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Zwei Hamburger Sehenswürdigkeiten auf einen Streich

Was für ein Anblick. Nachdem die Landungsbrücken in Hamburg lange Zeit renoviert wurden, ist die Bauplane um den Turm im Jahr 2011 verschwunden. Dazu wurde im November/Dezember des gleichen Jahres eines der größten Touristenmagneten überholt und liegt selbst im Trockendock von Blohm und Voss – die Queen Mary 2.

Die Queen Mary 2 im Dock von Blohm & Voss vor den LandungsbrüŸcken.

Die Landungsbrücken dienen als Wasserbahnhof mit einer schwimmenden Anlegestelle als zentraler Ausgangspunkt von Hafenfähren und Hafenrundfahrten. Der Turm befindet sich an der Ostseite der Anlage und zeigt neben der Uhrzeit auch den jeweiligen Wasserstand an.

Eine typische Hamburger Kulisse mit prominenter Besatzung – Landungsbrücken, Hafenkräne und die Queen Mary im Dock bei Blohm & Voss.

Der erste Schiffsanleger wurde 1839 errichtet, da damals der Antrieb noch mit Kohle erfolgte und man weit genug vom Land entfernt sein wollte. Die Bauten sind immer noch eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt und auf unzähligen Postkarten befindet sich das allseits beliebte Fotomotiv.

Die Anlage besteht aus einzelnen Pontons, die numeriert sind und als Hausnummer der Souvenirläden, Imbißgeschäfte und Gastronomiebetriebe dienen.

Als Gast in Hamburg immer sehr beliebt – Queen Mary 2

Die Queen Mary 2 wird auch als QM2 abgekürzt und wird von der britischen Reederei Cunard Line als Flaggschiff betrieben. In Hamburg lief das imposante Passagierschiff im Jahr 2004 das erste Mal ein, flankiert von mehreren Hunderttausend Zuschauern. Langsam gleitete es damals in den Hafen, nahm es gekonnt mit den ohnehin wenigen hohen Gebäuden der Stadt auf, bis es mitten im Hafen vorsichtig gedreht wurde.

Inzwischen ist das Kreuzfahrtschiff ein regelmäßiger Stadt auf Anlässen wie Hafengeburtstag oder gar den Cruise Days. Im Juli 2012 findet sogar ein Cunard Day benannt nach der Reederei statt, bei sich die Königin neben ihrer Schwester der Queen Elizabeth im Hamburger Hafen die Ehre gibt.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Besuchstermine 2012 – alle Angaben ohne Gewähr (Quelle: hamburg.de):

  • 13. Mai 2012 Ankunft gegen Mittag, Abfahrt am späten Abend (Besuch beim Hafengeburtstag Hamburg)
  • 20. Mai 2012 Ankunft am frühen Morgen, Abfahrt am Abend
  • 15. Juli 2012 Ankunft am Morgen, Abfahrt am späten Abend (Cunard Day – Gemeinsamer Besuch mit dem Schwesterschiff Queen Elizabeth)
  • 25. Juli 2012 Ankunft am Morgen, Abfahrt am Abend
  • 12. August 2012 Ankunft am frühen Morgen, Abfahrt am späten Abend
  • 19. August 2012 Ankunft am frühen Morgen, Abfahrt am Abend (Besuch bei den Hamburg Cruise Days)
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All zu nah nach… – was auch immer?

Wer nach Hamburg reist, egal wie lange, kommt kaum um Altona herum. Von der Einwohnerzahl mit der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel vergleichbar vereint der westlichste Bezirk solch unterschiedliche Stadtteile wie die Altstadt, die szenigen und damit sehr beliebten Gegenden Sternschanze und Ottensen sowie die vornehmeren Viertel wie Blankenese. In dieser Konstellation gehört es noch keine 100 Jahre zu Hamburg und ist dennoch nicht mehr wegzudenken.

Blick zur blauen Stunde vom Altonaer Balkon Richtung Elbe – Postmodernes Bürogebäude trifft dort auf das Hafenpanorama.

Der Weg führt uns durch das Galão schlürfende Szeneviertel Ottensen direkt an die Elbe zum Altonaer Balkon. Von hier aus ist die Orientierung prächtig. In Richtung Süden schweift der Blick über die Docklands des Hamburger Star-Architekten Hadi Teherani weiter geradeaus in Richtung Hafen – dem Pulsschlag der Stadt. Hier pocht die Arbeit ununterbrochen, die Kräne sind im Dauereinsatz und unzählige Container wechseln ihren Inhalt. Richtung Westen ahnt man den Fischmarkt, die Altstadt von Altona und jede Menge Fisch. Selbst Ina Müller huldigt mit ihrer Nacht die Folklore der hanseatischen Tradition von Shantychören. Dem Westen gehört Blankenese, wo der Besucher erfährt, wie viele Treppen so ein Gebiet umfassen kann. Und Ottensen, wo der Besucher bereits seinen Galão schlürfen konnte, befindet sich nördlich vom Altonaer Balkon, von wo aus wir einen Ausflug in die Altstadt Altonas unternehmen.

Guter Start mit einer guten Grundlage für einen Rundgang egal zu welcher Tageszeit stellt das Fischerhaus dar. Traditionell hergerichtete Speisen zählen zu den Spezialitäten des Hauses.

Der Fischmarkt selbst, die Haifischbar, die Fischauktionshalle und das Stilwerk sind nur einige der prominenten Vertreter der Backsteingebäude direkt an der Elbe, dort wo bei Sturmflut schnell einige Autos unter Wasser stehen. Etwas weiter Richtung Westen am Fuße der in den 80er Jahren besetzten Hafenstraße liegt ein ehrwürdiges, wenn auch etwas altbackenes Fischlokal Fischerhaus mit seinem gelben markanten Anstrich von außen. Wer dagegen die direkte Lage am Wasser bevorzugt, kann den guten Ausblick aus dem Restaurant ‚La Vela‘ erhaschen. Überhaupt reihen sich entlang der Kühlhäuser an der Großen Elbstraße kleine, rustikale Fischimbisse, wo an Wochenenden Heerscharen von Hamburgern den köstlichsten frischen Fisch verzehren. Unverzichtbar ist ein kühles Blondes in der Haifischbar ein Sammelsurium aus maritimen Gegenständen wie Buddelschiffe oder Rettungsringen.

Im ‚La Vela‘ wird der Gast noch groß geschrieben, Service geht über alles.

Wer lieber gepflegt shoppen gehen möchte, kommt um das Stilwerk nicht herum. Ein buntes Treiben von Möbelgeschäften und Lifestyle-Produkten gehen hier über den Ladentisch – ein Konzept, das es auch nach Berlin, Düsseldorf und Wien geschafft hat.

Die Haifischbar ist ein Tummelbecken nicht nur für die Hamburger Haie.

Nach dem ganzen Heckmeck bleibt der Blick im Fokus des Bummlers. Wieder wird das Lokal von der Wasserkante und den gigantischen Kränen geprägt, doch diesmal etwas höher hinaus, an der oberen Seite der Hafenstraße, wo künstliche Palmen und etwas Rasen die Ruhe zum Einhalten geben sollen.

Typischer Sonntagmorgen in der Fischauktionshalle.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Was für ein Plunder

In jeder Region in Deutschland heißen Brötchen anders – Schrippe in Berlin, Semmel in Hessen, Weckle in Schwaben und Franken oder Rundstück in Hamburg. Brötchen einfach beim Bäcker einzukaufen, bedeutet für Touristen meist selbst innerhalb von Deutschland einen neuen Begriff zu lernen. Süße Varianten von Brötchen gibt es hingegen schon seltener, aber eine davon  gehört mit steigender Beliebtheit zum typischen Hamburger Frühstückstisch dazu – das Franzbrötchen.

Platt und an mehreren Stellen eingedrückt – die verschiedenen Thesen zur Herkunft beschäftigen sich mehr mit den Zutaten, denn mit der charakteristischen Form vom Franzbrötchen.

Der Name leitet sich aus der Herkunftsgeschichte ab, da der Ursprung wohl in der Zeit der französischen Besatzung Anfang des 19. Jahrhunderts liegt. Zu dem genauen Ablauf streiten sich aber die Historiker. Fest steht, das ein normaler Laib Brot unter dem Einfluß der Franzosen und dem Croissant angelehnt wohl mit Butter gebacken wurde. Die Veredelung fand dann später in einer Fettpfanne statt. Die auf Stadtrundfahren verbreitete Anekdote, es habe ein Hamburger aus Wut über die Besatzung mit bloßer Faust auf ein Croissant geschlagen und es zum Franzbrötchen platt gemacht, gehört dagegen eher in die Kategorie Seemannsgarn. Eine andere Quelle liefert eine schöne Anekdote über einen Franz, der das Hamburger Hungerbrot aus Versehen platt drückte und ihm so seinen Namen gab.

Was zum Verzehr des Brötchens auf jeden Fall nicht fehlen darf, ist die Lust zum Genuß und der zum guten Geschmack beitragende Würze von Zimt. Manche beschmieren den klebrigen Teig unmittelbar vorher noch mit einer Extraportion Butter. Die Basis der typischen Hamburger Spezialität ist jeweils ein Plunderteig, der an einigen Stellen eingedrückt wird und so seine charakteristische Form erhält. Inzwischen gibt es von der klassischen süßen Variante zahlreiche Ableger mit Mandeln, Nüssen oder kleinen Schokoladenstücken. Für die herzhafte Fraktion werden schon mal Kürbiskerne dazu gemischt.

Und noch ein Tipps zum Ende, wie der Genuß vom Franzbrötchen noch gesteigert werden kann. Einfach über Nacht liegen lassen und durchsuppen lassen. Das Aroma vom Zimt verteilt sich somit bis zum letzten Bissen. „Ich mag das auch lieber durchgesuppscht, aber so bekomme ich die Brötchen leider nicht verkauft. Legen Sie das Franzbrötchen nur dann noch auf einen Toaster!“ Siehe da! Die Bestätigung vom Bäcker Hans-Günther Hönig aus Niendorf erfolgt unmittelbar für meinen anscheinend eigenen Geschmack. Die Kunden danken ihm die Qualität seiner Backwaren nicht zuletzt am Samstag Morgen mit meterlangen Schlangen vor seinem Stammhaus in der Ordulfstraße.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

WM Fundstück Nr. 1

Fundstück Nr. 1 während der Fußball WM 2010 ist ein Johannesburger der Schanzenbäckerei.

Johannesburger der Schanzenbäckerei