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2012 im Rückblick

Mein eigener Blog im Rückblick auf das Jahr 2012. Auf viele neue bewegende Bilder und die Geschichten dazu im Jahre 2013. Ich freue mich auf regen Austausch mit meinen Lesern, interessante Menschen und vor allen Dingen tolle neue Perspektiven.

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 4.400 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 7 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Barmbek wandelt sich – Quartier 21

Barmbek als Stadtteil Hamburgs muß man einfach mögen. Backstein als Baumittel zieht sich durch alle Straßen durch, auch das ehemalige Barmbeker Krankenhaus bestand überwiegend aus Backsteinbauten. Die Klinik selbst heißt neuerdings Asklepios und hat längst neue moderne Räume bezogen. Zurück blieben die alten genau 21 Gebäude, die in den letzten Jahren eine erstaunliche Renaissance durchmachten.

Inmitten der vorhandenen Parklandschaft entsteht in Hamburg-Barmbek das neue Quartier 21.

Das Konzept sah ein generationsübergreifendes Wohnen und Arbeiten in dem Gebiet des ehemaligen Krankenhauses vor. Wo vorher unter anderem die Geburtsstationen waren, sollten neue Flächen für Büros, Gastronomie, Einzelhandel und zum Wohnen entstehen. Barmbek erhält somit zwischen dem Rübenkamp, der Fuhlsbüttler Straße und dem Hartzloh ein völlig neues und auch einmaliges Stadtbild. Umgeben sind die aufwendig modernisierten Bauten vom alten Baumbestand wie über 100 Jahre alte Kastanien und Eichen. In welchem quasi Neubaugebiet gibt es bereits so eine vorhandene Parklandschaft, die nur eingebettet werden mußte?

Die 21 Gebäude wurden aufwendig saniert und neuer Wohnraum wurde geschaffen.

Gerade die großzügig angelegten Freiflächen zwischen den Gebäuden waren oft für einen reibungslosen Krankenhausalltag eher hinderlich. Deshalb zog das AK Barmbek komplett in den Neubau der Asklepios-Klinik. Neben der Verkehrsberuhigung nebst der zentralen Lage zu wichtigen S-Bahn-Haltestellen und dem alten Baumbestand zählen die Grünflächen inzwischen zu den Alleinstellungsmerkmalen vom neuen Quartier 21 – benannt nach der Anzahl der vorhandenen umgebauten Gebäuden.

Neben den jungen Familien wurde extra ein Seniorenpflegezentrum eingerichtet, damit allen Bewohnern ein angenehmes und individuelles miteinander wohnen ermöglicht wird.

Die Bedenken und Vorurteile waren dennoch groß. Barmbek als eher bodenständiger Stadtteil mit moderaten Mieten sollte nicht auch noch der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Dabei hatte die Fuhlsbüttler Straße – in Hamburg auch als liebevoll als ‚Fuhle‘ bezeichnet – in den letzten Jahren mit einem zunehmend schlechteren Image zu kämpfen. Immer schon leicht gegen die Hamburger Straße als Einkaufsstandort zurück bleibend, zogen immer mehr 1-Euro-Läden und Filialen in die einst beliebte Einkaufsstraße. Aber momentan ist eher das Gegenteil der Fall, denn heruntergekommene Läden auf der anderen Straßenseite gegenüber vom Quartier schließen reihenweise. Ob allerdings eine Sanierung und eine steigende Qualität vom Angebot gleich bedeutend mit exorbitanten Mieterhöhungen einhergeht, bleibt  abzuwarten.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Mit diesem neuen Konzept der integrativen Quartiersentwicklung bildet sich automatisch wieder mehr ein dörflicher Charakter innerhalb vom Quartier.

Baumhäuser in der Bebelallee

Wer träumt nicht als kleines oder großes Kind davon, in einem Baumhaus im Wipfel einer großen dichten Krone zu wohnen.

Das Modernisierungs- und Nachverdichtungsprojekt ‚Treehouses‘ vom Hamburger Architekturbüro ‚Blauraum‘.

Es waren keine großen Kindheitsträume, sondern mehr rationale Argumente, die aus der Wohnsiedlung in der Bebelallee aus den späten 50er Jahren eine Nachverdichtung notwendig machten. Es sollte zum einen die bestehende Wohnfläche vergrößert werden und zum anderen größere Flächen für Familien geschaffen werden. Der sparsame Materialeinsatz und der vorhandene Baumbestand gaben den Impuls zu einer Aufstockung der Gebäude mittels einer Holzfassade.

Die überwiegend zweigeschossigen Bauten wurden um ein bis zwei Stockwerke aufgestockt, wo Platz für junge Familien geschaffen wurde.

Inmitten vom Hamburger Stadtteil Alsterdorf stockten die Hamburger Architekten Blauraum zwischen 2008 und 2010 die Wohnblöcke um eineinhalb Etagen auf. Für die Fassaden dienen Zedernholzschindeln, die dank ihrer einzigartigen Textur durch Spaltung statt Sägen nicht noch versiegelt werden mußten. Dadurch erhält die Siedlung die charakteristische gelbe Färbung und der Materialeinsatz erfolgte sehr sparsam. Außerdem gibt es eine wunderbare Harmonie zu den handgestrichenen Ziegeln vom Sichtmauerwerk.

Charakteristisch für die Nachverdichtung sind die Schindelfassaden mit gespaltenem Zedernholz, die mit der gelblichen Färbung einen angenehmen Kontrast zur ehemals rein grauen ergeben.

Damit bleibt den neuen Bewohnern leider das Gefühl versäumt, in der Baumkrone selbst zu wohnen. Die großzügige Bauweise mit Holz errang dafür großes internationales Aufsehen. Als Krönung wurde das Beispiel von gelungener Nachverdichtung im Städtebau 2011 mit dem deutschen Holzbaupreis ausgezeichnet. Ein gelungenes Beispiel, wie Hamburg aus bestehenden Flächen neuen Wohnraum generieren kann.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Die Bauweise orientiert sich an den Baumbestand in der Umgebung und spiegelt in Form der ‚Treehouses‘ den Eindruck von echten Baumhäusern wider.

Falkenried – Individualität gepaart mit sozialer Gemeinschaft

Der Bau der Wohnhäuser in den Falkenried-Terrassen ist mittlerweile über 100 Jahre her. Die Wohnungen entstanden genauso wie weitere Stadtteile etwa Barmbek unter anderem als Opfer für die Speicherstadt. Zeitgleich mit dem Bau der U-Bahn verlegte die Stadt ganze Wohnquartiere in die Peripherie und nicht unerwähnt, wandelt sie die hafennahen Gebiete wieder in Wohnviertel um. In Hoheluft-Ost entstanden auf diese Art ein paar Hundert Wohnungen (Quelle: falkenried-terrassen.de) mit Anschluß an das öffentliche Trink- und Abwassernetz. Eine neue Heimat fanden daneben auch einige Arbeiter vom damals gegenüberliegenden Betrieb der Straßenbahn Gesellschaft.

Die über 100 Jahre alten Häuser entstanden für die Arbeiter der Straßenbahngesellschaft und Umzügler aus der Speicherstadt.

Die längst unter Denkmalschutz stehenden Terrassen befinden sich nach erfolgreicher Sanierung inzwischen im genossenschaftlichen Mieterbesitz. Dadurch konnte mitten in der exponierten Lage nahe Eppendorf preisgünstiger Mietraum für sozial Benachteiligte erhalten bleiben. Zwischen Falkenried und der Löwenstraße verlaufen die Häuser senkrecht zu den Straßen. Großzügig angelegte Fußwege bilden mit viel Grün eine Oase zum Rückzug aus der Hektik einer Großstadt. Nachbarn treffen sich, tauschen sich aus und helfen sich wie selbstverständlich gegenseitig. Wer sich zurückziehen möchte, geht in die kleinen Behausungen und hat ab vom Verkehrslärm seine Ruhe. Seit 1988 werden die Terrassen von den Bewohnern in Eigenregie verwaltet.

Zwischen den Häuserreihen verlaufen keine befahrenen Straßen. Viel Grün lockert die Reihen auf und lädt ein zum Verweilen und Klönschnack mit den Nachbarn.

Der nach dem ehemaligen Betrieb genannte Straßenbahnring wurde nach dem Umzug der Hamburger Hochbahn Tochter komplett saniert und beherbergt eine Mixtur aus Büro, Geschäften und Wohnraums. Die alten Hallen der Straßenbahnwerke vermengen sich dort geschickt mit modernen Neubauten, die sich mit Backstein und Glas an die Hamburger Tradition anlehnen. Und das ehemalige Pförtnerhaus dient jetzt charmant der gastronomischen Vielfalt Hamburgs.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Jeder ist offen, keiner wird gezwungen, die lockere Nachbarschaft und die geringen Mieten unterstützen gerade sozial benachteiligte Mieter.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Terrassen befand sich eine Tochter der Hamburger Hochbahn, deren Gelände nach dem Umzug komplett saniert wurde.

Es entstanden eine ganze Vielzahl von Büroräumen, Geschäften und neuer Mietraum.

Im ehemaligen Pförtnerhaus fand eine Hamburger Gastronomie eine charmante neue Unterkunft.