Archiv der Kategorie: Winterhude

“Warum sind denn die ganzen Leute alle in weiß gekleidet?”

Es war ein schöner Tag der vorvorletzte Tag im August, die Sonne brannte so, als hätte sie’s gewußt. Die Luft war flirrend heiß und um dabei zu sein, sagte ich den andern, sie habe heute alle Zeit. So fingen die verschiedenen White Dinner im Jahr 2015 an.

Fotografien von dem White Dinner in der Innenstadt und am Winterhuder Kai [CREDIT: www.bewegende-bilder.de - Cornelius Kalk - Beimoorstrasse 11 - 22081 Hamburg - phone +49.40.35706477 - mobile +49.177.7321777 - kalk@bewegende-bilder.de - Bank: Foerde Sparkasse BLZ 21050170 Konto 7140007 IBAN: DE88 2105 0170 0007 1400 07 BIC: NOLADE21KIE Steuernummer 46/112/02054 - Bei der Verwendung ausserhalb journalistischer Berichterstattung (z.B. Werbung etc.) bitte vorher mit dem Autor Kontakt aufnehmen.]

Sonnenschein pur beim für manchen besten Event in Hamburg nicht kommerzieller Art – dem Weißen Dinner 2015

Etliche Freunde der weißen und nicht kommerziellen Veranstaltungen riefen auch dieses Jahr zum Abendessen in Weiß auf und viele stilvoll in Weiß gekleidete Hamburger machten sich auf den Weg mit Tischen, Stühlen, Dekoration und auch jede Menge zum Essen und Trinken und genossen den herrlichen Spätsommerabend in den unterschiedlichen Stadtteilen. Der Wettergott spielte diesmal, wie angekündigt, mit, aber wie würden die Hamburger auf das breite Angebot in Hamburg reagieren und welchen Ort würden sie bevorzugen? An diesem Abend jedenfalls paßte alles sehr gut zusammen.

Fotografien von dem White Dinner in der Innenstadt und am Winterhuder Kai [CREDIT: www.bewegende-bilder.de - Cornelius Kalk - Beimoorstrasse 11 - 22081 Hamburg - phone +49.40.35706477 - mobile +49.177.7321777 - kalk@bewegende-bilder.de - Bank: Foerde Sparkasse BLZ 21050170 Konto 7140007 IBAN: DE88 2105 0170 0007 1400 07 BIC: NOLADE21KIE Steuernummer 46/112/02054 - Bei der Verwendung ausserhalb journalistischer Berichterstattung (z.B. Werbung etc.) bitte vorher mit dem Autor Kontakt aufnehmen.]

Vor dem Renaissance Hotel war die Fläche in der Hamburger Innenstadt vorgesehen.

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Die Organisation vom Heuberg schmückten redlich ihre Tische. Es erschienen bei bestem Wetter allerdings nur wenige bis zum frühen Abend.

Basierend auf der Idee aus Paris als ‘Diner en blanc’ fand die Zusammenkunft von weiß gekleideten Teilnehmern erstmal im Jahr 2010 in Hamburg statt. Seitdem zeichnete sich das Sommerevent unter dem Namen Weißes Dinner Hamburg durch eine wachsende Besucherzahl aus mit dem Höhepunkt und 6.500 Besuchern vor 2 Jahren an der Ericusspitze und Umgebung. Es gibt einen einfachen Dresscode, der von Kopf bis Fuß in weiß vorgibt. Viele bevorzugen eine richtig weiß gedeckte und stimmig geschmückte Tafel und trinken dazu natürlich entweder einen kühlen Weißwein oder ein Weißbier.

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Den Alsterlauf hingegen schmückten nicht nur die Alsterschwäne und -käne, sondern auch ein Meer an Weiß.

Eine dieser öffentlichen Plätze befand sich nun im Jahr 2015 mitten am Heuberg am Renaissance Hotel. Ein paar Anrainer luden ein und schmückten fleißig die strahlenden Tafeln. Doch der Zuspruch fiel dort jedenfalls eher verhalten aus. Etwa 200 bis 300 Gäste kamen und speisten bis kurz vor sieben.

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Kaum schönen ließ sich in Hamburg die untergehende Sommersonne genießen. Diesem Schauspiel folgend waren fast alle der Gäste stilvoll in weiß gekleidet.

Eine der Alternativen sah den Winterhuder Kai entlang vom Alsterlauf direkt am Winterhuder Fährhaus vor. Wer die Ecke kennt, wird ihn einigen anderen Orten definitiv vorziehen. Zwischen den ersten Häusern und dem Wasser liegt eine gute Zufahrt, welche den Transport erheblich erleichtert haben dürfte. Ursprünglich sollte nur auf dem Weg gedeckt und aufgetischt werden, aber immer mehr Gäste kamen und drängelten sich bis ans Ufer. Die Stimmung war äußerst friedlich, alle zeigten gute Laune. Es wurde miteinander geklönt und sowohl Essen als auch Getränke wurden untereinander schon mal ausgetauscht.

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Jedes vorbei schwimmende Schiff wurde mit weißen Tüchern freudig begrüßt

Wer keine Tische schleppen wollte, deckte sich auf weißen Tüchern und Decken aus. Und dann erst dieser unbeschreibliche Blick auf die untergehende Sonne und etwas später der Mond, der hinter dem Fährhaus zum Vorschein kam. Wer an den gefühlten 1.000 Menschen vorbeikam, war von der Ausstrahlung sofort gefangen und fasziniert entstanden zahlreiche Fotos und Videos mit allen Smartphones, die gezückt werden konnten. Selbst auf dem Weg nach Hause waren die Teilnehmer am öffentlichen Nahverkehr irritiert und fragten sich, warum denn hier so viele weiße Kleidung an hatten.

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Nicht immer blieb der weiße Dresscode auf die Kleidung beschränkt. Sogar passender Haarschmuck erfreute die Teilnehmer

Den Veranstaltern vom Winterhuder Bürgerverein ist also nicht genug zu danken. Es war eine fantastische Veranstaltung und alle hoffen auf ähnlich gute Bedingungen im kommenden Jahr.

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Die schwindende Helligkeit wurde überall mit echten oder elektrischen Kerzen ausgeglichen. Romantischer geht es in Hamburg kaum.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

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In der Warteschleife – Teil 5

Kunst als Ein-Euro-Job?

Nur, wenn es anders nicht geht.

Drei etwas andere Künstlerportraits.

Zwei Katzen und „die Maler“

Grün ist die Nachbarschaft von Martina M. Sie wohnt in einer Wohngemeinschaft mit ihrem Mitbewohner und zwei Katzen. Die helle Küche ist gemütlich. „Die Katzen dürfen viel bei uns“, erläutert sie. Säckchen und Lenny schauen sich den Besuch genau an. „Die Tiere sind psychisch wichtig für mich“ erklärt sie. Obwohl die Katzen tatsächlich ungestört auf den Tisch dürfen, wirkt das nicht unangenehm.

Martina M. mit ihrem ausgezeichneten Bild, das ihre Erfahrungen mit Hartz IV darstellt in ihrer eigenen, die sie mit zwei Katzen teilt.

Die Wände sind mit eigenen Bildern dekoriert. Besonders gern schaut M. aus dem Küchenfenster. Sie wohnt im obersten Stockwerk und hat einen unverstellten Blick auf den Himmel über dem großen Innenhof. Martina M. zeigt ihre Skizzenbücher. „Ich male assoziativ“ erklärt sie. In der KOM hatte sie an einem Kochbuch mitgearbeitet. Laut Richnow, war sie diejenige, die die Gruppe motiviert hat und sehr viel beigetragen hat. Zum Thema Kochen und Kochbuch fallen ihr gleich mehre Beispiele ein: „Die Wut kocht hoch“, „Hunger und seelischer Hunger“, „ohne Essen würden wir nicht leben“. Sie sagt auch: „Ich mache etwas, das nicht nachgefragt wird.“

An der U-Bahn-Station Saarlandstraße kann der aufmerksame Beobachter die Künsterlin mit ihrem Skizzenbuch treffen. In jeder Minute Wartezeit entstehen neue Ideen und Gedanken, die sogleich im Buch festgehalten werden.

An der U-Bahn-Station Saarlandstraße kann der aufmerksame Beobachter die Künsterlin mit ihrem Skizzenbuch treffen. In jeder Minute Wartezeit entstehen neue Ideen und Gedanken, die sogleich im Buch festgehalten werden.

Martina M. hatte beim ersten Treffen davon erzählt, dass sie in der U-Bahn in ihr Skizzenbuch male. Wir fahren mit ihr die Strecke von der Saarlandstraße bis zu den Landungsbrücken. Alle sind sich einig, dass es die schönste U-Bahnstrecke Hamburgs ist, weil die Bahn hier überirdisch fährt. Die Sonne scheint. Martina M. setzt sich auf die Holzbank in der Station und macht uns vor, wie sie malt. Drei Minuten später steigen wir ein und setzen uns. Sie schaut sich um, und schlägt das Buch auf, der Fotograph knipst und ich schaue zu. Hinter ihr sitzt ein Pärchen, das uns beobachtet und versucht freundlich zu schauen, falls es mit auf das Foto kommt. „Es ist schwierig, zu schweigen, mit Leuten, die man gar nicht so gut kennt“, kommentiert sie die ungewöhnliche Situation. Es bleibt nicht beim Schweigen. „Bitte schreiben Sie, dass ich Irene Velthuis dankbar bin. Sie hat mich wieder ans Malen herangeführt“, sagt sie. Vor zehn Jahren in der Malschule habe sie begonnen ihren Weg zu gehen. Sie erläutert wie sie sich inspirieren lässt. Sie sehe Werbeanzeigen, komische Mäntel oder Gesichtsausdrücke von anderen Fahrgästen und dann malt sie. Einfach so, ein Gesicht, einen Bogen darum.

Die Inspiration kommt von überall her.

Martina M. selbst hat sich der Gruppe „Die Maler“ angeschlossen. Die nächste Ausstellung wird geplant. Wie in der KOM auch, schätze sie den Austausch. „Eingebunden sein, das Soziale, das tut gut“, findet sie.

Teil 6 folgt…

© Text Sigrun Friederike Priemer | © Fotos Cornelius Kalk