Archiv der Kategorie: Barmbek

Barmbek wandelt sich – Quartier 21

Barmbek als Stadtteil Hamburgs muß man einfach mögen. Backstein als Baumittel zieht sich durch alle Straßen durch, auch das ehemalige Barmbeker Krankenhaus bestand überwiegend aus Backsteinbauten. Die Klinik selbst heißt neuerdings Asklepios und hat längst neue moderne Räume bezogen. Zurück blieben die alten genau 21 Gebäude, die in den letzten Jahren eine erstaunliche Renaissance durchmachten.

Inmitten der vorhandenen Parklandschaft entsteht in Hamburg-Barmbek das neue Quartier 21.

Das Konzept sah ein generationsübergreifendes Wohnen und Arbeiten in dem Gebiet des ehemaligen Krankenhauses vor. Wo vorher unter anderem die Geburtsstationen waren, sollten neue Flächen für Büros, Gastronomie, Einzelhandel und zum Wohnen entstehen. Barmbek erhält somit zwischen dem Rübenkamp, der Fuhlsbüttler Straße und dem Hartzloh ein völlig neues und auch einmaliges Stadtbild. Umgeben sind die aufwendig modernisierten Bauten vom alten Baumbestand wie über 100 Jahre alte Kastanien und Eichen. In welchem quasi Neubaugebiet gibt es bereits so eine vorhandene Parklandschaft, die nur eingebettet werden mußte?

Die 21 Gebäude wurden aufwendig saniert und neuer Wohnraum wurde geschaffen.

Gerade die großzügig angelegten Freiflächen zwischen den Gebäuden waren oft für einen reibungslosen Krankenhausalltag eher hinderlich. Deshalb zog das AK Barmbek komplett in den Neubau der Asklepios-Klinik. Neben der Verkehrsberuhigung nebst der zentralen Lage zu wichtigen S-Bahn-Haltestellen und dem alten Baumbestand zählen die Grünflächen inzwischen zu den Alleinstellungsmerkmalen vom neuen Quartier 21 – benannt nach der Anzahl der vorhandenen umgebauten Gebäuden.

Neben den jungen Familien wurde extra ein Seniorenpflegezentrum eingerichtet, damit allen Bewohnern ein angenehmes und individuelles miteinander wohnen ermöglicht wird.

Die Bedenken und Vorurteile waren dennoch groß. Barmbek als eher bodenständiger Stadtteil mit moderaten Mieten sollte nicht auch noch der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Dabei hatte die Fuhlsbüttler Straße – in Hamburg auch als liebevoll als ‚Fuhle‘ bezeichnet – in den letzten Jahren mit einem zunehmend schlechteren Image zu kämpfen. Immer schon leicht gegen die Hamburger Straße als Einkaufsstandort zurück bleibend, zogen immer mehr 1-Euro-Läden und Filialen in die einst beliebte Einkaufsstraße. Aber momentan ist eher das Gegenteil der Fall, denn heruntergekommene Läden auf der anderen Straßenseite gegenüber vom Quartier schließen reihenweise. Ob allerdings eine Sanierung und eine steigende Qualität vom Angebot gleich bedeutend mit exorbitanten Mieterhöhungen einhergeht, bleibt  abzuwarten.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Mit diesem neuen Konzept der integrativen Quartiersentwicklung bildet sich automatisch wieder mehr ein dörflicher Charakter innerhalb vom Quartier.

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In der Warteschleife – Teil 6

Kunst als Ein-Euro-Job?

Nur, wenn es anders nicht geht.

Drei etwas andere Künstlerportraits.

17 Quadratmeter, selbst gestrichen

Wer auf der Veddel schon einmal durch den S-Bahntunnel gegangen ist, der kennt Originale von Martin Götze. Dort hat die KOM von 2009 bis 2010 ein Walldesign-Projekt durchgeführt. Er war einer der Maler. Das erfahren wir, als wir ihn zu Hause besuchen. „Möchten Sie Pfefferminztee oder Kräutertee?“ fragt er.

Wir setzen uns. „Größer wird es nicht“, sagt Herr Götze. Siebzehn Quadratmeter ist seine Wohnung klein. „Aber das Bad und die Küche haben Fenster, weil die Wohnung am Rand liegt“, erklärt er. In eine größere Wohnung umziehen kann er nicht, so lange er von Hartz IV lebt. Theoretisch könnte er maximal 45 Quadratmeter bewohnen. Parktisch sitzen wir auf seiner Schlafcouch vor dem Hocker, der als Tisch dient. Einen Schreibtisch mit Fernseher hat er in der Ecke stehen und einen gepolsterten Bürostuhl. Die Wände sind hellgrün mit einem Streifen in Apricot, der den Raum auf etwa auf einem Drittel Höhe einrahmt, gehalten. Ohnehin ist es sauber und ordentlich.

Eine Wohnung mit 17 Quadratmetern Fläche stimmen uns nachdenklich, aber es geht.

Eine Wohnung mit 17 Quadratmetern Fläche stimmen uns nachdenklich, aber es geht.

„Es ist ein Hobby, du musst ja nicht davon leben“ habe ein Schlossermeister zu ihm gesagt, als es um den Preis seiner Bilder ging. „Die Leute wollen nur die Materialkosten zahlen“, erzählt Herr Götze. Er würde gern davon leben können. Das Bild mit der Moritz stand drei Wochen in einem Buchladen im Schaufenster und die Kunden haben nach dem Preis gefragt. 300 Euro waren zu teuer, nun steht es an die Wand gelehnt in seiner Wohnung. Eineinhalb Monate habe er daran gemalt. „Das sind 50 Cent die Stunde, wenn man das mal umrechnet“, sagt er. „Vielleicht werde ich entdeckt“ fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Herr Götze macht Fotos, die er dann als Vorlage nimmt. Für die Bilder im Veddel-Tunnel waren es 700, von denen er 300 als Vorlagen ausgewählt hat. „Für das Schilf habe ich Gras fotografiert. Ich bin ganz nah ran gegangen“ erklärt er und zeigt eine Postkarte mit seinem Motiv. „Ich habe gesehen, wie eine Möwe einer Ente das Brötchen aus dem Schnabel geklaut hat“, erzählt er. Den „Überfall aus der Luft“ habe er nicht fotografieren können. Die Kamera habe zu langsam ausgelöst.

Aufgeben, gehört nicht zu seinem Charakter, das zollt uns Respekt.

Aufgeben, gehört nicht zu seinem Charakter, das zollt uns Respekt.

Das riesige Bild mit den beiden Engeln liegt zusammengerollt im Schrank. Herr Götze malt gern großformatig. „Wie groß kann man malen?“, das habe er probiert, erzählt er. Drei Wochen hat er gebraucht. „Das ist einfach, man hat ja nur große Flächen“, sagt er. Einen Haken gibt es doch, gibt er zu: „Man muss aufpassen, dass man die Perspektive nicht verhaut.“

Martin Götze wird ein Vorstellungsgespräch bei einer Verleihfirma haben. Wäsche für eine bekannte Modemarke sortieren, in Moorfleet. Er erklärt: „Die kennen mich ja schon, da kann ich es doch noch mal probieren.“

Drei Meinungen über die Arbeitslosigkeit

Während der Gespräche mit den Künstlern habe ich nicht das Gefühl, mit Arbeitslosen zu sprechen. Ich spreche mit drei sehr beschäftigten Menschen, die eine Meinung zur Arbeitslosigkeit haben, die aktiv durchs Leben gehen und ich spreche mit Menschen, die malen. Die sich einbringen möchten, die auf sich aufpassen und zur Gesellschaft etwas beitragen möchten. Sie warten aktiv auf ihre nächste Chance.

Ende

© Text Sigrun Friederike Priemer | © Fotos Cornelius Kalk

In der Warteschleife – Teil 5

Kunst als Ein-Euro-Job?

Nur, wenn es anders nicht geht.

Drei etwas andere Künstlerportraits.

Zwei Katzen und „die Maler“

Grün ist die Nachbarschaft von Martina M. Sie wohnt in einer Wohngemeinschaft mit ihrem Mitbewohner und zwei Katzen. Die helle Küche ist gemütlich. „Die Katzen dürfen viel bei uns“, erläutert sie. Säckchen und Lenny schauen sich den Besuch genau an. „Die Tiere sind psychisch wichtig für mich“ erklärt sie. Obwohl die Katzen tatsächlich ungestört auf den Tisch dürfen, wirkt das nicht unangenehm.

Martina M. mit ihrem ausgezeichneten Bild, das ihre Erfahrungen mit Hartz IV darstellt in ihrer eigenen, die sie mit zwei Katzen teilt.

Die Wände sind mit eigenen Bildern dekoriert. Besonders gern schaut M. aus dem Küchenfenster. Sie wohnt im obersten Stockwerk und hat einen unverstellten Blick auf den Himmel über dem großen Innenhof. Martina M. zeigt ihre Skizzenbücher. „Ich male assoziativ“ erklärt sie. In der KOM hatte sie an einem Kochbuch mitgearbeitet. Laut Richnow, war sie diejenige, die die Gruppe motiviert hat und sehr viel beigetragen hat. Zum Thema Kochen und Kochbuch fallen ihr gleich mehre Beispiele ein: „Die Wut kocht hoch“, „Hunger und seelischer Hunger“, „ohne Essen würden wir nicht leben“. Sie sagt auch: „Ich mache etwas, das nicht nachgefragt wird.“

An der U-Bahn-Station Saarlandstraße kann der aufmerksame Beobachter die Künsterlin mit ihrem Skizzenbuch treffen. In jeder Minute Wartezeit entstehen neue Ideen und Gedanken, die sogleich im Buch festgehalten werden.

An der U-Bahn-Station Saarlandstraße kann der aufmerksame Beobachter die Künsterlin mit ihrem Skizzenbuch treffen. In jeder Minute Wartezeit entstehen neue Ideen und Gedanken, die sogleich im Buch festgehalten werden.

Martina M. hatte beim ersten Treffen davon erzählt, dass sie in der U-Bahn in ihr Skizzenbuch male. Wir fahren mit ihr die Strecke von der Saarlandstraße bis zu den Landungsbrücken. Alle sind sich einig, dass es die schönste U-Bahnstrecke Hamburgs ist, weil die Bahn hier überirdisch fährt. Die Sonne scheint. Martina M. setzt sich auf die Holzbank in der Station und macht uns vor, wie sie malt. Drei Minuten später steigen wir ein und setzen uns. Sie schaut sich um, und schlägt das Buch auf, der Fotograph knipst und ich schaue zu. Hinter ihr sitzt ein Pärchen, das uns beobachtet und versucht freundlich zu schauen, falls es mit auf das Foto kommt. „Es ist schwierig, zu schweigen, mit Leuten, die man gar nicht so gut kennt“, kommentiert sie die ungewöhnliche Situation. Es bleibt nicht beim Schweigen. „Bitte schreiben Sie, dass ich Irene Velthuis dankbar bin. Sie hat mich wieder ans Malen herangeführt“, sagt sie. Vor zehn Jahren in der Malschule habe sie begonnen ihren Weg zu gehen. Sie erläutert wie sie sich inspirieren lässt. Sie sehe Werbeanzeigen, komische Mäntel oder Gesichtsausdrücke von anderen Fahrgästen und dann malt sie. Einfach so, ein Gesicht, einen Bogen darum.

Die Inspiration kommt von überall her.

Martina M. selbst hat sich der Gruppe „Die Maler“ angeschlossen. Die nächste Ausstellung wird geplant. Wie in der KOM auch, schätze sie den Austausch. „Eingebunden sein, das Soziale, das tut gut“, findet sie.

Teil 6 folgt…

© Text Sigrun Friederike Priemer | © Fotos Cornelius Kalk

Hertie-Gebäude – Schandfleck in Barmbek mit drei Eigentümern?

 

 

Politik am Ende des Lateins

Vor mittlerweile knapp 2 Jahren machte Hertie das Licht aus in der Fuhlsbüttler Straße. Trotz aller anfänglichen  Euphorie mit dem Leitspruch „Zum Glück gibt’s Hertie“ scheint die blühende Zeit der mittelgroßen Kaufhäuser endgültig vorbei zu sein. Dabei liegt das Gebäude sehr zentral am größten Umsteigebahnhof im Hamburger Osten im Herzen von Barmbek und verhalf auch der Fuhle zu mehr Glanz. Doch nun ärgern sich immer mehr Barmbeker über diesen leerstehenden Schandfleck, um den sich außer einem Makler in Berlin keiner mehr zu kümmern scheint. Auf Initiative einiger ortsansässiger Gewerbetreibender formierten sich Barmbeker Bürger, die zumindest etwas Licht in diese scheinbar aussichtslose Lage bringen wollten.

Stein des Anstoßes ist das seit knapp 2 Jahren leer stehende Hertie-Gebäude am unteren Ende des Fuhlsbüttler Straße.

Die ersten sechs Unterstützer dieser Initiative um den Unternehmensberater Giovanni Sciurba wünschten sich mehr Transparenz über die Pläne und Vorschläge für die runden 10.000 qm und erhöhten den Druck auf die Politik und den Bezirk, in dem sie zu einer Diskussionsveranstaltung der Auferstehungskirche einluden. Diesem Ruf, der durch die Interessensgemeinschaft der Fuhlsbüttler Straße IG Fuhle e.V. noch verstärkt wurde, folgten 250 Personen, die sich am Mittwoch in dem Gemeindesaal einfanden. Und kein geringer als der Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch neben Vertreter der 5 namhaften Parteien nahmen neben Ulrich Hoffmann und Giovanni Sciurba Platz, die damit anfingen, die Fragen laut auszusprechen, die ganz Barmbek beschäftigt.

Eingeladen waren der Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch sowie Vertreter aller fünf Parteien, die um den Einzug in die Bürgerschaft buhlen.

„Wie sind die aktuellen Eigentumsverhältnisse, was unternimmt der Bezirk, mit welchen Investoren wird zur Zeit konkret verhandelt und welche konstruktiven Vorschläge kommt von der Politik?“ fassten Hoffmann und Sciurba die Stimmung im Saal grob zusammen. Die Antworten blieben dünn und ausweichend, aber dem Bezirk und der Politik sind die Hände gebunden. Enteignung als ultimative Maßnahme käme nicht in Frage, bemüht sich Wolfgang Kopitzsch um eine befriedigende Antwort, nur der Bezirk unternähme als rechtlich mögliche. Leider erhöben nicht weniger als drei Parteien den Anspruch auf das Eigentum auf das Filetstück. Die Besitzverhältnisse wären weitaus komplizierter, als gemeinhin bekannt wäre und nur der Zusammenschluß der Öffentlichkeit und auch der IG Fuhle würde den notwendigen Druck erzeugen, dass sich über kurz oder lang etwas bewegen könne, resigniert der Bezirksamtschef.

Der Einladung folgten außerdem runde 250 Gäste, die positive Antworten vom Bezirk und aus der Politik erwarteten.

Dieser Stellungnahme schließen sich beide Vertreter der großen Parteien, Herr Jens Grapengeter (CDU) und Ksenija Bekeris (SPD) an. Frau Bekeris betont abermals die Bedeutung von Barmbek und die Notwendigkeit vom Druck des funktionierenden Stadtteilnetzwerkes, aber eine schnelle Lösung scheint nicht möglich. Die Vertreter der kleinen Parteien möchten unter anderem die Eigentümer mehr an der Entwicklung der Fuhlsbüttler Straße beteiligen, nur wie sie den wichtigen Ankerplatz des Hertie-Gebäudes mit einbinden können, bleibt auch hier als Antwort offen. Der Vertreter der Linken wich ganz vom Thema ab und setzte sich stattdessen für die kostenlose Öffnung öffentlicher Toiletten ein.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Unternehmensberater Giovanni Sciurba (dritter von links) und dem Buchhändler Ulrich Hoffmann (zweiter von links).

Was im rechtlichen Rahmen gemacht werden konnte, wurde durchgeführt, das Problem ist erkannt, nur die Grenzen sind leider eng abgesteckt, fassen die beiden Moderatoren die Kommentare aus dem Bezirk und der Politik zusammen. Aber wie sieht es denn Drumherum aus? Die Zwischenrufe werden lauter und gefühlsbetont, Dreck und Dunkelheit prägen das Bild, auch hier scheint die Verwaltung ohnmächtig zu sein und keine Lösung bieten zu können. Ob es dort an Kreativität für fehlt, lässt sich nicht auf Anhieb beantworten, bietet aber den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen zu dem Thema. Die Initiative Barmbeker Bürger lädt daher am 02.03. zu einer Folgediskussion erneut in der Auferstehungskirche ein. Man darf gespannt sein, ob durch den öffentlichen Druck der Stein ins Rollen gebracht werden kann.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Der Einzelhandel ist der Dreh- und Angelpunkt in der Stadtteilentwicklung, doch die rechtlichen Möglichkeiten bei der Einflussnahme seien begrenzt, erläuterte Wolfgang Kopitzsch – Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch (in der Mitte).

Durch die letztlich schwierigen Eigentumsverhältnisse wäre die Politik am Ende des Lateins angelangt, unterstützten aber ausdrücklich das gut funktionierende Stadtteilnetzwerk, gaben die Vertreter der beiden großen Volksparteien unumwunden zu.

Die Initiative Barmbeker Bürger stieß auf großes Interesse und viele der Anwesenden trugen sich in die Listen ein, wodurch sie über die weiteren Veranstaltungen über den Fortschritt informiert werden.

Der Jazz Sommer neigt sich dem Ende entgegen

„Am Friedhofstag am 19. September hat sich der Ohlsdorfer Friedhof wieder als bedeutende Kulturstätte gezeigt. Dies schließt ein, dass die umliegenden Stadtteile einbezogen werden. Der musikalische Beitrag der Gruppe PerGünth im Rahmen des Jazz Sommers Barmbek hat für Publikum gesorgt, die Musik hat mit kräftiger Farbe und entspannter Jazz-Stimmung zum Erfolg des Friedhofstages beigetragen,“ schwärmt Lutz Rehkopf von der letzten Veranstaltung des Barmbeker Jazzsommer 2010 auf dem berühmten Friedhofsgelände.

Für die musikalische Begleitung versprühte das Duo ‚PerGünt‘ reine Spielfreude vor zahlreichen Gästen am Tag des Friedhofs mit ihren immer wieder überraschenden Kompositionen. Der Saxophonist ‚Andreas Günther‘ und der Gitarrist “Jakob Perko‘ bewegen sich dabei innerhalb des Genre Jazz in unterschiedlichen Stilen und erzählen akustische Geschichten mit purer Spielfreude. Neben ihrem Auftritt auf der Bühne sorgt noch das im Umbau befindliche Krematorium für eine wahrlich einzigartige Akustik. Und die vollen und satten Klänge verliehen diesem urigen Friedhof einen ganz besonderen Flair.

Der Experte für die Öffentlichkeitsarbeit, Herr Lutz Rehkopf, weiß denn auch, was die Besucher an diesem noch milden Tag erwarten: „Ein Friedhofsfest ist immer auch ein Fest für die Sinne. Das Publikum erwartet daher solche musikalischen Highlights inzwischen auch auf dem Friedhof. Wir als Veranstalter wissen es den engagierten Musikern sowie der IG Fuhle e.V. zu danken.“ Und geht es nach Petra Henze, Geschäftsführerin der IG Fuhle e. V., bedeutet die letzte Veranstaltung auf dem Friedhof, dass diese Reihe noch lange nicht zu Grabe getragen wird.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Das Jazzduo ‚PerGünth‘ gab zum krönenden Abschluß des Jazz Sommers Barmbek ein belebendes Konzert zum Tag des Friedhofs auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Die pure Spielfreude der beiden Musiker lockten die Zuhörer bereits kurz nach dem Eingang an die Bühne.

Nach einer kurzen Pause verlagerten die Künstler ihre Bühne zum Krematorium, das zur Zeit komplett erneuert wird.

Die Baustelle ermöglichte eine ganz eigene Akustik, die immer wieder die Zuhörer ins Innere lockte.

Was das Ohr begehrt

Was gibt es schöneres an einem Samstag als auszuschlafen, zu frühstücken und ein paar Sonnenstrahlen beim Kaffee zu erhaschen. Es ist mittlerweile Anfang September und in den Geschäften verabschiedet sich die sommerliche Dekoration und die Vorboten des Weihnachtsgeschäftes rücken an. Die sonnenhungrigen Barmbeker und Neugierige aus anderen Stadtteilen versammeln sich an diesem milden Tag rund um Hamburgs erste Nougaterie ‚Was das Herz begehrt‘, genießen ihre Kaffeevarianten, probieren französischen Nougat und lauschen der Musik des Soulduos ‚Soulsteady‘. Dahinter verbergen sich ‚Sasa Jansen‘ am Mikrofon und ‚Andreas Bösch‘ an den Tasten, die für groovige Live-Interpretation vieler bekannter Lieder sorgen. Von ‚Ain’t nobody‘ bis zu ‚Get here‘ von Oleta Adams erwachen so einige Klassiker aus den 80er Jahren zu neuem Leben.

„Der Andrang ist höher, als wir erwartet hätten,“ schätzt die Betreiberin des charmanten Ladens Frau Azadeh Montazer die Lage ein. „Ich bin von dieser einmaligen Verschmelzung zwischen unseren Freunden, unseren Kunden und vielen Barmbeker Instituionen begeistert und danke insbesondere Petra Henze auch für die Organisation!“ Über drei Stunden dauert dieses Event dieses Mal und die Gäste, die den Ort wieder für andere Aufgaben verlassen müssen, haben alle ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Zwischen Nougat und dem weiteren Leckereien genossen die Besitzer vom ‚Was das Herz begehrt‘ mit ihren Kunden und Freunden die spätsommerlichen Sonnenstrahlen mit der musikalische Unterstützung von ‚Soulsteady‘.

Hinter diesem Soulduo stecken die Sängerin ‚Sasa Jansen‘ am Mikrofon und…

…der Pianist ‚Andreas Bösch‘ logischerweise an den Tasten.

Die Kunden genossen die musikalische Untermalung sehr und sorgten damit auch beim Publikum für eine chillige Stimmung.

Dance the Jazz

Vom Jazz-Trio zum ganzen Orchester, der Bogen vom Jazz Sommer Barmbek ist groß gespannt und der südlichste Veranstaltungsort ist die Kulturbühne Bugenhagen am Biedermannplatz. Zeitlich führt uns die Reise zurück in das 20. Jahrhundert und wir gehen zusammen mit der Big Band der TU Harburg auf einen musikalischen Trip durch Swing, Charleston und LindyHop. Der Swing erlebt in Hamburg zur Zeit eine andauernde Renaissance und die Neugierigen unter ihnen fangen nach abgelegter Schüchternheit sogar an zu tanzen. Das Orchester bot denn auch typischen Big Band Jazz gesanglich vortrefflich unterstützt durch Regina Ebinal, Tim Swan, die bekannte Songs von Frank Sinatra, Lionel Richie oder Michael Bublé vortragen. Zwischendurch greift denn auch die gebürtige Chilenin Patricia Gracia Salas zum Mikrofon und gibt spanische Songs zum Besten. „Wir freuen uns sehr darüber, so hochkarätige Musiker bei uns heute zu Gast zu haben,“ berichtet der künstlerische Leiter der Kulturbühne in Barmbek Lothar Schwindt. „Swing wirkt noch einmal ganz anders, wenn zum Orchester dann noch so viel Publikum mit einer ansteckenden Leichtigkeit die Tanzbeine schwingt.“

Die Begeisterung von den Zuschauern hielt sich weit in die zweite Hälfte und das Orchester entwickelte sichtlich mehr und mehr Spaß an dieser gelungenen Veranstaltung. Und wenn das Publikum schon nicht mittanzt, so schnippt es bei den meisten der Lieder  mit oder bewegt zumindest ein Körperteil.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Die Big Band der TU Harburg ‚SwingING‘ lud zum Swingen und Mittanzen bei der Kulturbühne Bugenhagen ein.

In drei Reihen hintereinander gaben in erster Linie die Bläser den Ton an und wurden dabei von Schlagzeug und Gitarre unterstützt.

Das hervorragend aufeinander abgestimmte Orchester glänzte durch einen satten Sound.

Gesanglich wurden die Herren dabei vortrefflich durch Reginal Ebinal.

Eingeladen waren die Besucher aber nicht nur, um die Musik zu genießen, sondern auch zum Tanzbein schwingen.

Moderiert wurde der Abend durch Tim Swan, der gleichzeitig Lieder von Frank Sinatra oder Michael Bublé eigens interpretiert wiedergab.

Legenden in Barmbek

Der ehemalige Knack-Bass vom Bert Kaempfert Orchester ‚Ladi Geisler‘ gab zusammen mit dem Bassisten ‚Joe Sydow‘ und Pianisten und gleichzeitig Saxophonisten ‚Uwe Johst‘ ein Konzert zur besten Brunch-Zeit im Big Easy. Der mittlerweile 82-jährige zählt als Legende und spielt an seinem Instrument noch genauso virtuos wie vor zig Jahren. Passend zum Namen des prominenten Lokals in der Fuhlsbüttler Straße gab es unbeschwerte Klänge, die einen gedanklich unmittelbar in das Mississippi-Delta rund um New Orleans versetzen. Ideal geeignet zum beswingten Start für einen Sonntag gepaart mit einem leckeren Brunch, beides zusammen waren eine Garantie für gute Laune. Die war auch sichtlich bei den Musikern vorhanden, die sich stets für den Applaus bedankten.

Routiniert und virtuos bewegten sich alle Finger auf und entlang der Instrumente.

Als früherer Knack-Bassist beherrscht Ladi Geisler seine Instrumente wie kaum ein anderer.

„Die Musik passt ideal zu unserem sonntäglichen Brunch. Toll, dass die IG Fuhle e.V. so eine Musikreihe aus der Taufe gehoben hat,“ berichtet Herr Winkler Geschäftsführer vom Big Easy zufrieden. „Wir haben ohnehin schon viele Kunden, die unser sonntägliches Frühstücksbuffett gerne annehmen, aber die Musik sorgt heute für eine ganz besondere Stimmung.“ Und auch nach runden zwei Stunden Gesamtspielzeit wirken die drei älteren Herren immer noch nicht müde, aufgeputscht durch den belebenden Applaus vom Publikum.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Uwe Johst begleitet den Musiker schon seit etlichen Jahren und spielt immer noch mehrere Instrumente.

Ladi Geisler konzentriert sich hier auf das Banjo-Spiel während die flinken Finger im Hintergrund von Joe Sydow am Kontrabaß die begleitenden Töne liefern.

Wagemutiges im alten Gemäuer

Jazz klingt nicht gleich und es gibt ein breites Spektrum, das sich unter dem Stichwort Jazz zusammenfassen lässt. Das Experiment und die Improvisation stehen dabei oft im Vordergrund wie bei der Aufführung vom U-Boot-Orchester in der Auferstehungskirche Barmbek. Die Melodien werden bei ihren Auftritten der ungewöhnlichen Kombination immer wieder neu erfunden und sie entstehen im Moment aus der Aufschichtung von Klangteppichen. „Diese Klänge ähneln dem breiten Spektrum der Orgel und passen gut zu Barmbek,“ schwärmt Rainer Hanno als Pastor der Kirchengemeinde. „Die Interessengemeinschaft rund um die Fuhle sorgt damit immer wieder für Abwechslung, aus der auch ich meine Inspiration schöpfe.“ Das Orchester geht sehr kreativ in der Nutzung von Instrumenten um. Sie verwenden neben einem fast ordinären Schlagzeug schon mal einen Wasserschlauch, aus dem ebenso Klänge entlockt werden wie

Neben den Klängen sorgt der Maler Pavel Ehrlich für eine zusätzliche optische Untermalung der Veranstaltung. Mit ein wenig Farbe, etwas Wasser und ungezählten Blättern Papier erzählt mit oft erstaunlich wenigen Pinselstrichen ganze Geschichten auf dem Format DIN A4. In einem Abstand von keinen 5 Minuten entstehen so kleine Kunstwerke, die einem die Malerei spielerisch erscheint. Jeder kann zuschauen, denn eine Videokamera überträgt diesen Prozeß auf eine große Leinwand über dem Orchester, die aus Dingen Töne entlocken, die für was ganz anderes bestimmt waren.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Mitte August wurde die Auferstehungskirche Schauspiel besonderer Natur. Eine der verrücktesten Formationen Hamburgs das ‚U-Boot-Orchester‘ erfand Klangteppiche und Melodien, die visuell von Live-Malerei unterstützt wurde.

Rund 30 Personen waren neugierig und offen genug, sich auf das Experiment einzulassen.

Zu den Quellen der Instrumente gehören eine Wasser-Trompete, Schläuche und Schnorchel – muß man erlebt haben!

Über den Köpfen vom Orchester bemalte der Hamburger Künstler ‚Pavel Ehrlich‘ alle drei bis vier Minuten ein neues leeres Blatt Papier und füllte es mit Farbfiguren und Strichen, die als ganzes eine kleine manchmal surreale Geschichten darstellen.

Saftige Steaks und souliger Jazz

Das Block House ist bekannt für seine unverwechselbaren Steakvariationen gepaart mit knackigen Salaten. Eine musikalische Untermalung gibt es selten, insofern betrat das Restaurant Anfang August Neuland und lud zum lauschigen Jazz Abend im Rahmen vom Jazz Sommer Barmbek ein. ‚Herr Huber’ nennt sich die Bar-Jazz-Formation rund um den Hamburger Anwalt André Malitzki am Gesang und an der Trompete. Begleitet wird er dabei von Géza Huber am Bass und Markus Steckhan an der Gitarre, die zu dritt Klassiker wie Sway oder Mr. Bojangles unaufdringlich aber sehr unterhaltsam zum besten geben.

„Die Musikreihe ‚Jazz Sommer Barmbek’ ist ein spannendes Experiment, dem wir als Gastronomen sehr offen gegenüber stehen. Unsere Gäste genießen ihre kulinarischen Speisen mit der akustischen Untermalung an diesem milden Sommerabend,“ begeistert sich der Restaurantleiter Kevin Schulze für die Organisation vom Auftritt des Jazz-Trios. „Wir freuen uns auf weitere Events, die von der IG Fuhle initiiert werden.“

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Die Hamburger Jazz-Formation ‚Herr Huber‘ begab sich Anfang August in die Fuhlsbüttler Straße und sorgte für musikalische Unterhaltung der Besucher vom Block House.

Zu den Akteuren gehört André Malitzki am Gesang und stets griffbereit die Trompete,

Gezá Huber an der Bassgitarre und…

…dem Gitarristen Markus Steckhan.

Statt dem lästigen Durchgangsverkehr der Fuhlsbüttler Straße bekamen die Gäste vom Block House an diesem Abend unaufdringlichen Bar-Jazz geboten.