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“Warum sind denn die ganzen Leute alle in weiß gekleidet?”

Es war ein schöner Tag der vorvorletzte Tag im August, die Sonne brannte so, als hätte sie’s gewußt. Die Luft war flirrend heiß und um dabei zu sein, sagte ich den andern, sie habe heute alle Zeit. So fingen die verschiedenen White Dinner im Jahr 2015 an.

Fotografien von dem White Dinner in der Innenstadt und am Winterhuder Kai [CREDIT: www.bewegende-bilder.de - Cornelius Kalk - Beimoorstrasse 11 - 22081 Hamburg - phone +49.40.35706477 - mobile +49.177.7321777 - kalk@bewegende-bilder.de - Bank: Foerde Sparkasse BLZ 21050170 Konto 7140007 IBAN: DE88 2105 0170 0007 1400 07 BIC: NOLADE21KIE Steuernummer 46/112/02054 - Bei der Verwendung ausserhalb journalistischer Berichterstattung (z.B. Werbung etc.) bitte vorher mit dem Autor Kontakt aufnehmen.]

Sonnenschein pur beim für manchen besten Event in Hamburg nicht kommerzieller Art – dem Weißen Dinner 2015

Etliche Freunde der weißen und nicht kommerziellen Veranstaltungen riefen auch dieses Jahr zum Abendessen in Weiß auf und viele stilvoll in Weiß gekleidete Hamburger machten sich auf den Weg mit Tischen, Stühlen, Dekoration und auch jede Menge zum Essen und Trinken und genossen den herrlichen Spätsommerabend in den unterschiedlichen Stadtteilen. Der Wettergott spielte diesmal, wie angekündigt, mit, aber wie würden die Hamburger auf das breite Angebot in Hamburg reagieren und welchen Ort würden sie bevorzugen? An diesem Abend jedenfalls paßte alles sehr gut zusammen.

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Vor dem Renaissance Hotel war die Fläche in der Hamburger Innenstadt vorgesehen.

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Die Organisation vom Heuberg schmückten redlich ihre Tische. Es erschienen bei bestem Wetter allerdings nur wenige bis zum frühen Abend.

Basierend auf der Idee aus Paris als ‘Diner en blanc’ fand die Zusammenkunft von weiß gekleideten Teilnehmern erstmal im Jahr 2010 in Hamburg statt. Seitdem zeichnete sich das Sommerevent unter dem Namen Weißes Dinner Hamburg durch eine wachsende Besucherzahl aus mit dem Höhepunkt und 6.500 Besuchern vor 2 Jahren an der Ericusspitze und Umgebung. Es gibt einen einfachen Dresscode, der von Kopf bis Fuß in weiß vorgibt. Viele bevorzugen eine richtig weiß gedeckte und stimmig geschmückte Tafel und trinken dazu natürlich entweder einen kühlen Weißwein oder ein Weißbier.

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Den Alsterlauf hingegen schmückten nicht nur die Alsterschwäne und -käne, sondern auch ein Meer an Weiß.

Eine dieser öffentlichen Plätze befand sich nun im Jahr 2015 mitten am Heuberg am Renaissance Hotel. Ein paar Anrainer luden ein und schmückten fleißig die strahlenden Tafeln. Doch der Zuspruch fiel dort jedenfalls eher verhalten aus. Etwa 200 bis 300 Gäste kamen und speisten bis kurz vor sieben.

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Kaum schönen ließ sich in Hamburg die untergehende Sommersonne genießen. Diesem Schauspiel folgend waren fast alle der Gäste stilvoll in weiß gekleidet.

Eine der Alternativen sah den Winterhuder Kai entlang vom Alsterlauf direkt am Winterhuder Fährhaus vor. Wer die Ecke kennt, wird ihn einigen anderen Orten definitiv vorziehen. Zwischen den ersten Häusern und dem Wasser liegt eine gute Zufahrt, welche den Transport erheblich erleichtert haben dürfte. Ursprünglich sollte nur auf dem Weg gedeckt und aufgetischt werden, aber immer mehr Gäste kamen und drängelten sich bis ans Ufer. Die Stimmung war äußerst friedlich, alle zeigten gute Laune. Es wurde miteinander geklönt und sowohl Essen als auch Getränke wurden untereinander schon mal ausgetauscht.

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Jedes vorbei schwimmende Schiff wurde mit weißen Tüchern freudig begrüßt

Wer keine Tische schleppen wollte, deckte sich auf weißen Tüchern und Decken aus. Und dann erst dieser unbeschreibliche Blick auf die untergehende Sonne und etwas später der Mond, der hinter dem Fährhaus zum Vorschein kam. Wer an den gefühlten 1.000 Menschen vorbeikam, war von der Ausstrahlung sofort gefangen und fasziniert entstanden zahlreiche Fotos und Videos mit allen Smartphones, die gezückt werden konnten. Selbst auf dem Weg nach Hause waren die Teilnehmer am öffentlichen Nahverkehr irritiert und fragten sich, warum denn hier so viele weiße Kleidung an hatten.

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Nicht immer blieb der weiße Dresscode auf die Kleidung beschränkt. Sogar passender Haarschmuck erfreute die Teilnehmer

Den Veranstaltern vom Winterhuder Bürgerverein ist also nicht genug zu danken. Es war eine fantastische Veranstaltung und alle hoffen auf ähnlich gute Bedingungen im kommenden Jahr.

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Die schwindende Helligkeit wurde überall mit echten oder elektrischen Kerzen ausgeglichen. Romantischer geht es in Hamburg kaum.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

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2012 im Rückblick

Mein eigener Blog im Rückblick auf das Jahr 2012. Auf viele neue bewegende Bilder und die Geschichten dazu im Jahre 2013. Ich freue mich auf regen Austausch mit meinen Lesern, interessante Menschen und vor allen Dingen tolle neue Perspektiven.

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 4.400 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 7 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Barmbek wandelt sich – Quartier 21

Barmbek als Stadtteil Hamburgs muß man einfach mögen. Backstein als Baumittel zieht sich durch alle Straßen durch, auch das ehemalige Barmbeker Krankenhaus bestand überwiegend aus Backsteinbauten. Die Klinik selbst heißt neuerdings Asklepios und hat längst neue moderne Räume bezogen. Zurück blieben die alten genau 21 Gebäude, die in den letzten Jahren eine erstaunliche Renaissance durchmachten.

Inmitten der vorhandenen Parklandschaft entsteht in Hamburg-Barmbek das neue Quartier 21.

Das Konzept sah ein generationsübergreifendes Wohnen und Arbeiten in dem Gebiet des ehemaligen Krankenhauses vor. Wo vorher unter anderem die Geburtsstationen waren, sollten neue Flächen für Büros, Gastronomie, Einzelhandel und zum Wohnen entstehen. Barmbek erhält somit zwischen dem Rübenkamp, der Fuhlsbüttler Straße und dem Hartzloh ein völlig neues und auch einmaliges Stadtbild. Umgeben sind die aufwendig modernisierten Bauten vom alten Baumbestand wie über 100 Jahre alte Kastanien und Eichen. In welchem quasi Neubaugebiet gibt es bereits so eine vorhandene Parklandschaft, die nur eingebettet werden mußte?

Die 21 Gebäude wurden aufwendig saniert und neuer Wohnraum wurde geschaffen.

Gerade die großzügig angelegten Freiflächen zwischen den Gebäuden waren oft für einen reibungslosen Krankenhausalltag eher hinderlich. Deshalb zog das AK Barmbek komplett in den Neubau der Asklepios-Klinik. Neben der Verkehrsberuhigung nebst der zentralen Lage zu wichtigen S-Bahn-Haltestellen und dem alten Baumbestand zählen die Grünflächen inzwischen zu den Alleinstellungsmerkmalen vom neuen Quartier 21 – benannt nach der Anzahl der vorhandenen umgebauten Gebäuden.

Neben den jungen Familien wurde extra ein Seniorenpflegezentrum eingerichtet, damit allen Bewohnern ein angenehmes und individuelles miteinander wohnen ermöglicht wird.

Die Bedenken und Vorurteile waren dennoch groß. Barmbek als eher bodenständiger Stadtteil mit moderaten Mieten sollte nicht auch noch der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Dabei hatte die Fuhlsbüttler Straße – in Hamburg auch als liebevoll als ‚Fuhle‘ bezeichnet – in den letzten Jahren mit einem zunehmend schlechteren Image zu kämpfen. Immer schon leicht gegen die Hamburger Straße als Einkaufsstandort zurück bleibend, zogen immer mehr 1-Euro-Läden und Filialen in die einst beliebte Einkaufsstraße. Aber momentan ist eher das Gegenteil der Fall, denn heruntergekommene Läden auf der anderen Straßenseite gegenüber vom Quartier schließen reihenweise. Ob allerdings eine Sanierung und eine steigende Qualität vom Angebot gleich bedeutend mit exorbitanten Mieterhöhungen einhergeht, bleibt  abzuwarten.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Mit diesem neuen Konzept der integrativen Quartiersentwicklung bildet sich automatisch wieder mehr ein dörflicher Charakter innerhalb vom Quartier.

Baumhäuser in der Bebelallee

Wer träumt nicht als kleines oder großes Kind davon, in einem Baumhaus im Wipfel einer großen dichten Krone zu wohnen.

Das Modernisierungs- und Nachverdichtungsprojekt ‚Treehouses‘ vom Hamburger Architekturbüro ‚Blauraum‘.

Es waren keine großen Kindheitsträume, sondern mehr rationale Argumente, die aus der Wohnsiedlung in der Bebelallee aus den späten 50er Jahren eine Nachverdichtung notwendig machten. Es sollte zum einen die bestehende Wohnfläche vergrößert werden und zum anderen größere Flächen für Familien geschaffen werden. Der sparsame Materialeinsatz und der vorhandene Baumbestand gaben den Impuls zu einer Aufstockung der Gebäude mittels einer Holzfassade.

Die überwiegend zweigeschossigen Bauten wurden um ein bis zwei Stockwerke aufgestockt, wo Platz für junge Familien geschaffen wurde.

Inmitten vom Hamburger Stadtteil Alsterdorf stockten die Hamburger Architekten Blauraum zwischen 2008 und 2010 die Wohnblöcke um eineinhalb Etagen auf. Für die Fassaden dienen Zedernholzschindeln, die dank ihrer einzigartigen Textur durch Spaltung statt Sägen nicht noch versiegelt werden mußten. Dadurch erhält die Siedlung die charakteristische gelbe Färbung und der Materialeinsatz erfolgte sehr sparsam. Außerdem gibt es eine wunderbare Harmonie zu den handgestrichenen Ziegeln vom Sichtmauerwerk.

Charakteristisch für die Nachverdichtung sind die Schindelfassaden mit gespaltenem Zedernholz, die mit der gelblichen Färbung einen angenehmen Kontrast zur ehemals rein grauen ergeben.

Damit bleibt den neuen Bewohnern leider das Gefühl versäumt, in der Baumkrone selbst zu wohnen. Die großzügige Bauweise mit Holz errang dafür großes internationales Aufsehen. Als Krönung wurde das Beispiel von gelungener Nachverdichtung im Städtebau 2011 mit dem deutschen Holzbaupreis ausgezeichnet. Ein gelungenes Beispiel, wie Hamburg aus bestehenden Flächen neuen Wohnraum generieren kann.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Die Bauweise orientiert sich an den Baumbestand in der Umgebung und spiegelt in Form der ‚Treehouses‘ den Eindruck von echten Baumhäusern wider.

Falkenried – Individualität gepaart mit sozialer Gemeinschaft

Der Bau der Wohnhäuser in den Falkenried-Terrassen ist mittlerweile über 100 Jahre her. Die Wohnungen entstanden genauso wie weitere Stadtteile etwa Barmbek unter anderem als Opfer für die Speicherstadt. Zeitgleich mit dem Bau der U-Bahn verlegte die Stadt ganze Wohnquartiere in die Peripherie und nicht unerwähnt, wandelt sie die hafennahen Gebiete wieder in Wohnviertel um. In Hoheluft-Ost entstanden auf diese Art ein paar Hundert Wohnungen (Quelle: falkenried-terrassen.de) mit Anschluß an das öffentliche Trink- und Abwassernetz. Eine neue Heimat fanden daneben auch einige Arbeiter vom damals gegenüberliegenden Betrieb der Straßenbahn Gesellschaft.

Die über 100 Jahre alten Häuser entstanden für die Arbeiter der Straßenbahngesellschaft und Umzügler aus der Speicherstadt.

Die längst unter Denkmalschutz stehenden Terrassen befinden sich nach erfolgreicher Sanierung inzwischen im genossenschaftlichen Mieterbesitz. Dadurch konnte mitten in der exponierten Lage nahe Eppendorf preisgünstiger Mietraum für sozial Benachteiligte erhalten bleiben. Zwischen Falkenried und der Löwenstraße verlaufen die Häuser senkrecht zu den Straßen. Großzügig angelegte Fußwege bilden mit viel Grün eine Oase zum Rückzug aus der Hektik einer Großstadt. Nachbarn treffen sich, tauschen sich aus und helfen sich wie selbstverständlich gegenseitig. Wer sich zurückziehen möchte, geht in die kleinen Behausungen und hat ab vom Verkehrslärm seine Ruhe. Seit 1988 werden die Terrassen von den Bewohnern in Eigenregie verwaltet.

Zwischen den Häuserreihen verlaufen keine befahrenen Straßen. Viel Grün lockert die Reihen auf und lädt ein zum Verweilen und Klönschnack mit den Nachbarn.

Der nach dem ehemaligen Betrieb genannte Straßenbahnring wurde nach dem Umzug der Hamburger Hochbahn Tochter komplett saniert und beherbergt eine Mixtur aus Büro, Geschäften und Wohnraums. Die alten Hallen der Straßenbahnwerke vermengen sich dort geschickt mit modernen Neubauten, die sich mit Backstein und Glas an die Hamburger Tradition anlehnen. Und das ehemalige Pförtnerhaus dient jetzt charmant der gastronomischen Vielfalt Hamburgs.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Jeder ist offen, keiner wird gezwungen, die lockere Nachbarschaft und die geringen Mieten unterstützen gerade sozial benachteiligte Mieter.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Terrassen befand sich eine Tochter der Hamburger Hochbahn, deren Gelände nach dem Umzug komplett saniert wurde.

Es entstanden eine ganze Vielzahl von Büroräumen, Geschäften und neuer Mietraum.

Im ehemaligen Pförtnerhaus fand eine Hamburger Gastronomie eine charmante neue Unterkunft.

Für die Sache

Bei Helmuth Sturmhoebel steht man sofort im Esszimmer, wenn er die Tür öffnet. „Es ist der Verkaufsraum eines alten Milchladens“, erklärt er. Das Haus im ehemaligen Sande hat Geschichte. Helmuth Sturmhoebel macht Geschichte. Das klingt abgehoben, stimmt aber. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er lieber anpackt, als dass er debattiert. Damit, dass er nicht „nein“ sagen kann, hat es sicher auch zu tun.

Helmuth Sturmhoebel – Oberstudienrat – Deutscher in 3. Generation, aber seine Familie kam selbst aus dem Memelland nach Bergedorf. Auch dabei findet eine Art Integration und Vermischung der Kulturen statt, wobei mindestens eine einheitliche Sprache bei allen als Basis der Kommunikation vorhanden ist.

Helmuth Sturmhoebel ist Sonderschullehrer an der Lohbrügger Grundschule Max-Eichholz-Ring, einer der beiden ersten Schulen in Hamburg, die eine Integrationsklasse hatten.

Mit seiner Frau Elke, die Reisejournalistin ist, reist er durch die Welt. „Der Horizont weitet sich“, sagt Sturmhoebel über seine Reisen. Ein Beispiel: „Mali ist laut Weltbank  eines der ärmsten Länder. Slums und hungernde Menschen gibt es dort trotzdem nicht.“ Seinen Horizont erweitert hat Sturmhoebel schon als Schüler. Bevor er ein Jahr als Austauschschüler in den USA war, engagierte er sich in der evangelischen Gemeinde als Jugendleiter. Nahe der mexikanischen Grenze in Imperial Beach hat er unterschiedliche christliche Gruppen kennengelernt und deren Kirchen fotografiert. Wieder in Deutschland entschied er sich gegen die Religion. Im Studium übernahm er dann 1978 zum ersten Mal einen Jugendweihekurs in Bergedorf. „Es geht darum, Verantwortungsethik zu vermitteln“, erläutert er. Da in Helmuth Sturmhoebel auch ein Forschergeist schlummert, beteiligte er sich an einem Buch über die Historie der Jugendweihe. Im Augenblick erforscht er seine Familiengeschichte und die Verbindung eines seiner Verwandten zu Edvard Munch.

1973 trat Sturmhoebel den Jusos bei und nach dem Nato-Doppelbeschluss wieder aus. Heute sitzt Sturmhoebel als Parteiloser für die Linke im Stadtteilbeirat Lohbrügge. Er kandidierte weit hinten auf der Liste der Linken. Das neue Wahlrecht brachte ihn weit nach vorn auf der Liste, aber nicht in die Bezirksversammlung. In der Bezirksfraktion der GAL war Sturmhoebel auch als parteiloses Mitglied mehrmals vertreten. Der Kossovoeinsatz der Bundeswehr, beschlossen von SPD und Grünen auf Bundesebene, verursachten die Abspaltung der Regenbogenfraktion, zu der Sturmhoebel für seine verbliebene Amtszeit zählte. Bei den Friedensdemos in Bonn, war er dabei und kurze Zeit DKP-Mitglied. „Parteidiskussionen sind nichts für mich“, sagt er und: „Ich engagiere mich lieber für die Sache und suche mir Bündnispartner.“

Zum Beispiel im Vorstand und als Mitarbeiter für den 1988 gegründeten ZornRot e.V., der Frauen, Männern und Kindern Beratung bei sexualisierter Gewalt anbietet. Beim Deutschen Freidenker Verband war er Vorsitzender im Landesverband Hamburg/Schleswig-Holstein und im Bundesvorstand, seit 34 Jahren engagiert er sich bei der AWO. Er ist Kassenwart und betreut die Mitgliederverwaltung im Kreis Bergedorf. „Ich konnte wieder nicht nein sagen, als mein Vorgänger krank wurde“, erläutert er.

Die Geschichte der Integration seiner eigenen Familie ist bei Helmuth Sturmhoebel immer präsent, denn sie ist ihm wichtig. Genauso wie er lieber ein ordentliches Buch liest, statt sich vorm Fernsehen zu setzen.

Der große, aufrechte Mann mit dem grauen Haar ist immer konkret. Sprüche wie „Integration ist keine Einbahnstraße“, gehören nicht in sein Repertoire. „Integration beginnt, wenn der Mensch da ist“, sagt er. Das heißt für ihn: „Sprachkurse für Eltern sind wichtig. Wenn die Menschen hier ankommen wollen, dann lernen sie die Sprache.“

Fragt man nach seiner Einschätzung zur Entwicklung des Stadtteils, bringt er diese sofort in den Zusammenhang mit den neuesten Sparvorhaben des Senats. „Wir brauchen mehr Geld für die Jugendarbeit, nicht weniger“, sagt er und: „Jugendliche bewegen sich in einem Umkreis von 500 Metern um ihr Elternhaus, deswegen muss die Jugendarbeit vor Ort stattfinden.“ Für Senioren gelte Ähnliches.

Um 1890 ist seine Familie aus dem Memelland nach Hamburg gekommen. Er ist in Bergedorf aufgewachsen und geblieben. Zur selben Zeit wurde das Haus in Lohbrügge, indem er lebt und in dem sein Sohn Hanno aufgewachsen ist, erbaut.

Helmuth Sturmhoebel hat direkt nach dem Abitur seine Frau geheiratet. Glücklich verheiratet sind sie nach fast 37 Jahren immer noch. „Wir gehen jeden Mittwoch in die LOLA tanzen“, erzählt er. Es versteht sich von selbst, dass Sturmhoebel an der Gründung des LOLA Kulturzentrum e.V. nicht ganz unbeteiligt war.

„Die Stunde vor elf ist mir heilig“, sagt Sturmhoebel. Zur Ruhe kommen vorm Schlafen sei wichtig. Zur Ruhe kommen er und seine Frau im Wohnzimmer beim Lesen.

Text
Sigrun Friederike Priemer
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Cornelius Kalk
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Schreiben und Knipsen

Der Fotograf Cornelius Kalk und die Journalistin Sigrun Friederike Priemer portraitieren Lohbrügges kulturelle Vielfalt. Bis zu zwölf Menschen mit unterschiedlicher Herkunft werden sie treffen und erfahren, wie sie hier leben.

Sigrun Priemer – Journalistin und Autorin

Sigrun Friederike Priemer (sfp): Herr Kalk, wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, zwölf Menschen mit Migrationshintergrund aus Lohbrügge zu portraitieren?

Cornelius Kalk (ck): Ich möchte wissen, was die Menschen bewegt und wie sie ihre Kultur hier leben. Der Austausch zwischen Menschen interessiert mich. Es werden aber nur elf Menschen mit Migrationshintergrund, weil Sie vorgeschlagen haben einen alt eingesessenen Lohbrügger zu interviewen. Warum wollten Sie das?

Sfp: Kultureller Austausch funktioniert nur, wenn alle beim Austauschen mitmachen dürfen. Zur Kulturellen Vielfalt zählt auch die einheimische Kultur, das wird bei der Integrationsdebatte oft vergessen. Miteinander heißt miteinander und nicht die Anderen unter sich.

Worauf achten Sie besonders beim Fotografieren?

Cornelius Kalk – Fotograf und Bildjournalist

Ck: Ich möchte die Menschen zeigen, wie sie leben. Wo sie sich engagieren. Jetzt wird es technisch: Ich achte auf die unterschiedlichen Ebenen. Durch das Weitwinkelobjektiv, das ich gerne beim Fotografieren verwende, verschmelze ich drei Ebenen zu einem Foto. Was ist Ihnen bei den Texten wichtig?

Sfp: Achtung und Respekt. Es geht nicht um die zur Schau Stellung der Personen. Es geht um ihr Leben, ihr Engagement und darum, was die Menschen mit ihrem Wohnort verbindet. Was sie mitgebracht haben und was sie an ihrem Leben in Bergedorf schätzen. Zurück zu den Ebenen: Welche sind das?

Ck: Es geht bei dem Ebenen um die Person, wofür sie steht, wie das Umfeld, die Familie, das Engagement – das möchte ich in einem Bild einfangen. Das Weitwinkel nutze ich, um den Bezug herzustellen.

Es ist übrigens gar nicht so einfach, Teilnehmer zu finden.

Sfp: Das stimmt. Aber spannend ist es. Auf diese Weise haben wir beispielsweise die Moschee in Bergedorf kennengelernt. Ich habe bei einem Schneider gefrühstückt. Man telefoniert mit vielen Menschen und trifft dann die Teilnehmer. Nicht jeder möchte mit Foto in der Zeitung erscheinen.

Aber alle sind hilfsbereit.

Ck: Es ist sehr inspirierend, mich mit den unterschiedlichen Menschen und ihrer Kultur zu beschäftigen. Ich bin neugierig, wen wir noch kennenlernen. Es ist erstaunlich, wie offen die Menschen zu uns sind und wie unterschiedlich ihre Geschichten sind.

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Sigrun Friederike Priemer
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„Integration beginnt im Kopf“

Kreativität ist Olga Diewolds Thema. Sie hat darüber in Moskau promoviert. „In Russland war das Thema ungewöhnlich“ erzählt die promovierte Pädagogin. In Russland musste Olga Diewold ihre deutschen Wurzeln verstecken. In der Öffentlichkeit sprach sie kein Deutsch, ihr Mädchenname Olga Christ war auffällig. In Deutschland musste sie die deutsche Sprache neu erlernen, weil das Deutsch der Russlanddeutschen sich vom modernen Hochdeutsch unterscheidet.

Dr. Olga Diewold aus Rußland als Ruhepool im Haifischbecken der Kommunikation zwischen Eltern und Schülern.

Frau Diewold hat sich nach der Wende entschieden nach Deutschland auszuwandern, während sie am ihrer Promotion arbeitete: „Ich habe mich nicht getraut, das zu an der Bildungsakademie zu erzählen, weil ich Nachteile befürchtet habe.“ Der Weg von der Bildungsakademie in Moskau an die Adolf-Diesterweg-Schule war lang. Selbstbestimmtheit war dem russischen Erziehungssystem unbekannt. Es zählten Gehorsam und Perfektion. „Ich habe mich geschämt, weil ich nicht alles verstanden habe“, sagt Frau Diewold über ihre ersten Gehversuche in Hamburg. „Ängste sind normal auch von Einheimischen gegenüber Ausländern“, findet sie. „Integration fängt im Kopf an“ sagt Frau Diewold und erklärt: „Man braucht eine positive Einstellung: Ich bleiche hier und ich will hier etwas erreichen.“

Etwas erreicht hat sie: Ihren Traumjob. Olga Diewold ist Kulturvermittlerin in Neuallermöhe. „Ich möchte Brücken bauen zwischen der Schule und dem Elternhaus“, beschreibt sie ihre Tätigkeit. Die Erwartungen von Eltern aus dem russischsprachigen Raum an die Lehrer und die Schule sind oft nicht vereinbar mit den deutschen Schulalltag. Sowohl Eltern als auch Lehrer können sich an Frau Diewold wenden. Sie ist in beiden Kulturen zu Hause, kann beide Sprachen fließend und kann so beiden Seiten helfen.

Auf die Frage, ob für sie Integration mit der Sprache oder der Kommunikation im allgemeinen anfänge, antwortet Frau Diewold, für sie begänne eine gut funktionierende Integration bereits im Kopf.

Anfangs hat Olga Diewold ehrenamtlich vermittelt, später auf Honorarbasis. „Können Sie schreiben, dass die Jutta Dittmar sich sehr für den Stadtteil eingesetzt hat?“ fragt sie. Jutta Dittmar, die ehemalige Schulleiterin, hat der Schulbehörde eine feste unbefristete Stelle für eine Fachfrau aus dem Kreuz geleiert. Eine Fachfrau, die glücklich mit ihrem Job ist. Erziehungsberatung bietet sie im Elterncafé an, dann gibt es das Projekt Family Literacy (FLY). Bei FLY lernen Eltern mit ihren Kindern Deutsch. Bei allem, was sie erzählt, strahlt die Frau mit den großen blauen Augen eine mitreißende Begeisterung aus, dass man sich am liebsten selbst von ihr beraten ließe. Überzeugen konnte Familiy Literacy auch andere: 2010 erhielt es den King-Sejong-Alphabetisierungspreis der UNESCO und 2011 den Hamburger Bildungspreis der Hamburger Sparkasse.

Sie sagt: „Ich liebe Kinder“. Sobald Olga Diewold in der Pausenhalle steht, sieht man, dass die Kinder auch sie lieben. Sofort wird sie umarmt.

„In Lohbrügge lebe ich privat, ich fühle mich in Bergedorf zu Hause“, sagt sie. Sie lebt mit ihrem Sohn und ihrer Tochter in Lohbrügge. Ihre Tochter ist START-Stupendiatin. „Ich bin beeindruckt, wenn ich sehe, wie sie Verantwortung übernimmt“, staunt Olga Diewold.

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Sigrun Friederike Priemer
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Die stille Villa

Marisa Reyero de Starke wohnt und arbeitet in einer roten Backsteinvilla. „Heute leben hier drei Generationen und wir haben viel Besuch“, erzählt sie. Das Ehepaar mit vier Kindern ist 1989 in die Villa in Lohbrügge gezogen und hat das Haus mit viel Liebe renoviert.

Marisa Reyero de Starke aus Spanien

Frau Reyero de Starke lebt seit 48 Jahren in Deutschland. Länger als das halbe Leben. 1970 haben sie und ihr Mann geheiratet, seit 1980 ist sie deutsche Staatsbürgerin. „Mir wurde immer gleich geholfen“, sagt sie, wenn man nach ihren Erfahrungen mit der Einwanderung fragt.

Sie sitzt vor dem Gartenfenster auf der Fensterbank. Der Lieblingsplatz der Enkelkinder. Marisa Reyero de Starke singt im Chor der Erlöser- und der Gandenkirche. „Dadurch habe ich sofort Zugang zu den Menschen gefunden“, erzählt sie. In den ehemaligen Kinderzimmern hat das Ehepaar Starke ihre Heilpraktikerpraxis und seine Logopädiepraxis eingerichtet. Im Wartezimmer zeigt sie uns ihre kleine Märchenbühne. Ihren Kindern, in der Gemeinde und bei Kindergeburtstagen hat sie damit Märchen erzählt. Grimmsche Märchen. Die Märchenbühne ist selbst gebaut und hinten befindet sich eine Rolle mit Märchenbildern.

Der Lieblingsplatz der Heilpraktikerin ist die Fensterbank vor dem großen Gartenfenster, wo von aus sie ihre unendlich anmutende Kraft schöpft.

Mit 53 hat Frau Reyero de Starke ihre Heilpraktikerausbildung begonnen. Für ein Medizinstudium fand sie sich zu alt. Heute mit 69 Jahren sagt sie: “Im Kopf denkt man, man hat noch Zeit. Ich mache gern Ausbildungen.“ Sie überlegt, ob sie eine Qigong-Ausbildung machen möchte. Fortbildungen für die Tätigkeit als Heilpraktikerin macht sie zwei Mal im Jahr. Eine Querflöte liegt auf der Liege in ihrer Praxis. „Musik ist mir wichtig. Ich lerne Flöte bei der Kantorin der Gnadenkirche“ erzählt sie. Ihren Kindern hat sie spanische Lieder vorgesungen und sie haben alle ein Instrument gelernt.

In den 70er Jahren hat die Familie ein Jahr in Amerika gelebt, nach Spanien zurück zu ziehen, war nie geplant. „Mich reizt die Ferne“, sagt sie lächelnd. Ihr Mann und sie gehen gern auf Kreuzfahrt. Im April geht es nach Amerika.

Fühlt sie Frau Reyero de Starke als Spanierin oder als Deutsche?

„Ich fühle mich hier zu Hause, aber wenn ich in Madrid Musik höre, tickt mein Herz spanisch“, antwortet sie. Nach Spanien habe sie nie Sehnsucht gehabt, „ich habe mich mit meiner Familie und der meines Mannes immer sehr verbunden gefühlt.“ Mit ihren vier Geschwistern telefoniert sie oft.

Die Stille in der Villa hört man, wenn der Fotograf seine Bilder macht. Die Kamera klickt erstaunlich laut. Zwei Wochen im Monat sind die Enkelkinder im Haus, dann ist es nicht leise.

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Alstereisvergnügen 2012

Das hat es seit 15 Jahren nicht mehr gegeben – auch wenn der Winter in den letzten beiden Jahren immer wieder zum Spaziergang auf der Außenalster in Hamburg einlud, das Eis war für eine große Menge Menschen einfach nicht dick genug. Es wurde gebibbert und gewartet, aber letztendlich wurde es kurz vorher wieder abgesagt – das mögliche Alstereisvergnügen.

Das Alstereisvergnügen war ein Highlight in dem kurzen aber knackigen Winter 2011/2012, der von Jung und Alt trotz der klirrenden Kälte mit über 1 Million Menschen besucht wurde.

Doch im Jahr 2012 kam ein stabiles Hochdruckgebiet aus Russland nach Europa und machte aus Hamburg einen Gefrierschrank. Die Kälte wich nicht aus, hielt sich diesmal länger als 2 Wochen und erreichte Minuswerte, die man als Pluswerte ganz gut aushalten könnte. Dann war es soweit, inoffiziell sickerte es bereits am Dienstag durch alle Kanäle, die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gäbe zum Wochenende die Alster zum Betreten frei. Verkaufsstände wurden organisiert und auf beiden Uferseiten der Alster aufgestellt, die langen Unterhosen im Schrank hervorgewühlt und alles freute sich auf das sehr ungewöhnliche Volksfest mitten im norddeutschen Winter.

Von früh bis spät waren heiße Getränke der einzige mögliche Renner auf der Alster. Entweder wurde Kaffee, Kakao oder Glühwein in Thermoskannen mitgebracht oder die Durstigen nutzten das Gastronomieangebot, was rund um die Alster zur Verfügung stand

So kamen am Wochenende vom 10. bis 12. Februar mehr als eine Million Menschen und huldigten das Wahrzeichen Hamburgs diesmal durch einen Spaziergang auf der Alster bei klirrender Kälte und aufgrund der geringen Schneehöhe mit zahlreichen Sturzmöglichkeiten. Über die Anzahl der Knochenbrüche liegt dem Autor allerdings kein Zahlenmaterial vor, ein Radiosender rief ohne Absprache mit der Behörde zum Flashmob auf der Alster ein. Diese tanzende Einlage wurde denn aber wegen der Gefahr durch mögliche Schwingungen schnell wieder abgesagt. Dennoch genossen alle Hamburger trotz des Verkehrschaos rund um der Alster diese außergewöhnliche Kulisse und den wasserseitigen Blick auf die Silhouette der schönsten Stadt der Welt.

© Text und Fotos – Cornelius Kalk

Vorwärts kamen die Besucher mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Beliebt waren neben den Schlittschuhen auch Schlitten oder Kinderwagen, die einem bei der Glätte zu mehr Stabilität verhalfen.

Das gefrorene Wasser lockte mehr als eine Million Besucher nach Hamburg, die einen herrlichen Blick auf die im Wandel befindliche Hamburger Kulisse werfen konnten.