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Buntes St. Georg

Die Fußball WM wirft durch strahlenden Sonnenschein ihren Schatten in Hamburgs bunten Stadtteil St. Georg voraus.

Bunte Häusterfront im bunten St. Georg

Der Name basiert auf den heiligen Namensgeber des Krankenhauses, das vor mehr als 800 Jahren an der Außenalster errichtet wurde. Zur Stadt kam das Viertel erst im 19. Jahrhundert. Bis in die 90er Jahre war der Ruf allerdings eher verrucht denn gut, seit etwas mehr als 10 Jahren entwickelt sich insbesondere die Lange Reihe zum Positiven und lädt durch die Nähe zum Bahnhof auch Reisende zum Bummeln ein.

Geburtsstätte von Hans Albers

Das Hamburger Urgewächs Hans Albers wurde beispielsweise im Haus Nr. 71 geboren, eine kleine Gedenktafel erinnert an den Charakterdarsteller und Sänger, dessen berühmteste Melodie als Klingelton regelmäßig im Tatort zu hören ist. Die Lange Reihe als Straßenzug zeichnet sich durch eine große gastronomische Vielfalt aus, die von alteingesessenen Traditionslokalen wie das Gnosa oder Frau Möller, über die für Galão und Pastéis de Nata bekannten Portugiesen und kleinen Bars bis hin zur umgebauten Turnhalle an dem einen Ende.

Gastronomische…

…Vielfalt…

…in der Langen Reihe

Und nicht die Hinterhöfe bei der Erkundung vernachlässigen, über die man dem Straßenlärm ausweichen kann. Dort lassen sich Friseur- und Kosmetikstudios genauso entdecken wie auch eine sehr kreative Kunstszene. Abgerundet wird die Vielfalt in dem Quartier durch eines der besten Hotels der Stadt dem ‚The Georg’, das neben dem Hotel Atlantic seit Jahren besteht, und durch eine weitere Buntheit an Geschäften für Spezialitäten.

Hotel Atlantic zur blauen Stunde

Der Grad der Spezialisierung ist groß und das Angebot kommt aus der ganzen Welt. Aus dem fernen Asien lockt die tibetische Kleidung aus dem Himalaya im gleichnamigen Laden. In der unmittelbaren Nachbarschaft ist dann das persische Haus zu finden, das aus dem Reichtum Persiens schöpft.

Bekannt für Pistazien – Persisches Haus

Neben den besten Pistazien und leckeren Keksen und Kuchen bietet das Haus auch CDs und aktuelle touristische Informationen aus dem Reich zwischen Euphrat und Tigris. Aber wer sich einen Überblick verschaffen möchte, sollte dieses lieber selbst organisieren und einfach von Bahnhof bis Richtung Alster spazieren und entlang der langen Reihe oder dem Steindamm nicht die Lindenstraße außer Acht lassen.

Heilige Dreieinigkeitskirche

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Heißt es Danzig oder Gdansk?

Geplant war diese Reise schon länger, doch ein unglücklicher Umstand verschob unsere Pläne auf den Spätsommer im Jahre 2009. Carina und ich erwischten mit großem Glück eine sehr sonnige und regenlose Septemberwoche und brachen morgens früh mit dem Flieger nach Gdansk (Danzig) auf, um dort am nächsten Tag auf eine Rundfahrt auf der Weichsel und seiner Nebenflüsse zu gehen.

Blick durch das Grüne Tor auf den Langen Markt im Herzen Danzigs.

Engagiert waren wir beide, um über eine einwöchige Hausboottour vom Veranstalter ‚Vistula Cruises‘ für die renommierte Zeitschrift ‚Boote‘ zu recherchieren und später zu berichten. Meine Aufgabe lag in der fortlaufenden Dokumentation der Reise und der späteren Ablieferung von rund 100 Fotos an den Verlag zur weiteren Verwendung.

Hochzeitsfeier in der Marienkirche – ein mächtiger Backsteibau.

Sowohl die Hansestadt Hamburg als auch Danzig sind der traditionellen Kaufmannstradition verbunden und mit knappen 500.000 Einwohner ist die Stadt gerade einmal ein rundes Drittel so groß wie die norddeutsche Metropole. 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges hat dieser Ort eine erstaunliche Entwicklung nach vorne gemacht.

Kleine Döschen mit Tee aus der Hansestadt Gdansk – Danzig.

Am frühen Nachmittag kommen wir, checken für unsere einzige Nach im Hotel ein und orientieren uns grob in der Stadt, die so schön und romantisch an einem Nebenarm der Weichsel liegt und ganz danach ausgerichtet ist. Einen ersten Blick werfen wir auch auf die Marina und frohlocken beide dem nächsten Tag, wo uns der große Tour-Organistator Lukasz Krajewski in das Boot einweisen wird. Auf einmal entdecken wir direkt am Fluß frisch geräucherten Fisch, dem wir unmöglich widerstehen können. Also statten wir uns noch mit kühlem Bier und Brot aus und ich nutze zu später Stunde den blauen Himmel, um diesen lauschigen Septemberabend für die Leser festzuhalten.

© Text und Fotos: Cornelius Kalk

Der Artikel von Carina Wolfram erschien in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift ‚boote‘.