Archiv der Kategorie: Hausboot

Morgenlicht zum Frühstück

Der dritte Tag in Folge begann mit Sonnenschein schon in der Früh, obwohl wir noch vor Sonnenaufgang aufgestanden waren und gemächlich die Hansestadt verließen. Wir begaben uns erneut über die Mottlau vorbei an der von den Werften geprägten Industrielandschaft Danzigs, die an diesem windstillen Septembermorgen so ihren ganz eigenen Charme verbreitete.

Morgenstimmung in Polen in ganz ruhigem Flußgewässer.

Unsere erste Tagesetappe führt uns in das beschauliche nach Przesalina, wo wir früh morgens auf unsere erste Passage zur Weichsel warten. Dort gibt es eine Schleuse, die wir uns einmal näher anschauen wollen. Neugierig ist man ja vom Beruf her und als Redakteurin, die sich auch die wichtigsten Höflichkeitswörter beibringen läßt, und als Fotograf, der offen auf Menschen zugehen kann, fällt es uns leicht, viele interessante Details zu der alten Anlage zu erfahren.

Unsere ständige Begleitung Lukasz Krajewski von der Firma ‚Vistula Cruises’ und Carina Wolfram, Redakteurin der Zeitschrift ‚boote’.

Es geht ein kurzes Stück flußaufwärts auf der Weichsel – dem Namensgeber dieser Rundreise lang Richtung Süden, bevor wir etwa eine halbe Stunde weiter wieder links mitten in Pommern Richtung Rybina auf die Scharpau abbiegen.

Unsere erste Hürde am Montag morgen war die Passage bei Przegalina.

Zwischendurch machen wir mal Halt und genießen den dörflichen Charme Pommerns, die einheimischen Leckereien, die auch schon mal frisch gepflückt werden, und die wärmenden Sonnenstrahlen, die uns die Reise über begleitet. Gerade die Nebenarme der Weichsel sind schmal und haben ein dicht bewachsenes Ufer, wo sich viele Vögel tummeln und des öfteren vor unserem Hausboot reisaus nehmen.

Ein Graureiher im freien Flug.

Weitere Boote kamen nur selten an uns vorbei und wenn, dann waren es oft Angler, die nach frischem Fisch Ausschau hielten.

Mein Auge bleibt also wachsam und mit zwei Kameras ausgerüstet, entgeht mir kein Kormoran, kein Schwan und kein Reiher, während Carina vertrauensvoll das Kommando übernimmt.

Die lokale Speisekarte in einem zwar einfachen Lokal, dafür aber mit köstlichen Pierogi, die uns einmal in einer deftigen und einmal in einer süßen Variante überaus freundlich serviert wurden.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Der Artikel von Carina Wolfram erschien in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift ‘boote’.

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Heißt es Danzig oder Gdansk?

Geplant war diese Reise schon länger, doch ein unglücklicher Umstand verschob unsere Pläne auf den Spätsommer im Jahre 2009. Carina und ich erwischten mit großem Glück eine sehr sonnige und regenlose Septemberwoche und brachen morgens früh mit dem Flieger nach Gdansk (Danzig) auf, um dort am nächsten Tag auf eine Rundfahrt auf der Weichsel und seiner Nebenflüsse zu gehen.

Blick durch das Grüne Tor auf den Langen Markt im Herzen Danzigs.

Engagiert waren wir beide, um über eine einwöchige Hausboottour vom Veranstalter ‚Vistula Cruises‘ für die renommierte Zeitschrift ‚Boote‘ zu recherchieren und später zu berichten. Meine Aufgabe lag in der fortlaufenden Dokumentation der Reise und der späteren Ablieferung von rund 100 Fotos an den Verlag zur weiteren Verwendung.

Hochzeitsfeier in der Marienkirche – ein mächtiger Backsteibau.

Sowohl die Hansestadt Hamburg als auch Danzig sind der traditionellen Kaufmannstradition verbunden und mit knappen 500.000 Einwohner ist die Stadt gerade einmal ein rundes Drittel so groß wie die norddeutsche Metropole. 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges hat dieser Ort eine erstaunliche Entwicklung nach vorne gemacht.

Kleine Döschen mit Tee aus der Hansestadt Gdansk – Danzig.

Am frühen Nachmittag kommen wir, checken für unsere einzige Nach im Hotel ein und orientieren uns grob in der Stadt, die so schön und romantisch an einem Nebenarm der Weichsel liegt und ganz danach ausgerichtet ist. Einen ersten Blick werfen wir auch auf die Marina und frohlocken beide dem nächsten Tag, wo uns der große Tour-Organistator Lukasz Krajewski in das Boot einweisen wird. Auf einmal entdecken wir direkt am Fluß frisch geräucherten Fisch, dem wir unmöglich widerstehen können. Also statten wir uns noch mit kühlem Bier und Brot aus und ich nutze zu später Stunde den blauen Himmel, um diesen lauschigen Septemberabend für die Leser festzuhalten.

© Text und Fotos: Cornelius Kalk

Der Artikel von Carina Wolfram erschien in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift ‚boote‘.