Archiv der Kategorie: Musik

Immer wieder sonntags

Unter freiem Himmel findet auf der Großen Elbstraße sonntäglich zwischen 05:00 und 09:30 Uhr im Sommer und 07:00 und 09:30 Uhr im Winter der berühmte Hamburger Fischmarkt statt.

Neben der Liederzeile „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins,…“ zählt wohl der Marktschrei „Aaale, Aaale, Aaale“ zu den berühmtesten Sprüchen aus der norddeutschen Hansestadt. Seit mittlerweile über 200 Jahren begegnen sich auf dem Fischmarkt jeden Sonntag Marktschreier mit einem lockeren Spruch, Touristen mit Rändern unter den Augen vom frühen Aufstehen, Einheimische mit einem Sinn für Schnäppchen und Nachtschwärmer mit einer Fahne und nicht selten ebenfalls tiefe Ränder unter den Augen. Aber so ist nun mal, wie der Hamburger gelassen auf diese bunte Mischung und das bunte Treiben blickt, das rund 70.000 Besuchern jeden Sonntag aufs Neue zählt.

Neben tiefgekühltem Fisch wird die ganze Palette eines Wochenmarktes neben typischen Souvenirs aus der Hansestadt angeboten.

Es beginnt im Sommer um 05:00 Uhr, wenn die Clubs im nahe gelegenen Kiez damit anfangen, ihre Tore zu schließen. Die Party rockt dann weiter in den Fischauktionshallen, was Frühaufstehern gewöhnungsbedürftig erscheint. Besonders beliebt sind die unzähligen Schnäppchen, die gleich tütenweise davon getragen werden. Ob es Nudeln, Käse, Obst, Wurst oder gar Blumen und Pflanzen sind, bergeweise landet die Ware alle 10 Minuten in Tüten oder Körben und wird für 10.- Euro feil geboten. Kurz vor dem Ende purzeln die Preise noch mal in den Keller und ganze Paletten werden für niedrigste Preise von 2.- Euro für etwa 2 kg Bananen verkauft. Spätestens um 09:30 Uhr ist dann aber endgültig Schluß, die Lautsprecherdurchsage ertönt und keinerlei Ware darf mehr über den Tresen wandern. Zwischen Abfallbergen und Schnapsleichen kehrt die Ruhe wieder an den Hafen zurück und die Geräuschkulisse von verladenden Containern gewinnt die Oberhand.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Jeden Sonntag strömen bis zu 70.000 Besucher und genießen dieses einmalige Hafenpanorama.

Spätestens um 09:30 Uhr geht Sommer wie Winter das bunte Treiben zu Ende und es geht entweder zu weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt und nach einer langen Nacht endlich nach Hause.

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Der Jazz Sommer neigt sich dem Ende entgegen

„Am Friedhofstag am 19. September hat sich der Ohlsdorfer Friedhof wieder als bedeutende Kulturstätte gezeigt. Dies schließt ein, dass die umliegenden Stadtteile einbezogen werden. Der musikalische Beitrag der Gruppe PerGünth im Rahmen des Jazz Sommers Barmbek hat für Publikum gesorgt, die Musik hat mit kräftiger Farbe und entspannter Jazz-Stimmung zum Erfolg des Friedhofstages beigetragen,“ schwärmt Lutz Rehkopf von der letzten Veranstaltung des Barmbeker Jazzsommer 2010 auf dem berühmten Friedhofsgelände.

Für die musikalische Begleitung versprühte das Duo ‚PerGünt‘ reine Spielfreude vor zahlreichen Gästen am Tag des Friedhofs mit ihren immer wieder überraschenden Kompositionen. Der Saxophonist ‚Andreas Günther‘ und der Gitarrist “Jakob Perko‘ bewegen sich dabei innerhalb des Genre Jazz in unterschiedlichen Stilen und erzählen akustische Geschichten mit purer Spielfreude. Neben ihrem Auftritt auf der Bühne sorgt noch das im Umbau befindliche Krematorium für eine wahrlich einzigartige Akustik. Und die vollen und satten Klänge verliehen diesem urigen Friedhof einen ganz besonderen Flair.

Der Experte für die Öffentlichkeitsarbeit, Herr Lutz Rehkopf, weiß denn auch, was die Besucher an diesem noch milden Tag erwarten: „Ein Friedhofsfest ist immer auch ein Fest für die Sinne. Das Publikum erwartet daher solche musikalischen Highlights inzwischen auch auf dem Friedhof. Wir als Veranstalter wissen es den engagierten Musikern sowie der IG Fuhle e.V. zu danken.“ Und geht es nach Petra Henze, Geschäftsführerin der IG Fuhle e. V., bedeutet die letzte Veranstaltung auf dem Friedhof, dass diese Reihe noch lange nicht zu Grabe getragen wird.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Das Jazzduo ‚PerGünth‘ gab zum krönenden Abschluß des Jazz Sommers Barmbek ein belebendes Konzert zum Tag des Friedhofs auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Die pure Spielfreude der beiden Musiker lockten die Zuhörer bereits kurz nach dem Eingang an die Bühne.

Nach einer kurzen Pause verlagerten die Künstler ihre Bühne zum Krematorium, das zur Zeit komplett erneuert wird.

Die Baustelle ermöglichte eine ganz eigene Akustik, die immer wieder die Zuhörer ins Innere lockte.

Was das Ohr begehrt

Was gibt es schöneres an einem Samstag als auszuschlafen, zu frühstücken und ein paar Sonnenstrahlen beim Kaffee zu erhaschen. Es ist mittlerweile Anfang September und in den Geschäften verabschiedet sich die sommerliche Dekoration und die Vorboten des Weihnachtsgeschäftes rücken an. Die sonnenhungrigen Barmbeker und Neugierige aus anderen Stadtteilen versammeln sich an diesem milden Tag rund um Hamburgs erste Nougaterie ‚Was das Herz begehrt‘, genießen ihre Kaffeevarianten, probieren französischen Nougat und lauschen der Musik des Soulduos ‚Soulsteady‘. Dahinter verbergen sich ‚Sasa Jansen‘ am Mikrofon und ‚Andreas Bösch‘ an den Tasten, die für groovige Live-Interpretation vieler bekannter Lieder sorgen. Von ‚Ain’t nobody‘ bis zu ‚Get here‘ von Oleta Adams erwachen so einige Klassiker aus den 80er Jahren zu neuem Leben.

„Der Andrang ist höher, als wir erwartet hätten,“ schätzt die Betreiberin des charmanten Ladens Frau Azadeh Montazer die Lage ein. „Ich bin von dieser einmaligen Verschmelzung zwischen unseren Freunden, unseren Kunden und vielen Barmbeker Instituionen begeistert und danke insbesondere Petra Henze auch für die Organisation!“ Über drei Stunden dauert dieses Event dieses Mal und die Gäste, die den Ort wieder für andere Aufgaben verlassen müssen, haben alle ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Zwischen Nougat und dem weiteren Leckereien genossen die Besitzer vom ‚Was das Herz begehrt‘ mit ihren Kunden und Freunden die spätsommerlichen Sonnenstrahlen mit der musikalische Unterstützung von ‚Soulsteady‘.

Hinter diesem Soulduo stecken die Sängerin ‚Sasa Jansen‘ am Mikrofon und…

…der Pianist ‚Andreas Bösch‘ logischerweise an den Tasten.

Die Kunden genossen die musikalische Untermalung sehr und sorgten damit auch beim Publikum für eine chillige Stimmung.

Dance the Jazz

Vom Jazz-Trio zum ganzen Orchester, der Bogen vom Jazz Sommer Barmbek ist groß gespannt und der südlichste Veranstaltungsort ist die Kulturbühne Bugenhagen am Biedermannplatz. Zeitlich führt uns die Reise zurück in das 20. Jahrhundert und wir gehen zusammen mit der Big Band der TU Harburg auf einen musikalischen Trip durch Swing, Charleston und LindyHop. Der Swing erlebt in Hamburg zur Zeit eine andauernde Renaissance und die Neugierigen unter ihnen fangen nach abgelegter Schüchternheit sogar an zu tanzen. Das Orchester bot denn auch typischen Big Band Jazz gesanglich vortrefflich unterstützt durch Regina Ebinal, Tim Swan, die bekannte Songs von Frank Sinatra, Lionel Richie oder Michael Bublé vortragen. Zwischendurch greift denn auch die gebürtige Chilenin Patricia Gracia Salas zum Mikrofon und gibt spanische Songs zum Besten. „Wir freuen uns sehr darüber, so hochkarätige Musiker bei uns heute zu Gast zu haben,“ berichtet der künstlerische Leiter der Kulturbühne in Barmbek Lothar Schwindt. „Swing wirkt noch einmal ganz anders, wenn zum Orchester dann noch so viel Publikum mit einer ansteckenden Leichtigkeit die Tanzbeine schwingt.“

Die Begeisterung von den Zuschauern hielt sich weit in die zweite Hälfte und das Orchester entwickelte sichtlich mehr und mehr Spaß an dieser gelungenen Veranstaltung. Und wenn das Publikum schon nicht mittanzt, so schnippt es bei den meisten der Lieder  mit oder bewegt zumindest ein Körperteil.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Die Big Band der TU Harburg ‚SwingING‘ lud zum Swingen und Mittanzen bei der Kulturbühne Bugenhagen ein.

In drei Reihen hintereinander gaben in erster Linie die Bläser den Ton an und wurden dabei von Schlagzeug und Gitarre unterstützt.

Das hervorragend aufeinander abgestimmte Orchester glänzte durch einen satten Sound.

Gesanglich wurden die Herren dabei vortrefflich durch Reginal Ebinal.

Eingeladen waren die Besucher aber nicht nur, um die Musik zu genießen, sondern auch zum Tanzbein schwingen.

Moderiert wurde der Abend durch Tim Swan, der gleichzeitig Lieder von Frank Sinatra oder Michael Bublé eigens interpretiert wiedergab.

Legenden in Barmbek

Der ehemalige Knack-Bass vom Bert Kaempfert Orchester ‚Ladi Geisler‘ gab zusammen mit dem Bassisten ‚Joe Sydow‘ und Pianisten und gleichzeitig Saxophonisten ‚Uwe Johst‘ ein Konzert zur besten Brunch-Zeit im Big Easy. Der mittlerweile 82-jährige zählt als Legende und spielt an seinem Instrument noch genauso virtuos wie vor zig Jahren. Passend zum Namen des prominenten Lokals in der Fuhlsbüttler Straße gab es unbeschwerte Klänge, die einen gedanklich unmittelbar in das Mississippi-Delta rund um New Orleans versetzen. Ideal geeignet zum beswingten Start für einen Sonntag gepaart mit einem leckeren Brunch, beides zusammen waren eine Garantie für gute Laune. Die war auch sichtlich bei den Musikern vorhanden, die sich stets für den Applaus bedankten.

Routiniert und virtuos bewegten sich alle Finger auf und entlang der Instrumente.

Als früherer Knack-Bassist beherrscht Ladi Geisler seine Instrumente wie kaum ein anderer.

„Die Musik passt ideal zu unserem sonntäglichen Brunch. Toll, dass die IG Fuhle e.V. so eine Musikreihe aus der Taufe gehoben hat,“ berichtet Herr Winkler Geschäftsführer vom Big Easy zufrieden. „Wir haben ohnehin schon viele Kunden, die unser sonntägliches Frühstücksbuffett gerne annehmen, aber die Musik sorgt heute für eine ganz besondere Stimmung.“ Und auch nach runden zwei Stunden Gesamtspielzeit wirken die drei älteren Herren immer noch nicht müde, aufgeputscht durch den belebenden Applaus vom Publikum.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Uwe Johst begleitet den Musiker schon seit etlichen Jahren und spielt immer noch mehrere Instrumente.

Ladi Geisler konzentriert sich hier auf das Banjo-Spiel während die flinken Finger im Hintergrund von Joe Sydow am Kontrabaß die begleitenden Töne liefern.

Wagemutiges im alten Gemäuer

Jazz klingt nicht gleich und es gibt ein breites Spektrum, das sich unter dem Stichwort Jazz zusammenfassen lässt. Das Experiment und die Improvisation stehen dabei oft im Vordergrund wie bei der Aufführung vom U-Boot-Orchester in der Auferstehungskirche Barmbek. Die Melodien werden bei ihren Auftritten der ungewöhnlichen Kombination immer wieder neu erfunden und sie entstehen im Moment aus der Aufschichtung von Klangteppichen. „Diese Klänge ähneln dem breiten Spektrum der Orgel und passen gut zu Barmbek,“ schwärmt Rainer Hanno als Pastor der Kirchengemeinde. „Die Interessengemeinschaft rund um die Fuhle sorgt damit immer wieder für Abwechslung, aus der auch ich meine Inspiration schöpfe.“ Das Orchester geht sehr kreativ in der Nutzung von Instrumenten um. Sie verwenden neben einem fast ordinären Schlagzeug schon mal einen Wasserschlauch, aus dem ebenso Klänge entlockt werden wie

Neben den Klängen sorgt der Maler Pavel Ehrlich für eine zusätzliche optische Untermalung der Veranstaltung. Mit ein wenig Farbe, etwas Wasser und ungezählten Blättern Papier erzählt mit oft erstaunlich wenigen Pinselstrichen ganze Geschichten auf dem Format DIN A4. In einem Abstand von keinen 5 Minuten entstehen so kleine Kunstwerke, die einem die Malerei spielerisch erscheint. Jeder kann zuschauen, denn eine Videokamera überträgt diesen Prozeß auf eine große Leinwand über dem Orchester, die aus Dingen Töne entlocken, die für was ganz anderes bestimmt waren.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Mitte August wurde die Auferstehungskirche Schauspiel besonderer Natur. Eine der verrücktesten Formationen Hamburgs das ‚U-Boot-Orchester‘ erfand Klangteppiche und Melodien, die visuell von Live-Malerei unterstützt wurde.

Rund 30 Personen waren neugierig und offen genug, sich auf das Experiment einzulassen.

Zu den Quellen der Instrumente gehören eine Wasser-Trompete, Schläuche und Schnorchel – muß man erlebt haben!

Über den Köpfen vom Orchester bemalte der Hamburger Künstler ‚Pavel Ehrlich‘ alle drei bis vier Minuten ein neues leeres Blatt Papier und füllte es mit Farbfiguren und Strichen, die als ganzes eine kleine manchmal surreale Geschichten darstellen.

Saftige Steaks und souliger Jazz

Das Block House ist bekannt für seine unverwechselbaren Steakvariationen gepaart mit knackigen Salaten. Eine musikalische Untermalung gibt es selten, insofern betrat das Restaurant Anfang August Neuland und lud zum lauschigen Jazz Abend im Rahmen vom Jazz Sommer Barmbek ein. ‚Herr Huber’ nennt sich die Bar-Jazz-Formation rund um den Hamburger Anwalt André Malitzki am Gesang und an der Trompete. Begleitet wird er dabei von Géza Huber am Bass und Markus Steckhan an der Gitarre, die zu dritt Klassiker wie Sway oder Mr. Bojangles unaufdringlich aber sehr unterhaltsam zum besten geben.

„Die Musikreihe ‚Jazz Sommer Barmbek’ ist ein spannendes Experiment, dem wir als Gastronomen sehr offen gegenüber stehen. Unsere Gäste genießen ihre kulinarischen Speisen mit der akustischen Untermalung an diesem milden Sommerabend,“ begeistert sich der Restaurantleiter Kevin Schulze für die Organisation vom Auftritt des Jazz-Trios. „Wir freuen uns auf weitere Events, die von der IG Fuhle initiiert werden.“

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Die Hamburger Jazz-Formation ‚Herr Huber‘ begab sich Anfang August in die Fuhlsbüttler Straße und sorgte für musikalische Unterhaltung der Besucher vom Block House.

Zu den Akteuren gehört André Malitzki am Gesang und stets griffbereit die Trompete,

Gezá Huber an der Bassgitarre und…

…dem Gitarristen Markus Steckhan.

Statt dem lästigen Durchgangsverkehr der Fuhlsbüttler Straße bekamen die Gäste vom Block House an diesem Abend unaufdringlichen Bar-Jazz geboten.

Schatten bevorzugt!

„Die heißeste Veranstaltung, die je in der Buchhandlung stattgefunden hat!“ schwärmt Ulrich Hoffmann ständig ein charmantes Lächeln auf dem Gesicht bei zumindest gefühlten 50° C. Gemeint hat er die bereits sechste Veranstaltung aus der Musikreihe ‚Jazz Sommer Barmbek’ organisiert von der IG Fuhle e.V. in Zusammenarbeit mit dem Harburger Stellwerk.

Die Buchhandlung von Ulrich Hoffmann lud diesmal zu einem sowohl literarischen als auch musikalischen Abend ein. Und trotz der Hitze wurden die Stühle dicht an dicht gedrängt und das Publikum konnte den Worten der Krimi-Autorin Katrin McClean lauschen. Untermalt wurde die Stimme von den Tönen des Pianisten Johannes Bahlmann. Der Roman „Im Schatten des Geldes“ handelt von der Hamburger Polizei-Psychologin Veronika Dorn, die einen längst zu den Akten gelegten Selbstmord doch noch als Mord aufklärt. Denn ihre Intuitition lässt sie nicht los und sie klärt schließlich auch die finanziellen Hintergründe dieses Kriminalfalles.

„Wir hatten eine unglaubliche Resonanz, vor allem kamen Menschen aus anderen Stadtteilen nach Barmbek, was uns sehr gefreut hat.“ Erzählt Herr Hoffmann und nimmt noch einen Schluck seines für die Gäste bereit gestellten Mineralwassers.

Die Spannung auf diese ungewöhnliche Lesung mit den immer passend gewählten Musikstücken war hoch und es kamen trotz der Temperatur weitaus mehr Gäste, die dort mit kostenlosen Erfrischungsgetränken bewirtet wurden. Geduldig harrten sie bis zum Schluß aus und strebten dann wieder in alle Himmelsrichtungen Barmbeks. Das Schlusswort geht damit zurück an Herrn Ulrich Hoffmann: „Durch die IG Fuhle konnte die Jazz Reihe realisiert werden und ich hoffe natürlich sehr auf weitere so hervorragende Ideen.“

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Gastgeber der 6. Veranstaltung der Reihe Jazz Sommer Barmbek mit der Autorenlesung aus dem Krimi ‚Im Schatten des Geldes’ war…

…die Buchhandlung Hoffmann in der Fuhlsbüttler Straße. Es erschienen trotz der hochsommerlichen Temperaturen rund 40 eifrige Leser, die den Worten der Autorin untermalt von Klaviermusik lauschten.

Die Krimi-Autorin Katrin McClean liest aus Ihrem Hamburger Krimi und wird dabei tatkräftig…

…von dem Jazz-Pianisten Johannes Bahlmann am elektrischen Piano unterstützt.

Hofsommerfest: Anrainer, Aktionen, Attraktionen

Der Sommer nimmt seinen Lauf und nicht einmal eine Woche nach der Beendigung der Fußball-WM erlebt Barmbek seinen nächsten Höhepunkt – das Hofsommerfest auf dem Hof vom Museum der Arbeit. Das Programm ist genauso bunt wie die Mischung der Teilnahme an dem Fußballturnier. Nachmittags steht die Familie im Vordergrund, während am Abend das Programm mit Highlights für die langjährigen Barmbekern glänzt. Bei freiem Eintritt fanden zahlreiche Besucher schon am Nachmittag den schönen Fabrikhof zwischen Wiesendamm und Osterbekkanal.

Neben der breiten Versorgung mit duftenden Crêpes, Würstchen oder Getränken, lockten zahlreiche Stände zum Mitmachen ein. Dabei wurden Quietsche-Entchen farbig bemalt, Salz durch Kreide bunt gemischt, geheimnisvolle Tresore geknackt und an Gewinnspielen teilgenommen. Die Kreativität wurde zusätzlich durch ein Mitmach-Theater gefördert, während heranwachsende Ingenieure Brücken bauen konnten. Wer sich austoben wollte, hatte bei einem aufblasbaren Kicker-Feld die Gelegenheit.

Mehr Geschicklichkeit war bei beim freien Klettern den Bohrer Trude hoch gefordert. Begleitet wurden sämtlichen Aktivitäten vom NDR 90,3 gesponserten Bühnenprogramm mit Gruppen aus Norddeutschland und der ältesten Rockband der Welt – den Rattles, die ihr unfassbar 50-jähriges Bühnenjubiläum in diesem Jahr feiern. Obwohl Hamburg an diesem sommerlichen Samstag noch einige Alternativen zu bieten hatte, kamen doch mehr als 2000 Personen auf den Barmbeker Museumshof und feierten noch bis in die späten Abendstunden.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Voll gefüllt war an diesem prächtigen Nachmittag der Museumshof vom Museum der Arbeit in Barmbek

Unter dem Moot ‚Wir sind Hamburg‘ werden solche Veranstaltungen unter anderem durch den NDR mit unterstützt.

Die Rattles bildeten den Hauptact an diesem sommerlichen Tag.

 

Worldmusik oder Fusion? Auf jeden Fall heiß!

Gegensätzlicher konnten die Rahmenbedingungen der zweiten Veranstaltung vom Jazz Sommer Barmbek nicht sein. Während der Auftakt eher durch typisches April-Wetter geprägt war, kam mit dem zweiten Abend der Hochsommer sowohl von der meteorologischen als auch der künstlerischen Seite. Gleich zwei Jazz-Formationen aus Hannover gaben sich die Ehre und führten durch den Geist der legendären Jazzprojekte ‚Mahavishnu-Orchestra’ und ‚Weather Report’.

Punk Jazz vom Weather Report Projekt im Rahmen vom Jazz Sommer Barmbek 2010.

Der österreichische Pianist Joe Zawinul ließ sich von der Vielfalt an Rhythmen und Melodien aus dem afrikanischen und asiatischen Raum inspirieren. Er kombinierte virtuos diese Sounds mit Jazz zu einer ganz neuen Weltmusik. Einen kleinen Einblick in die mannigfache Vielfalt von diesem einmaligen Jazz-Projekt gaben dann die vier Musiker Nils Brederlow – Saxofon, Malte Hollmann – Keyboard, Achim Seifert – Bass und Hartmut Ritgen – Drums während der ersten guten heißen Stunde in der abermaligen Location vom Jazz Sommer Barmbek der Zinnschmelze.

Nils Brederlow am Saxofon.

Hartmut Ritgen am Schlagzeug.

Achim Seifert am Bass.

Malte Hollmann an den Keyboards.

Den Original-Frontman vom Mahavishnu-Projekt John McLaughlin konnten die Hannoveraner nun nicht aufbieten, mit fünf ausgezeichneten Musikern gelang es ihnen aber spielend, durch die a- und polyrythmischen Melodien durch indische Elemente beeinflusst zu jonglieren.

Meeting of Spirits im Rahmen vom Mahavishnu-Projekt.

Der Einfluß dieser neuen Stilrichtung im Jazz, der sich in den 70er Jahren herausgebildet hat, ist groß, weshalb junge Jazz-Musiker vielfach den Standard einfach kopieren und nachspielen. Aber wer behauptet, es handele sich um eine Kopie, war an diesem heißen Tag in der Kulturstätte im Herzen Barmbeks nicht anwesend. Der routiniert wurden übereinander liegende Rhythmen miteinander kombiniert und gekonnt in Szene gesetzt. Wie ein Schmelztiegel der Kulturen passte denn dieser Auftritt der Hannoveraner unverwechselbar zur Vielfalt von Barmbek und nach einer weiteren guten Stunde mit großartigen Musikern ging der zweite Veranstaltungsabend der Reihe seinem Ende entgegen.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Nico Deppisch am Bass.

Florian Pöschko an der Gitarre.

Michael Schultheiss an der Violine.