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Hertie-Gebäude – Schandfleck in Barmbek mit drei Eigentümern?

 

 

Politik am Ende des Lateins

Vor mittlerweile knapp 2 Jahren machte Hertie das Licht aus in der Fuhlsbüttler Straße. Trotz aller anfänglichen  Euphorie mit dem Leitspruch „Zum Glück gibt’s Hertie“ scheint die blühende Zeit der mittelgroßen Kaufhäuser endgültig vorbei zu sein. Dabei liegt das Gebäude sehr zentral am größten Umsteigebahnhof im Hamburger Osten im Herzen von Barmbek und verhalf auch der Fuhle zu mehr Glanz. Doch nun ärgern sich immer mehr Barmbeker über diesen leerstehenden Schandfleck, um den sich außer einem Makler in Berlin keiner mehr zu kümmern scheint. Auf Initiative einiger ortsansässiger Gewerbetreibender formierten sich Barmbeker Bürger, die zumindest etwas Licht in diese scheinbar aussichtslose Lage bringen wollten.

Stein des Anstoßes ist das seit knapp 2 Jahren leer stehende Hertie-Gebäude am unteren Ende des Fuhlsbüttler Straße.

Die ersten sechs Unterstützer dieser Initiative um den Unternehmensberater Giovanni Sciurba wünschten sich mehr Transparenz über die Pläne und Vorschläge für die runden 10.000 qm und erhöhten den Druck auf die Politik und den Bezirk, in dem sie zu einer Diskussionsveranstaltung der Auferstehungskirche einluden. Diesem Ruf, der durch die Interessensgemeinschaft der Fuhlsbüttler Straße IG Fuhle e.V. noch verstärkt wurde, folgten 250 Personen, die sich am Mittwoch in dem Gemeindesaal einfanden. Und kein geringer als der Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch neben Vertreter der 5 namhaften Parteien nahmen neben Ulrich Hoffmann und Giovanni Sciurba Platz, die damit anfingen, die Fragen laut auszusprechen, die ganz Barmbek beschäftigt.

Eingeladen waren der Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch sowie Vertreter aller fünf Parteien, die um den Einzug in die Bürgerschaft buhlen.

„Wie sind die aktuellen Eigentumsverhältnisse, was unternimmt der Bezirk, mit welchen Investoren wird zur Zeit konkret verhandelt und welche konstruktiven Vorschläge kommt von der Politik?“ fassten Hoffmann und Sciurba die Stimmung im Saal grob zusammen. Die Antworten blieben dünn und ausweichend, aber dem Bezirk und der Politik sind die Hände gebunden. Enteignung als ultimative Maßnahme käme nicht in Frage, bemüht sich Wolfgang Kopitzsch um eine befriedigende Antwort, nur der Bezirk unternähme als rechtlich mögliche. Leider erhöben nicht weniger als drei Parteien den Anspruch auf das Eigentum auf das Filetstück. Die Besitzverhältnisse wären weitaus komplizierter, als gemeinhin bekannt wäre und nur der Zusammenschluß der Öffentlichkeit und auch der IG Fuhle würde den notwendigen Druck erzeugen, dass sich über kurz oder lang etwas bewegen könne, resigniert der Bezirksamtschef.

Der Einladung folgten außerdem runde 250 Gäste, die positive Antworten vom Bezirk und aus der Politik erwarteten.

Dieser Stellungnahme schließen sich beide Vertreter der großen Parteien, Herr Jens Grapengeter (CDU) und Ksenija Bekeris (SPD) an. Frau Bekeris betont abermals die Bedeutung von Barmbek und die Notwendigkeit vom Druck des funktionierenden Stadtteilnetzwerkes, aber eine schnelle Lösung scheint nicht möglich. Die Vertreter der kleinen Parteien möchten unter anderem die Eigentümer mehr an der Entwicklung der Fuhlsbüttler Straße beteiligen, nur wie sie den wichtigen Ankerplatz des Hertie-Gebäudes mit einbinden können, bleibt auch hier als Antwort offen. Der Vertreter der Linken wich ganz vom Thema ab und setzte sich stattdessen für die kostenlose Öffnung öffentlicher Toiletten ein.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Unternehmensberater Giovanni Sciurba (dritter von links) und dem Buchhändler Ulrich Hoffmann (zweiter von links).

Was im rechtlichen Rahmen gemacht werden konnte, wurde durchgeführt, das Problem ist erkannt, nur die Grenzen sind leider eng abgesteckt, fassen die beiden Moderatoren die Kommentare aus dem Bezirk und der Politik zusammen. Aber wie sieht es denn Drumherum aus? Die Zwischenrufe werden lauter und gefühlsbetont, Dreck und Dunkelheit prägen das Bild, auch hier scheint die Verwaltung ohnmächtig zu sein und keine Lösung bieten zu können. Ob es dort an Kreativität für fehlt, lässt sich nicht auf Anhieb beantworten, bietet aber den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen zu dem Thema. Die Initiative Barmbeker Bürger lädt daher am 02.03. zu einer Folgediskussion erneut in der Auferstehungskirche ein. Man darf gespannt sein, ob durch den öffentlichen Druck der Stein ins Rollen gebracht werden kann.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Der Einzelhandel ist der Dreh- und Angelpunkt in der Stadtteilentwicklung, doch die rechtlichen Möglichkeiten bei der Einflussnahme seien begrenzt, erläuterte Wolfgang Kopitzsch – Bezirksamtschef Wolfgang Kopitzsch (in der Mitte).

Durch die letztlich schwierigen Eigentumsverhältnisse wäre die Politik am Ende des Lateins angelangt, unterstützten aber ausdrücklich das gut funktionierende Stadtteilnetzwerk, gaben die Vertreter der beiden großen Volksparteien unumwunden zu.

Die Initiative Barmbeker Bürger stieß auf großes Interesse und viele der Anwesenden trugen sich in die Listen ein, wodurch sie über die weiteren Veranstaltungen über den Fortschritt informiert werden.

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Schatten bevorzugt!

„Die heißeste Veranstaltung, die je in der Buchhandlung stattgefunden hat!“ schwärmt Ulrich Hoffmann ständig ein charmantes Lächeln auf dem Gesicht bei zumindest gefühlten 50° C. Gemeint hat er die bereits sechste Veranstaltung aus der Musikreihe ‚Jazz Sommer Barmbek’ organisiert von der IG Fuhle e.V. in Zusammenarbeit mit dem Harburger Stellwerk.

Die Buchhandlung von Ulrich Hoffmann lud diesmal zu einem sowohl literarischen als auch musikalischen Abend ein. Und trotz der Hitze wurden die Stühle dicht an dicht gedrängt und das Publikum konnte den Worten der Krimi-Autorin Katrin McClean lauschen. Untermalt wurde die Stimme von den Tönen des Pianisten Johannes Bahlmann. Der Roman „Im Schatten des Geldes“ handelt von der Hamburger Polizei-Psychologin Veronika Dorn, die einen längst zu den Akten gelegten Selbstmord doch noch als Mord aufklärt. Denn ihre Intuitition lässt sie nicht los und sie klärt schließlich auch die finanziellen Hintergründe dieses Kriminalfalles.

„Wir hatten eine unglaubliche Resonanz, vor allem kamen Menschen aus anderen Stadtteilen nach Barmbek, was uns sehr gefreut hat.“ Erzählt Herr Hoffmann und nimmt noch einen Schluck seines für die Gäste bereit gestellten Mineralwassers.

Die Spannung auf diese ungewöhnliche Lesung mit den immer passend gewählten Musikstücken war hoch und es kamen trotz der Temperatur weitaus mehr Gäste, die dort mit kostenlosen Erfrischungsgetränken bewirtet wurden. Geduldig harrten sie bis zum Schluß aus und strebten dann wieder in alle Himmelsrichtungen Barmbeks. Das Schlusswort geht damit zurück an Herrn Ulrich Hoffmann: „Durch die IG Fuhle konnte die Jazz Reihe realisiert werden und ich hoffe natürlich sehr auf weitere so hervorragende Ideen.“

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Gastgeber der 6. Veranstaltung der Reihe Jazz Sommer Barmbek mit der Autorenlesung aus dem Krimi ‚Im Schatten des Geldes’ war…

…die Buchhandlung Hoffmann in der Fuhlsbüttler Straße. Es erschienen trotz der hochsommerlichen Temperaturen rund 40 eifrige Leser, die den Worten der Autorin untermalt von Klaviermusik lauschten.

Die Krimi-Autorin Katrin McClean liest aus Ihrem Hamburger Krimi und wird dabei tatkräftig…

…von dem Jazz-Pianisten Johannes Bahlmann am elektrischen Piano unterstützt.