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Vom Maurer zum Stellvertretenden Abteilungsleiter

Mahmut Tepe und seine Familie sind seit 1991 deutsche Staatsbürger. Er ist 1970 mit 21 Jahren nach Deutschland gekommen, um zu arbeiten.

Heute sagt Herr Tepe: „Wenn ich in der Türkei bin, vermisse ich Deutschland und wenn ich in Deutschland bin, vermisse ich die Türkei.“

Jeden Mittwoch trifft Herr Tepe seinen Besten Freund, Herrn Cerik in der Moschee. Anschließend gehen die beiden Kaffeetrinken.

Jeden Mittwoch trifft Herr Tepe seinen Besten Freund, Herrn Cerik in der Moschee. Anschließend gehen die beiden Kaffee trinken.

Wir treffen ihn vor der Bergedorfer Moschee. Herr Tepe führt uns in den Gemeinderaum, wir bekommen Kaffee. Die Erinnerungen sprudeln nur so aus dem Mann, der sich als gewissenhaft und pünktlich beschreibt.

Damals, als man ihn Anfang 1970 nach Deutschland schickte, hatte er einen Vertrag über ein Jahr. Er war Gastarbeiter und teilte sich zunächst ein Zimmer für vier Personen mit zwölf Kollegen. Das sah der Betriebsrat nicht gern und so kamen die Kollegen in ein Ferienhaus.

Herr Tepe war als Maurer nach Hamburg geschickt worden und arbeitete zunächst in 12-Stundenschichten in einer Betonfabrik in Moorfleet. Dann begann er, als Handformer in den Bergedorfer Eisenwerken zu arbeiten.

„Die Luft war schecht dort.“ Erzählt Mahmut Tepe. Als die Bergedorfer Eisenwerke vom Alfa-Laval Konzern übernommen wurde, zog die Gießerei nach Glinde. „Es war sehr gefährlich dort, deswegen habe ich gekündigt.“ Herr Tepe hatte damals schon seine Familie.

Seit 21 Jahren deutscher Staatsbürger ehemals aus der Türkei.

Er bedauert, dass sein Deutsch schlechter geworden sei, seit er in Rente ist. Das hindert ihn nicht, schnell und viel aus seinem Leben zu erzählen. Er hatte viel mit Deutschen zu tun auf der Arbeit und beim Deutsch-Türkischen-Arbeitskreis in Bergedorf. „Mal trafen wir uns bei einer Lehrerin, mal bei Ewald Johannsen zu Hause“, erzählt er. Er selbst hat keine Schulbildung. Seine Familie war zu arm. Für die Bildung von Zuwandererkindern hat er sich dennoch eingesetzt.  Es ging darum „die Kinder aus der Sonderschule zu holen“, sagt er, „die deutschen Kollegen haben geholfen.“ Mahmut Tepe ist stolz auf seine Kinder: „Sie haben alle Abitur und einen Studienabschluss.“

Was ihm an Deutschland besonders gefällt: „Es ist ein demokratisches Land, ich habe bei der Gewerkschaft gelernt, wie wichtig echte Demokratie ist.“ Deswegen ist Familie Tepe in Deutschland geblieben. „Unsere Kinder fühlen sich wie Deutsche“ ist eine weitere Begründung.

Mahmut Tepe hat sich vom ungelernten Maurer zum stellvertretenden Abteilungsleiter hochgearbeitet. „Ich hatte gute Zeugnisse“ erzählt er lächelnd. Seine offene und hilfsbereite Art wird dazu beigetragen haben. Wie bei vielen ehemaligen Gastarbeitern, hat die Schwerstarbeit seinem Körper ihren Tribut abgefordert. Herr Tepe ist seit 1998 in Frührente.

Text
Sigrun Friederike Priemer
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Cornelius Kalk
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