. Die umstehenden Menge löst sich schnell auf.

20:52 Uhr

Die Lage hat sich beruhigt, das Einsatzkommando mit ihren schwarzen Helmen ist wieder im Schutze der Dunkelheit verschwunden. Eine Anfrage über den Sinn von Ihrem Einsatz bei der Pressestelle der Polizei bleibt bis heute unbeantwortet. Der Einsatzleiter vor Ort verweist selbst auf die Pressestelle der Polizei. In deren Pressemitteilung heißt es zu diesen Ereignissen: „Bei der Festnahme drei weiterer Tatverdächtiger am Einsatzort Schulterblatt/Juliusstraße, wurden die Beamten aus einer Gruppe von ca. 150 Personen wiederum mit Flaschen beworfen, woraufhin es nochmal zum Wasserwerfereinsatz kam. Ein Beamter wurde bei dem Bewurf durch Glassplitter verletzt.“ Der sehr provozierende Einsatz der Schwarzhelme wird nicht mit einer Silbe erwähnt.

Die Beamten mit den weißen Helmen sichern weiterhin die Wasserwerfer. In dem besetzten Eckhaus ist es nun friedlich und keine halbe Stunde später rücken denn auch die Wasserwerfer und die dazugehörige Hundertschaft ab.

Der Einsatz dauert keine fünf Minuten und das Einsatzkommando verschwindet so schnell, wie es gekommen ist. Die Lage scheint nun unter Kontrolle zu sein. Aber ob der Einsatz gegen die Schaulustigen wirklich notwendig war, bleibt bis heute zweifelhaft.

Epilog

Stellungnahme vom Landesverband der NPD zu den Ereignissen: „Weitere 300 linkskriminelle Personen befanden sich auf der Straße vor dem Gebäude.“

Online-Ausgabe der Hamburger Morgenpost zu den Vorkommnissen: „Etliche Passanten kritisierten das Vorgehen der Beamten. „Die Miteigentümerin des Hauses hat Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Deshalb mussten wir handeln“, sagt Polizeisprecher Mirko Streiber. Es sei zum Einsatz von Wasserwerfern gekommen, weil mit Böllern und Flaschen geworfen wurde.

Presseerklärung des Vereins Mieter helfen Mietern vom 19.07.2010: „MIETER HELFEN MIETERN hat Leerstands- und Zweckentfremdungsanzeige in weiteren 23 Fällen erstattet. Die meisten der Wohnungen stehen länger als ein Jahr leer, ohne dass die zuständigen bezirklichen Ämter eingegriffen hätten. Die Wohnungen liegen in der Susannenstraße, Beim Grünen Jäger, am Neuer Pferdemarkt, in der Otzenstraße und ein Stadthaus in der Wohlers Allee. Neben dem schon bekannten Vermieter E.A. Landschulze, lassen Eigentümer wie Köhler & von Bargen und die GbR Ramke/Baas/Böttcher Wohnungen leerstehen.“

Presseerklärung der GAL-Fraktion vom 21. Oktober 2010: „Beschluss im Stadtentwicklungsausschuss 
Spekulativer Wohnungsleerstand wird bekämpft 
  
Der Stadtentwicklungsausschuss hat gestern Abend mit den Stimmen aller vier Fraktionen einen Antrag zur Bekämpfung von spekulativem Wohnungsleerstand beschlossen. Ziel ist es, Verwaltungsverfahren bei Leerständen zu beschleunigen. Außerdem soll der Senat die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um bei längeren Leerständen Zwischennutzungen verbindlich anordnen zu können.“

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Carrotmob

Ein Carrotmob ist ein „Buykott“ oder Anti-Boykott also ein verabredetes Konsumieren zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dies schafft Mehrwerte und echten Nutzen. Man kauft, was man eh braucht zusammen und an einem bestimmten Ort und tut damit Gutes.

Carrotmob in Hamburg beim türkischen Gemüsehändler Yesilirmak in der Schanze

Die Organisatoren wählen vorher den Laden aus mehreren Mitbewerbern aus. Der Bewerber der sich bereit erklärt, den größten Prozentsatz des Tagesumsatzes in nachhaltiges Wirtschaften zu investieren, gewinnt. So könnte der Laden z.B. auf Ökostrom umsteigen, Energiesparlampen und Ökopapier nutzen, eine konsequente Abfallentsorgung einführen, Fairtrade Kaffee verkaufen, eine Solaranlage bauen oder ein Teil des Sortimentes auf Bio umstellen!

Das Team vom Carrotmob und vom Gemüsehändler.

Es sind 1.673,25€ an Einnahmen in vier Stunden Carrotmob zusammengekommen und 276 Carrotmobber hat die Kasse drinnen gezählt.Somit sind 669,30€ für das Klima zusammengekommen! Hamburg das war ein großartiger Start!

Das gut sortierte Kühlregal mit einer Mischung aus Lebensmitteln unterschiedlicher Herkunft.